Modell Werft 2016 10

Modell Werft 2016 10...

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Modell Eisen Bahner 2016 02
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Truck Modell 2016 02 03
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Art Modell
FBI file on Arthur B. "Art" Modell, owner of the Cleveland Browns and later the Baltimore Ravens.

10 animated circles - 10-10-2016
On 10-10-2016, my computer took snapshots, every 7.1 seconds, of this very slow animation of 10 circles. These circles slowly rotate, and turn into a square, and then back to a circle. They all move at different speeds. They all have a different rand

Sea Power 2016 10
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Sport Pilot 2016 10
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Shooting Times 2016 10
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Fuze 2016 10 11
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10

OktObEr 2016 · 40. Jahrgang · D: 6,00 € · CH: 12,00 SFr · A: 6,80 € · b / L: 7,00 € · NL: 7,85 € · I: 8,30 € · E: 8,30 € · P: 8,30 € (Cont.) · Gr: 8,90 €

E 9992

2016

www.ModellWerft.de

Das führende Fachmagazin für Schiffsmodellbauer

SCHMuCkStüCk

»JuLE« von aero-naut

Premium-Modell »Arleigh reportage burke« von Graupner Fête Maritime Brest 2016

Flussdampfer »Concordia« in 1:50

Ihr Spezialist für Lasermodelle

Lotsenboot

Breite Gewicht Länge Maßstab

200 mm 2400-3000 g 715 mm 1:25

Bestell-Nr. 3046/00 Lotsenboot aus lasergeschnittenem ABS. Der Rumpf wird auf der bewährten aeronaut-Helling gebaut. Der Antrieb erfolgt über zwei E-Motoren. Das Steuerhaus ist komplett ausgebaut. Die Ätzteile der Armaturentafel erlauben eine Beleuchtung der vielen Armaturen. Alle Lampen des Modells können mit 3mm LED's beleuchtet werden. Die beiden Bugscheinwerfer sind sehr leuchtstark und geben dem Modell ein markantes Aussehen. Der Suchscheinwerfer wird aus Ätzteilen gebaut und ist voll beweglich. Der Reflektor und die LED's sind aufeinander abgestimmt und haben eine enorme Leuchtkraft und Lichtbündelung.

Ausbau mit dem Lichtpaket

MicroLight

Zum Ausbau der vielfältigen Lichtfunktionen empfehlen wir unser Lichtpaket MicroLight, bestehend aus dem Lichtmodul, 10 hellen LED und 10m Kabel.

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18 frei programmierbare Lichtkanäle Umfangreiche Konfigurationssoftware keine Vorwiderstände benötigt Alle Lichtfunktionen frei konfigurierbar, z.B. Neonröhre, Blaulicht, Suchscheinwerfer, etc.

aero naut aero-naut Modellbau . Stuttgarter Strasse 18-22 . D-72766 Reutlingen

www.aero-naut.de

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Ed i to r ial

Liebe Leserinnen und Leser,

Editorial

wie wäre es zur Abwechslung einmal mit einem wirklich ungewöhnlichen Modell oder einer innovativen Techniklösung? In dieser Ausgabe der ModellWerft geben wir Ihnen einige Anregungen hierfür. Beispielsweise präsentieren wir Ihnen das Fahrgastschiff Concordia, welches im Jahr 1827 die ersten zahlenden Passagiere auf dem Rhein beförderte. Joachim Brehm hat den auffällig grün-weiß lackierten Flußraddampfer im Maßstab 1:50 nachgebaut. Ein Modell, das so ziemlich auf jedem Modellteich so richtig auffallen wird. Innovativ sind auch die von Thorsten Momber konzipierten vorbildgetreuen Antriebe seiner im Bau befindlichen Hamburger HADAG-Fähre Tollerort. Er beschreibt in einer Step-to-Step-Anleitung ausführlich die Fertigung der Rolls-RoyceContaz Thruster mit gegenläufigen Props. Und falls Ihr nächstes Modell ein Seenotretter sein soll – wie wäre es mit einem Boot der KNRM, den holländischen Kollegen der DGzRS? Ungewöhnlich futuristisch präsentiert sich die NH 1816, der neueste Entwurf der niederländischen Damen-Werft auf Basis des Seaxebow, dessen ungewöhnliche Bugform vor allem das für die Besatzung unangenehme „Slamming“ reduzieren soll. Klaus Wachsmuth präsentiert das Seenotrettungsboot in unserem Schiffsporträt. Wer sich für Schiffsvorbilder aller Art interessiert, dem legen wir die Nachschlagewerke des Motor Buch Verlages aus Stuttgart ans Herz, darunter auch die bekannten und überaus informativen Typenkompasse – die der VTH in sein Buchprogramm aufgenommen hat. Schmöckern Sie doch einfach einmal in unserem Internetshop auf www.shop.vth.de – es lohnt sich! Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit den Themen in dieser Ausgabe der ModellWerft.

Stefan Ulsamer, Redaktion ModellWerft Ein ungewöhnliches Modell entsteht – der Flussdampfer Concordia von Joachim Brehm

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I N HALT

45 68

22

60

Fahrmodelle

Standmodelle

TEST: Jule von aero-naut ....................................................12 Komplettumbau »Pegasus III« ...........................................32 Premiummodell »Arleigh Burke« von Graupner .................45 Flussdampfer »Concordia« .................................................54 Rad-Schaum-Dampfer für Kids ..........................................60 »Taka« ein türkisches Fischerboot ......................................74 Fischkutter »Möwe« von aero-naut ....................................78

Flaschenschiff »Glückauf« ..................................................71

74 4

Reportage Fêtes Maritimes Internationales Brest 2016 .......................30 Powerboattreffen Heilbronn ..............................................68

78 ModellWerft 10/2016

I N HALT

12 30 48 Baupraxis

Ständige Rubriken

POD-Antriebe selbst gebaut ...............................................22

Editorial ...............................................................................3 Inhalt ...................................................................................4 Markt und Meldungen .........................................................6 Termine ..............................................................................10 Schiffsbilder .......................................................................41 Vorschau, Impressum .........................................................82

Schiffsporträt Flächenpeilschiff »Domfelsen«...........................................36 Japanische Marineschiffe in Rostock ..................................48 Seenotrettungsboot »NH 1816« .........................................64

Diesen Monat Online auf www.modellwerft.de: Fêtes Maritimes Brest (zusätzliche Bilder) und offener Marinestützpunkt Warnemünde

64 ModellWerft 10/2016

3032 5

m ar k t & m eld u n g en

GoCNC Präzise Ätzteile selber fertigen Die deutsche Entwicklungsschmiede GoCNC bereichert mit einem neuartigen Verfahren zum Erstellen von kleinsten, präzisen Ätzteilen oder Elektronikplatinen den Modellbauer- und Maker-Markt. Für alle glücklichen Besitzer einer CNC-Maschine gibt es jetzt endlich ein Werkzeug mit einem Lackstift, den man direkt in eine 20-mm- (wie Proxxon) oder 43-mm(Euro-Hals)-Fräsmotoraufnahme einspannen kann. Der so in eine CNC-Maschine eingespannte Lackstift überträgt die Zeichnung als ein Ätzmittel-resistentes Muster auf Ihr Werkstück aus Kupfer, Messing oder Aluminium. Nach dem Ätzen, Abwaschen und späterem Entfernen der Lackschicht

6

entstehen feinste Werkstücke, die industrieller Fertigungsqualität entsprechen. Der Anwendungsbereich reicht von der Fertigung von Eisenbahnteilen, Cockpitinstrumenten, Bootbeschlägen, Reliefs, Stempel bis hin zu Schmuck. Das Werkzeug im ansprechenden Design bietet eine gefederte Aufnahme für Standard-Lackstifte mit einer Spitze von 0,6 bis 2 mm. Ein Lackstift mit 0,8 mm Dicke ist

Mittler & Sohn

Modellbaugruppe Truck & Boot

60 Jahre Deutsche Marine im Bild In zahlreichen ausdrucksstarken Fotos und aufschlussreic h e n Te x t e n lässt der großformatige TextBild-Band „60 Ja h r e D e u ts c he M a r i ne im Bild“ über ein halbes Jahrhundert Marinegeschichte Revue passieren und geht auch auf die jüngsten Einsätze im Mittelmeer oder in Syrien ein. Das Buch bietet ein authentisches Bild von der Lebenswirklichkeit der Marine – von den Anfängen im Jahr 1956 bis heute. Themenauswahl: Grundlagen der Nato-Militärstrategie – Ausbau der Marine bis 1968, Partner der atlantischen Allianz – die Jahre bis 1979, Übernahme internationaler Aufgaben – die 80er Jahre, neue Aufgaben für die Deutsche Marine – Vereinigung und die 90er Jahre, die Marine im weltweiten Einsatz – Aufgaben bis 2006, feste Größe in der europäischen Sicherheitspolitik – 2006 bis 2016. Moritz Brake und Heinrich Walle: 60 Jahre Deutsche Marine im Bild, Hamburg: Verlag Mittler & Sohn, 2016, 144 Seiten, circa 180 Fotos in s/w und Farbe, ISBN 978-3-8132-0965-5, 29,95 €.

Die IG Modellbaugruppe Truck & Boot präsentiert auf der Grazer Herbstmesse vom 29.09. bis 03.10.2016 den größten Pistenraupen-Parcours inklusive drei Seilbahnen. Auf den Veranstaltungen hat die Modellbaugruppe ein 6×1m-Präsentations-Podest für LKWs, Schiffe, Busse etc., die den Besuchern näher gebracht werden. Vom 23.10. bis 26.10. 2016 ist die Modellbaugruppe auf der Wiener Modellbaumesse, der größten Messe Österreichs, zu sehen, wo der Gruppe eine Fläche von 1.000 m² zu Verfügung steht. Es werden viele Highlights zu sehen sein! Auf Ihren Besuch freut sich die IG Modellbaugruppe Truck & Boot.

im Lieferumfang selbstverständlich bereits enthalten. Der Preis beträgt 29,- €. Info & Bezug GoCNC Corunna Str. 6 58636 Iserlohn Tel.: 02371 7837105 Internet: www.gocnc.de E-Mail: [email protected]

Weitere Informationen Homepage: www.bolley.at E-Mail: [email protected]

Hasse Kunstverlag Der Hasse Kunstverlag präsentiert den neuen maritimen Jahreskalender mit 13 Motiven des bekannten Marinemalers und Autors Olaf Rahardt. Die wunderschönen Bilder werden von informativen Kurztexten begleitet. Format 40×50  cm, Preis 29,- € zuzüglich Versand. Info & Bezug Hasse Kunstverlag E-Mal: [email protected], Tel.: 036784 50700

ModellWerft 10/2016

Top Ten Graupner

der Fachbücher *

1

Die Anja ist ein vorbildgetreuer Nachbau eines Fischkutters im Maßstab 1:60. Gerade für den Einsteiger ist dieses Modell aufgrund seiner kompakten Abmessungen und der präzise vorgefertigten Teile konzipiert. Der Bausatz enthält neben der ausführlichen Schritt-für-SchrittAnleitung auch zahlreiche Gussteile, vorgefertigte Masten und lasergeschnittene Holzteile. Features: Einsteigerbausatz mit vielen vorgefertigten Teilen, Motor, Welle, Propeller und RC-Einbauset aus ABS enthalten, ausführliche Anleitung, eigene Gestaltungsmöglichkeiten wie Farbgebung und Funktionsumfang. UVP: 129,99 €.

Faszination Multicopter ISBn: 978-3-88180-451-6 Preis: 22,80 €

Heiß ersehnt, preisgekrönt und ab August 2016 auch lieferbar: die Graupner Eiswette. Die realitätsnahe Nachbildung des DGzRS-Seenotkreuzers verfügt über hochwertige Materialien, hohe Detailtreue sowie einen durchdachten Vorfertigungsgrad. Der Bausatz ist besonders für versierte Modellbauer geeignet. Im Lieferumfang sind bereits ein 500er- sowie ein 400er-Bürsten-Elektro-Motor, das Stevenrohr und die Schiffsschraube sowie das Ruder- und Heckklappenservo enthalten. Das mitgelieferte Tochterboot Novize kann ebenfalls mit RC-Komponenten ausgestattet werden. Features: Preisgekrönt durch die Leser der ModellWerft, sehr hohe Detailtreue, hervorragende Fahreigenschaften, Motoren und Servos im Lieferumfang enthalten, ausführliche Bauanleitung und 1:1-Bauplan. UVP: 479,99 €.

Flugmodellbau mit Holz ISBn: 978-3-88180-459-2 Preis: 24,80 € ▼

Die Pollux  II ist ein vorbildgetreuer Nachbau eines Schleppers im Maßstab 1:100. Gerade für den Einsteiger ist dieses Modell aufgrund seiner kompakten Abmessungen und der präzise vorgefertigten Teile konzipiert. Der Bausatz enthält neben der ausführlichen Schritt-fürSchritt-Anleitung auch zahlreiche Gussteile, Messing-Ätzteile und lasergeschnittene Kunststoffteile. Features: Einsteigerbausatz mit vielen vorgefertigten Teilen, Motor, Welle, Propeller und RC-Einbauset aus ABS enthalten, ausführliche Anleitung, eigene Gestaltungsmöglichkeiten wie Farbgebung und Funktionsumfang. UVP: 129,99 €. Die Pollux II ist auch erhältlich in der RTR-Version. Features: Fertig aufgebaut und lackiert, 2,4-GHz-Fernsteuerung mit Akku und Ladegerät enthalten. UVP: 259,99 €. Ab August 2016 wieder lieferbar: die Graupner Relaismodule für das bewährte Nautic-Expert-Schaltmodul No. 4159. Ob im Betrieb über 35, 40 MHz oder gar über 2,4-GHz-HoTT-System. Die Relais arbeiten absolut zuverlässig und ermöglichen vielfache Schalt- und Steuerfunktionen über den Multikanal wie Motoren, Seilwinden, Pumpen oder Lichter. Erhältlich in den Ausführungen einfach schaltend (single switch), doppelt schaltend (double switch) und umpolend (reverse switch). UVP: 24,99 €. Die neue Graupner Brushless Speed-Motorenserie wurde speziell für den Schiffsbereich entwickelt. Die Motoren haben sehr niedrige Drehzahlen, dafür hohes Drehmoment. Sie sind eine hervorragende Alternative zu Bürstenmotoren, da sie im Betrieb wesentlich kühler bleiben und weniger Strom verbrauchen. Dabei besitzen sie einen sehr guten Wirkungsgrad. Es liegen den Motoren neben den 3,5- bzw. 4-mm-Steckern auch Befestigungskreuz und Präzisions-Aluminiumspinner bei. Somit können die Motoren auch im Scale-Flugbetrieb genutzt werden. Features: Hoher Fertigungsstandard, für Schiffe und Scaleflugzeuge entwickelt, niedrige KV-Drehzahlen bei hohem Drehoment. Breit gefächertes Programm vom Speed 400 bis Speed 800. Bezug: Fachhandel. Info: www.graupner.de, Tel.: 07021 722-0

ModellWerft 10/2016



Das Klebstoffbuch ISBn: 978-3-88180-467-7 Preis: 24,80 € ▲

Brushless-Motoren und -Regler ISBn: 978-3-88180-427-1 Preis: 19,80 €



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2,4-GHz-Fernsteuerungen ISBn: 978-3-88180-449-3 Preis: 17,80 € ▲

RC-Heli-Buch ISBn: 978-3-88180-423-3 Preis: 29,80 € ▼

Mahagoniboote ISBn: 978-3-88180-464-6 Preis: 23,80 € ▼

Schiffsmodelle selbst gebaut ISBn: 978-3-88180-468-4 Preis: 24,80 €

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CNC Fräsen & Drehen ISBn: 978-3-88180-471-4 Preis: 29,80 € ▲

Das große Lötbuch ISBn: 978-3-88180-469-1 Preis: 27,80 €

2

7 8 9

10 ■

▲ aufgestiegen ■ unverändert ▼ abgestiegen

Bestellhotline: telefon: 0 72 21-50 87 22 top-ten-Bücher per e-mail: [email protected] 7 * ermittelt von den VtH Special-Interest-Zeitschriften

m ar k t & m eld u n g en

Claus RCparts Eine enorme Erleichterung für alle Modellbauer hat die Firma Claus RCParts neu im Sortiment. Monti ist ein SchwenkKlapptisch der besonderen Art. Keine Montage der Modelle in der Hocke oder auf den Knien bzw. auf dem Boden mehr! Neben Modellschiffen und Flugzeugen auch geeignet für RC-Cars und Trucks. Monti ist bei einer Tischgröße von 70×150 cm auch für größere Modelle geeignet, belastbar bis über 150 kg. Monti

wird komplett montiert und mit allen Teilen für den Aufbau geliefert, Preis inkl. Versand 559,- €. Info & Bezug Claus-RCparts Heinrich Claus Ummendorferstraße 19 88400 Biberach Tel.: 0176 21969311 Internet: www.claus-rcparts.de E-Mail: [email protected]

Harztec Die Fa. Harztec Modellbau aus Diepholz bietet seit neusten einen Bausatz eines Multicat-Arbeitsbootes im Maßstab 1:50 an. Das Modell ist einer selbstfahrenden Arbeitsplattform eines niederländischen Herstellers nachempfunden. Das Modell hat die Maße: 26,5×10,0×14 cm. Der Bausatz beinhaltet einen tiefgezogenen Rumpf, alle Aufbauteilen aus gefrästem Polystyrol, zwei 3D-gedruckte Kortdüsen und einige Beschlagteile für Winde, Mast und Beleuchtung. Der Hersteller bietet einen Basisbausatz an, aus dem man mit einigen optionalen Zubehörteilen aus dem reichhaltigen Programm der Firma ein individuelles Modell nach eigenen Wünschen bauen kann. Das Modell ist auch etwas für Anfänger im Hobby, da das es aufgrund der bebilderten Bauanleitung und der gefrästen Teile leicht zu bauen ist. Preis: 115,- €. Info, Bezug und optionales Zubehör Internet: www.harztec-modellbau-shop.de Email: [email protected] Tel.: 05441 9959355

Hobbico Modellboot-Neulinge können sich mit der Mini Wildcat von AquaCraft sofort in ein RC-Bootsrennen stürzen. Auch erfahrene Rennbootfahrer werden ihren Spaß damit haben. Durch die geringe Länge der Mini Wildcat (ca.38 cm) ist das Modell fast überall einsetzbar. Mit dem wasserdichten Deckel und dem wassergekühlten Motor ist die Mini Wildcat voll ausgerüstet und

8

Ready To Run. Features: 2,4-GHz-Fernsteuerungssystem, Doppelmotorenantrieb für mehr Speed, wasserdicht, durch zusätzliche Luken, vier Farbvarianten. RC-Funktionen: Ruderverstellung, Motorregelung. UVP: 139,99 €.

Bezug: Fachhandel. Info: Revell GmbH, Internet: www.hobbico.de, E-Mail: [email protected], Tel.: 05223 9650

Technische Daten Rumpflänge Breite Gesamtgewicht

375 mm 125 mm 480 g

ModellWerft 10/2016

Die Seenotretter Besucherrekord: 28.000 Menschen beim Tag der Seenotretter an Nord- und Ostsee Nahezu 28.000 Menschen haben sich am Sonntag, den 31. Juli 2016, am Tag der Seenotretter über die Arbeit der DGzRS an Nord- und Ostsee informiert. Damit besuchten zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten mehr Freunde und Förderer der DGzRS „ihre“ Seenotretter als in allen Jahren zuvor. Die Besatzungen der rund 60 Rettungseinheiten zeigten Rettungsübungen, luden zur Besichtigung ihrer Seenotrettungskreuzer und -boote ein und vermittelten viele Informationen rund um ihre Arbeit. Für die Seenotretter, die den Tag mit der Unterstützung vieler freiwilliger Helfer ausrichten, hat der Tag eine große Bedeutung, um möglichst vielen Menschen ihre Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit zu demonstrieren und ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, wie die DGzRS die ihr freiwillig anvertrauten Mittel verwendet. Denn die gesamte Arbeit der Seenotretter wird nach wir vor ausschließlich durch Spenden und freiwillige Beiträge finanziert. Der Tag der Seenotretter findet jährlich am letzten Sonntag im Juli statt, in diesem Jahr zum 18. Mal.

großer andrang beim tag der Seenotretter auf der Station Wilhelmshaven… (Foto: dgzrS)

…und bei den Vorführungen auf der Station grömitz (Foto: dgzrS)

Weitere Infos www.seenotretter.de

Lanasta Warship 06: Destroyer HMCS Haida Die Tribal-Klasse wurde während des 2. Weltkriegs für die Royal Navy, die Royal Canadian Navy und die Royal Australian Navy gebaut. Ursprünglich als leichter Kreuzer konzipiert, entwickelte sich diese Schiffsklasse zu einem schnellen Zerstörer, bei dem der Schwerpunkt im Gegensatz zu einigen Vorgänger-Schiffsklassen statt auf den Torpedos auf den Bordgeschützen lag. Die 27 Schiffe waren auf allen Kriegsschauplätzen des 2. Weltkriegs anzutreffen, einige wenige standen noch bis in die 1960er Jahre im Dienst, so auch die kanadische HMCS Haida, die von 1943 bis 1963 im Auftrag der Royal Canadian Navy auf den Weltmeeren anzutreffen war. Heute kann das Schiff, das auch im Korea-Krieg zum Einsatz kam, im kanadischen Hamilton als Museumsschiff besichtigt werden. Der neue Band Warship 6 des niederländischen Verlages Lanasta stellt die Haida in der gewohnt hohen Qualität anhand vieler Detailaufnahmen vor und gibt Einblicke in Schiffstechnik, Einsatzgeschichte und Bordleben. Warship 06: Destroyer HMCS Haida, Lanasta, 2016, 48 Seiten, 220×270 cm, durchgehend farbig und schwarzweiß illustriert, ISBN 978-90-8616-196-6, 14,95 €. Bezug Fachhandel Info Internet: www.lanasta.com E-Mail: [email protected] Tel.: +31 (0)591-618 747

ModellWerft 10/2016

9

t er m i n e

Datum Veranstaltung

Ort

Ansprechpartner

Kontakt

3. RC-Modellsport-Tag, veranstaltet 83119 vom Förderverein der Wasserwacht Obing 10.-11.09. Große Schiffsparade im Freibad Eschbachtal 42859

PLZ

Obing, Strandbad, Seestr. 40

Michael Schnebinger

0160 9483 2168 [email protected]

www.wasserwacht-obing.de

Remscheid

Christopher Haide

0170 2423 625

www.freibad-eschbachtal.de

10.-11.09. 1. Modellbau-Ausstellung der 63654 Modellbaufreunde Wetterau 10.-11.09. Schaufahren umd Modellboot-Treffen beim 91126 SMC Nürnberg 11.09. Modellschiffe im Freibad Ahrensburg 22926

Büdingen, Sporthalle SV Phönix, Alexander Häuser Schulstr. 42 Schwabach, Parkbad, Angerstr. 10 Matthias Ahrens

0911 988 5989

[email protected]

www.modellbaufreundewetterau.de www.smc-noris.de

Donald Leupold

04102 40535

Norbert Grote

02562 4296

[email protected] [email protected]

Peter Dejon Roger Held

0651 83032 [email protected] 0041 79 218 668 [email protected]

www.smc-trier.de www.mscb.ch

CH-9490 Vaduz, Schaanerstr. 60, im Markus Vetsch Schwimmbad Mühleholz AT-4962 Badesee Mining - Gundholling OÖ Felix Zauner

0041 81 757 1522 [email protected]

www.smcr.ch

0043 7722 628 81 [email protected]

https://sites.google.com/site/ mbcbraunau/home

91781

09141 5246

[email protected]

02225 5882

[email protected] www.smbf-bonn.de

06727 231

[email protected]

10.09.

11.09.

Traditionelles Schaufahren beim SMC Gronau 11.09. Dampftreffen beim SMC Trier e.V. 17.-18.09. Internat. Schaufahren für Schiffs- und Funktionsmodellbau beim MSC Basel 17.-18.09. 34. Internat. Schaufahren des SMCR Schiffs-Modell-Club-Rheintal 17.-18.09. 35. Internat. Freundschaftswettbewerb für vorbildgetreue Modellboote 18.09. Schaufahren umd Modellboot-Treffen

48599

24.09.

53175

Herbstfest mit Schaufahren ab 13 Uhr bei den Schiff-Modellbaufreunden Bonn

54290 Trier, Weiher an der Härenwies CH-4058 Basel, Elgliseestr. 85

24.-25.09. 2. Wasserfliegen/Wasserflugtreffen der FMG Waldalgesheim 24.-25.09. Schiffsmodell-Schaufahren beim SMCO Schiffsmodellbauclub Olten 24.-25.09. 4.Internat. Modellsporttreffen beim Modellflugverein Schwyz 25.09. 9. Hafenfest mit offenem Schaufahren beim SMC Bochum e.V. 25.09. "Leckerbissen am See 2016", in der Bonner Rheinaue

66903

01.10.

Ausstellung mit Beleuchtungsfahrt beim MBC-Krefeld, im Freibad Hüls, ab 17 Uhr 01.-03.10. 10 Jahre "minisail e.V." 02.10. Ausstellung mit Schaufahren beim MBC-Krefeld, im Freibad Hüls 02.10. 4. Welzheimer Modellschifftreffen für Jedermann, 10-23 Uhr 03.10. Schiffsmodell-Ausstellung "30 Jahre SMC Freiberg" 03.10. Lohmühlen Schaufahren für Schiffsmodelle beim SMC Tambach-Dietharz e.V.

www.freibad-eschbachtal.de/ kontakt 06041 960 5540 [email protected]

Homepage

www.smc-ahrensburg.de www.smcgronau.de

www.fmg-waldalgesheim.eu

Pascal Richener

0041 79 452 5333 [email protected]

www.smco.ch

Roman Reding

0041 78 7551 607 [email protected]

www.mfvsz.ch

01577 494 2101 [email protected]

www.smc-bochum.de

0171 9379 796

[email protected]

www.smc-bonn.de

47839

Bochum-Werne, Freibad, Hanno Niesler Bramheide 17 Bonn Rheinaue/Nordteil Ewald Schmitt Rheinauen See/Hoehe Post-Tower/ Charles-de-Gaulle-Str. Krefeld (Hüls), Hölschen Dyk 30 Elke Thomas

[email protected]

www.mbc-krefeld.de

88069 47839

Tettnang, am Degersee 3 Krefeld (Hüls), Hölschen Dyk 30

0151 549 06893 [email protected] [email protected]

www.minisail-e.v.de www.mbc-krefeld.de

73642

Welzheim, am Aichstruter Stausee Freddy Mohl

07182 4120

[email protected]

www.mfg-welzheim.de

71691

Markus Geißelmeier

[email protected] [email protected]

www.smc-freiberg.de

31139

Freiberg a.N., Prisma am Marktplatz zw. Tambach-Dietharz und Georgenthal, Freizeit- und Erholungszentrum Lohmühle Recklinghausen, Bürgerhaus Süd, Körnerplatz 2 Hildesheim, am Hohnsensee

01796 90439

44894 53547

99887 45661

22.10.

Schaufahren im Miniaturpark Kleine Sächsische Schweiz (14-16 Uhr) 23.10. Größter saarländischer Modellbau-Flohmarkt 28.-30.10. Faszination Modellbau

01829

05.-06.11. Dernbacher Modellbauevent

56428

10

Weißenburg/Bay., Limesbad, Wilhelm Schäfer Badstr. 5 Bonn-Plittersdorf, Bernhard Olbricht Steganlage in der südl. Rheinaue, Martin-Luther-King-Str. Gries, am Ohmbachsee Gerd Rudolph

CH-6204 Sempach, am Sempachersee, Seelandstr. CH-6423 Seewen, Seemattliweg

08.-09.10. Recklinghäuser Modellbautage beim miniTruckclub 15.10. Traditionelles Abfahren der Vereinigung Hildesheimer Schiffsmodellbauer 15.-16.10. Glühweinregatta beim MSV Sächsische Schweiz e.V. 15.-16.10. Ausstellung zum 30-jährigen Vereinsjubiläum beim SMC Nürnberg

Mehr Termine im Internet unter: http://www.vth.de/modellwerft/ Meldeschluss für die Ausgabe 11/2016 ist der 19.09.16

Ahrensburg, Schwimmbad "badlantic", Reeshoop 60 Gronau, Stadtparkteich

E-Mail

66424 88046

Franz Baierl Elke Thomas

Angel Schapke

0170 229 2182

Rainer Nellißen

0171 931 8149

Rolf Demitz

05121 69 68 67

Pirna, am Natursee Pirna-Copitz

Frank Großheim

Nürnberg, Förderzentrum Förderschwerpunkt Sprache, Bertha-von-Suttner-Str. 29 Wehlen Miniaturpark, Schustergasse 8 Homburg/Saar, Sportzentrum Homburg-Erbach Friedrichshafen

Matthias Ahrens

0151 5501 3593 [email protected] 0911 988 5989 [email protected]

Peter Schackmar

0151 5501 3593 [email protected] 06841 982233 / [email protected] 0160 8097 097 07261 689-0 [email protected]

Dernbach, Turnhalle der Pfr.-Giesendorf-Str., Hilchenstr.

Nicole Reusch

02623 4290

Frank Großheim

[email protected] http://minitruckclub-recklingRecklinghausen.de hausen.de [email protected] www.msv-saechs-schweiz.de www.smc-noris.de

www.mfg-erbach.de www.messe-sinsheim.de

[email protected] www.modellbaustammtischreusch.de 56428dernbach.npage.de

Liebe Vereinsvorstände! Sie können termine für die modellWerft direkt im internet eingeben. ein vorgefertigtes Formular finden Sie in der rubrik termine der modellWerft unter: www.vth.de/termine/veranstaltungsformular Vielen Dank für ihre mithilfe!

ModellWerft 10/2016

EINFACH MAL ABSCHLEPPEN

FMT 10 | 14 | www.fmt-rc.de

43

Schlepper Pollux II N O .

2 1 0 1 1 ,

M :

1 : 1 0 0

Der Klassiker ist zurück - komplett überarbeitet - in 2 Varianten verfügbar No. 21011 Bausatz

Die Graupner Pollux II ist ein originalgetreuer Nachbau dieses Schleppers. Bereits in den 1990er Jahren erfreute sich die Pollux großer Beliebtheit. Nun kehrt sie mit umfangreichen Überarbeitungen zurück. Zahlreiche Gussteile, Messing Ätzteile und lasergeschnittene Kunststoffteile, die in modernster Verarbeitung hergestellt wurden machen das Fertigmodell im Maßstab 1 : 100 zu einem echten Hingucker.

www.graupner.de/Pollux/21011/

HAFENROMANTIK

Fischkutter Anja SL 35 N O .

2 1 2 0 ,

M :

Premium Bausatz eines klassischen Fischkutters No. 2120 Fischkutter Anja SL 35, Bausatz Der Premium Bausatz der Graupner Anja ist ein vorbildgetreuer Nachbau im Maßstab 1 : 60. Das Modell besticht, neben seinen vielen Details, vor allem durch die verwendeten Materialien. Der Rumpf ist aus robustem, aber leichtem ABS Kunststoff gefertigt. Neben den zahlreichen Gussteilen werden für die Aufbauten hauptsächlich lasergeschnittene Holzteile verwendet. Die Verarbeitung im LaserschnittVerfahren garantiert optimale Verarbeitung und perfekte Passform der Einzelkomponenten. Der Bausatz ist in wenigen Arbeitsschritten zusammengebaut. Die Anja ist auch bestens für Einsteiger geeignet.

www.graupner.de/Anja/2120/

ANJA DE TRAVEMUN

1 : 6 0

Copyright © Graupner/SJ GmbH - AZ-1016-DE

No. 21011.RTR Ready to Run Modell

fah r m o d elle | J ü r g en B eh r en dt

Auf Fangfahrt Der neue Fischkutter »Jule« von aero-naut Wenn ich alle zusammenzähle, komme ich auf vier Fischereifahrzeuge, die ich bereits als Modell gebaut oder renoviert habe. Die Entscheidung, das Angebot der MODELLWERFT anzunehmen, ein Testmodell der Jule von aero-naut zu bauen und darüber zu berichten, fiel mir daher leicht. Beim Durchlesen der Beschreibung des Modells stutzte ich aber dann doch einmal. Schließlich soll der (Knickspant-)Rumpf auf Spanten gebaut und mit Holz beplankt werden. Oha, ein Spreißelkasten also (oberpfälzischer Ausdruck für einen reinen Holzbausatz). Das hatte ich so noch nicht probiert! Aber es gibt ja Kollegen bei mir oder im befreundeten Verein, die schon Rümpfe auf Spanten gebaut haben, von denen holte ich mir das, was ich noch nicht wusste. 12

Der Bausatz Das gespannt erwartete Paket wurde dann am Samstag, den 21. Februar geliefert und sofort in die (vorher extra dafür aufgeräumte) Werkstatt getragen. Nach dem Öffnen inspizierte ich zunächst einmal den Inhalt. Die Beschlagund Zubehörteile waren übersichtlich in Tüten verpackt, die Holzplatten sauber gelasert, die Baubeschreibung in Hochglanz und in Farbe. Auffallend waren die geätzten Neusilber-Teile für den Kocher und das Rüttelsieb sowie für den Scheinwerfer. Eine gelaserte 10/2016

fah r m o d elle | J ü r g en B eh r en dt

Mahagoniplatte (für die Aufbauten) und ein Schiffständer rundeten den insgesamt sehr guten ersten Eindruck ab. Der konnte auch nicht durch eine schwergängige Schiffswelle getrübt werden, Ersatz wurde bereits zwei Tage später geliefert!

überblick über den Baukasteninhalt

Kiellegung Ein Vereinskollege hat Erfahrung im Bau von Rümpfen auf Spant. Er besuchte mich und gab mir wertvolle Tipps, so dass ich noch am Samstag mit dem Bau beginnen konnte. Das Herausdrücken der Kielleisten klappt hervorragend, wenn man zuvor die kleinen Stege mit einem Skalpell durchtrennt. Generell habe ich auch alle lasergeschnittenen Teile mit feinem Papier an den Kanten etwas abgeschliffen. Da der Kiel zweigeteilt ist, klebte ich zuerst die vordere Kielleiste mit wasserfestem Ponal zusammen und beschwerte sie mit großen Blei-Akkus. Die hintere Kielleiste war dabei sehr filigran und bestand aus insgesamt acht(!) Einzelteilen. Vom Dachboden holte ich mir eine ausrangierte (und absolut ebene) Schranktür, auf der ich die Depronhelling mit doppelseitigem dünnem Klebeband fixierte. Auf die gleiche Weise wie die Kielleisten schnitt und drückte ich am darauffolgenden Tag sämtliche Kielspanten und die Stringer-Leisten heraus und bearbeitete die Kanten mit Schleifpapier. Aufgesteckt auf die Depronhelling konnte man jetzt schon die Größe des doch sehr bauchigen Rumpfes erahnen. Um die beiden Kielleisten wie auf der Zeichnung in der Baubeschreibung zu verbinden, legte ich Klebeband unter und setzte die vorgesehenen Abstandhalter links und rechts sowie die Welle ein. Diese Konstruktion erwies sich als zu dick. Zur Abhilfe kopierte ich die Abstandhalter auf 0,5-mm-Furnier und verwendete die dünnere Version. Nun passte die Breite! Das Stevenrohr wurde eingelegt, alles fixiert und mit 2-Komponentenkleber vergossen. Nach dem Aushärten erfolgte die gleiche Prozedur von der anderen Seite. Jetzt war der Kiel komplett und das Stevenrohr gerade eingebaut. Die fertige Kielleiste steckte ich auf die Spanten und verklebte alles miteinander. Dabei habe ich keinen Weißleim, sondern dünnflüssigen Sekundenkleber verwendet, den ich in die Verbindungsstellen einsickern 10/2016

die gelaserten mahagoniteile für das ruderhaus passen perfekt 

damit sich nichts verzieht, wird das Spantengerüst mit gewichten in die depronhelling gedrückt

ließ. Sobald alles fest verbunden war, konnte ich mit den Stringerleisten fortfahren. Immer wechselseitig steckte ich diese auf die Spanten und vergoss sie ebenfalls mit Sekundenkleber. Die Passgenauigkeit der Teile ist hervorragend, aber man muss beim Aufstecken viel Kraft in den Fingern haben. Um keinen Verzug zu bekommen, habe ich während der Prozedur das Skelett mit Ballast beschwert. Parallel dazu begann der Bau des Ruderhauses. Zuvor habe ich, wie in der Bauanleitung angegeben, die Mahagoniplatte und die Teile für den Boden aus der anderen Platte sowie das Deck zweimal mit Porenfüller gestrichen und jeweils danach angeschliffen. Das funktioniert am besten wenn die Teile noch in den Platten stecken. Der Zusammenbau des Ruderhauses geht sehr leicht. Auch hier lohnt es sich, beim Aushärten des Klebers (Uhu hart) mit Gewichten zu arbeiten, damit kein Verzug entsteht. Die Wand der Steuerkonsole(Teil 68) war bei meinem Bausatz etwa 2 mm zu kurz. Ich stückelte einen Rest aus der Furnierplatte an und versteckte die Naht unter der Konsolenabdeckung. Das Steuerruder sollte vor dem Einbau der Wand angeschraubt werden, später kommt man

die Bodenplatten werden verklebt, viele Klammern sorgen für halt

nicht mehr so schön ran! Die Einstecklaschen werden mit Zierleisten aus der Mahagoniplatte verdeckt und auch das Dach bekommt eine schöne Auflage. Beim vorderen Niedergang (der Kapp) habe ich Gummibänder zur Fixierung verwendet, bis der Kleber hart war. Generell habe ich mich dazu entschieden, die Türen beweglich zu gestalten. Dazu liegen wunderschöne Messingscharniere bei, die in vorgeschnittene Spalten gesteckt werden. Anschließend wurden sowohl die Kapp, als auch das Ruderhaus innen mit mat13

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die mittelteile sind eingeklebt, der rumpf ist nun geschlossen

die abweiser werden vor dem lackieren verklebt. noch sind die hilfsspanten dran 

 das zusammengeklebte ruder wird eingepasst

Jetzt kommt farbe ins Spiel: Unterwasserschiff schwarz matt, überwasserschiff Karminrot matt, der Wasserpass fehlt hier noch

tem 2K-Klarlack gestrichen. Der Anblick des nackten Ruderhauses schreit förmlich danach, mit zugekauften Ausrüstungsgegenständen und Instrumenten den Stand ein wenig aufzupeppen. Schließlich kann man durch die geöffneten Türen oder die großen Fensterscheiben gut hineinsehen. Je nach Geschick und Zeitaufwand lassen sich die Instrumente auch noch beleuchten. Sehr gut: Das abnehmbare Dach bietet auch nach Fertigstellung die Möglichkeit eines Ausbaues an. Ich habe mich 14

jedoch erst einmal an die Vorgabe gehalten, den Bausatz „so wie er aus der Schachtel kommt“ zusammenzubauen.

Der große Moment Nun kam für mich der Moment der Wahrheit. Das Zusammenstecken des Rumpfskelettes war ja noch verhältnismäßig leicht, das Aufbringen der Rumpfverkleidung auf die mit Weißleim getränkten Spanten und Stringer erforderte aber schon etwas mehr Geschick und Mut. Am besten vorher

„trocken“ üben. Sehr schön funktionieren die Hilfsnasen unten am umgedrehten Rumpf, in die man die Seitenteile erst leicht einschiebt und dann Stück für Stück nach Bug und Heck einklipst. Sogenannte Hilfskanthölzer sichern die Seitenteile vor dem Herausrutschen nach oben, viele Klammern sorgen für gleichmäßigen Anpressdruck bis zum Aushärten. Waren beide Seitenteile verklebt, habe ich einen Tag verstreichen lassen und dann mit den Bodenplatten weitergemacht. Auch hier empfiehlt es sich, erst einmal trocken (ohne Leim) anzuprobieren und dann zu montieren. Hier braucht man im Gegensatz zu den Seitenteilen wieder mehr Kraft in den Fingern. Und unbedingt während der Trocknungsphase beschweren, damit kein Verzug entsteht! Die mittleren Seitenteile werden zuletzt angepasst und schließen den Rumpf. Hier muss man vor dem Verkleben unbedingt anpassen und nachschleifen. Dann mit Gefühl und vielen Klebestreifen die Mittelteile einsetzen und verkleben. Der Schiffständer besteht aus vier Teilen plus vier Ankern als Widerlager und ist nach der Behandlung mit Porenfüller rasch zusammengebaut. Zu Ausstellungszwecken ist er ausreichend, für den späteren Transport des Modelles jedoch etwas schwach dimensioniert. Momentan fungiert er erst einmal als Bauträger, denn der getrocknete Rumpf wird nun umgedreht und auf den Ständer gesetzt. Die Kanten der Rumpfteile habe ich vorher mit Klebeband versiegelt. Zur besseren Festigkeit habe ich den Rumpf innen mit Glasfasermatten und Laminierharz ausgekleidet. Außen wurde mit 1K-Epoxid-Harz (Eze Kote) zweimal gestrichen, dazwischen kurz angeschliffen. Während der Trocknung machte ich wieder mit dem Ruderhaus weiter. Damit man die Nasen der zusammengesteckten Platten des Fahrstandes nicht sieht, kommen Abdeckleisten darüber. Nach dem Verschleifen habe ich das Ruderhaus abgeklebt und zweimal mit mattem Klarlack gesprüht. Am Boden wurden nach dem Trocknen die „Füße“ zum Anschrauben auf dem Deck eingeklebt. Im April war an drei Wochenenden Baupause, weil ich auswärts unterwegs war, darunter auch die Messe in Wels 10/2016

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(siehe MW 6/2016), so dass ich mit dem Verspachteln und Schleifen des Rumpfes erst Ende April starten konnte. Ich muss niemandem erzählen, wie eintönig und anstrengend das ist. Aber nach der letzten Schicht Spritzspachtel war ich soweit, die Scheuerleisten abzulängen, nach Anleitung auf den Rumpf zu kleben und mit dem Anzeichnen des Wasserpasses den Rumpf zum Lackieren vorzubereiten.

Es wird bunt Entgegen der Anleitung habe ich den Rumpf vor dem Einbau der Fahrelektronik lackiert. Unterwasserschiff Schwarz, Überwasserschiff Karminrot, Wasserpass Weiß, alle Farben in matt. Ich habe auch hier 2K-AcrylIndustrielack verwendet und mit der Airbrushpistole aufgetragen. Das Ruder habe ich nicht vergessen und ebenfalls vor dem Farbauftrag mit Porenfüller, 1K-Epoxidharz und Spritzspachtel behandelt sowie schwarz lackiert. Nachdem alles gut durchgetrocknet war, drehte ich den Rumpf wieder um und stellte ihn auf den Ständer. Der nächste Schritt war für mich heikel, denn nun ging es an das „Herausbrechen“ der Stützspanten. Mit Unterstützung einer kleinen Japansäge ging dies jedoch problemlos. Die Bruchstellen wurden noch kurz angeschliffen, fertig! Jetzt noch ein Kontrollblick: Sind alle Spanten sauber verklebt? Wo muss ich noch nachbessern? Was mir jetzt erst auffiel: Der Stringer am Bug passte gar nicht! Entweder habe ich ihn nicht sauber verklebt oder er hat sich wieder von den Seiten gelöst. Langer Rede kurzer Sinn: Auch er wurde sanft „herausgebrochen“, nachgeschliffen und mit viel Fingerspitzengefühl und Kraft an seiner vorgesehenen Stelle im Bug neu eingebaut! Während der Trocknungsphase begann ich die Holzteile für die Fahrelektronik mit Porenfüller und Epoxidharz vorzubehandeln bzw. gleich zusammenzubauen. Auf den Motorspant schraubte ich zuerst den von aero-naut vorgesehenen Motor, passte aber auch einen alternativen, bei mir auf Lager liegenden, Langsamläufer an, um ggfs. einen Wechsel vornehmen zu können. Der empfohlene 650-er schien mir von Anfang an ein wenig zu viel Drehzahl zu haben und es soll ja kein Rennkutter werden. 10/2016

Technik an Bord Mit einer Kupplung versehen schraubte ich den Motor an den Spant an und klebte ihn provisorisch fest. Das Laufgeräusch klang leise genug, nun kam auch der Ruderkoker samt Ruder an die vorgesehene Stelle. Ich habe das Ruder unten mit einem Gegenlager versehen, welches in die Öffnung am Ende der Ruderhacke einrasten sollte. Stichwort Ruderhacke: Hier ist definitiv etwas schief gelaufen. Möglicherweise habe ich den Kiel falsch zusammengesetzt. Dann hätten aber die Bodenplatten nicht in die Nut einrasten können. Oder die Konstruktion stimmt hier nicht – bei mir waren auch keine Nut in der Mitte, sondern zwei kleine Aussparungen außen. Fakt ist: Die Ruderhacke ist zu kurz. Die Bauanleitung ist da lei-

der nicht sehr hilfreich, so dass ich selber eine Verlängerung konstruiert habe. Aus Resten der beiliegenden Holzplatten habe ich die Hacke um etwa 3 cm verlängert, ein Messingröhrchen als Widerlager eingesetzt und diese Konstruktion mit Harz gut getränkt. Die Ruderanlenkung habe ich nach Anleitung gebogen, ein Standardservo in der Halterung verbaut und diese im Rumpf eingepasst und eingeklebt. Den Servoweg habe ich noch etwas verringern müssen, ansonsten passte alles! Das eingebaute Querstromruder bekam nun ebenfalls seinen Motor und Regler (Thor 4) und wurde fest eingebaut. Die zwei Netzwinden wurden zusammengeschraubt in den zusammengebauten Halter eingesetzt. Der Einbau an der vorgesehenen Stelle wollte so nicht gelin-

die netzwinde an deck ist ein eigener Bausatz in Polystyrol

erste einbauten der technik, die akkus fehlen noch

die ganze technik auf einen Blick

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die hilfskanthölzer helfen beim anbringen der Bordabschlussleisten

Stellprobe der aufbauten, das deck ist hier bereits verklebt 

Stapellauf

Stellprobe einer figur (maßstab 1:25) vor dem ruderhaus...

gen. Denn der Halter ist unten und oben im Spant gelagert und der lässt sich nicht drücken. So musste ich oben die zwei Nasen entfernen und nach dem Einsetzen den Halter wieder sichern. „Auch nicht schlecht“, dachte ich mir, wenn man später für Reparaturen an die Winden noch mal ran muss. Als Stromquelle empfiehlt aero-naut einen 6-Volt-/ 7,2-AH-Blei-Akku, gibt aber in der Anleitung keinen Hinweis auf den korrekten Einbauplatz im Schiff; ich habe ihn daher nur provisorisch eingelegt. 16

Inzwischen geht der Mai ins Land. Nach einer Funktionsprüfung aller Komponenten konnte ich endlich feierlich den Stapellauf begehen: Der Kutter durfte zum Austrimmen ins Wasser. Ich habe mir dazu eine Auffangwanne(120x80x15  cm) aus GFK beschafft und diese bei mir im Heizungskeller aufgestellt. Wie vermutet lag der Kutter zunächst noch viel zu hoch im Wasser. Ich musste ordentlich Gewicht reinpacken, bis er endlich auf KWL getrimmt war. Auch meine zweite Vermutung bestätigte sich: Der schnelldrehende 650er-Bürstenmotor ist ein echter Schaumschläger und das Modell damit schlicht übermotorisiert. Zurück in der Werkstatt habe ich den Rennmotor gegen einen Langsamläufer getauscht. Dem sind jedoch die 6  Volt zu wenig. Kein Problem, ich musste sowieso Gewicht reinpacken, und habe mich daher für folgende Lösung entschieden: 5-poliger Langsamläufer als Motor (wird aktuell jetzt auch bei aero-naut unter dem Namen Race  720  Navy angeboten), gespeist von einem 12-Volt-5AH-Blei-Akku, der gut zugänglich im Vorschiff sitzt. Im Heckbereich, unter dem Ruder-

haus habe ich aus Gewichtsgründen einen zweiten 6-Volt-4AH-Blei-Akku verbaut. Der versorgt nun das Querstromruder, welches mit der niederen Spannung wesentlich besser (feinfühliger) läuft. Für beide Akkus habe ich einen Halter aus den Resten des HolzBausatzes zusammengesetzt, vor dem Einbau wurde jeweils unter dem Halter noch Bleischrot mit Epoxidharz eingegossen. Tief unten im Rumpf trägt es zur Stabilität bei. So ausgerüstet verdrängt das Modell jetzt etwas über 6 kg. Ich habe vor, auch die Jule mit Sonderfunktionen auszustatten. Im Gegensatz zu den zusätzlichen Details an Deck müssen diese Komponenten vor dem Schließen des Decks eingebaut werden. Das ist aber die einzige Abweichung beim Erstellen des Bausatzes. Für ein passendes Kuttertuckern sorgt ein (preisgünstiges) Soundmodul von GB Modellbau, ein Nebelhorn-Modul hatte ich noch auf Lager liegen. Jedes Modul steuert einen eigenen Lautsprecher an, somit kann ich auch hier wieder etwas Blei einsparen. Und auch die Beleuchtung des Modells soll nicht zu kurz kommen, dazu später mehr. Ein erneuter Trimmversuch stellte mich zufrieden. Sowohl mit den Motorleistungen als auch mit der Gewichtsbilanz insgesamt bin ich jetzt dort, wo ich hinwollte. Der nächste Schritt war unser Vereinsweiher, wo ich eine ausgiebige Testfahrt durchführte.

Werftprobefahrt Der Kutter liegt satt im Wasser, reagiert gut auf Lenkbewegungen und ist dank Querstromruder extrem wendig. Der Sound passt zur Optik und mein prüfender Blick in den Innenraum nach einer halben Stunde Fahrzeit bestätigte: Alles trocken! Der Motor ist nicht mal handwarm und hat ein ansprechendes Anlaufverhalten. Jetzt konnte ich das Deck schließen. Zuvor jedoch habe ich laut Anleitung noch die Decksunterzüge und die Auflage für den Deckel eingebaut. Sehr gut zu finden sind die Decksunterzüge, wenn man in der Stückliste nachschaut. Vor der Verwendung habe ich sie einfach beschriftet. Auch habe ich mich dazu entschlossen, die Bordwände innen vor dem Deckseinbau weiß zu lackieren. Nach dem Trocknen habe ich das Deck noch einmal angepasst und schließlich mit 10/2016

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Holzleim verklebt. Dabei habe ich wieder die Hilfskanthölzer aus dem Rumpfbau verwendet, um gleichmäßig Druck auf den Rand (speziell vor den Speigatten) auszuüben. Die Trocknungszeit nutzte ich gleich wieder für weitere Bauteile: Bordwandabschluss und Sortierkisten wurden mit Porenfüller getränkt, zusammengebaut und lackiert. Die Abschlussleisten für die Bordwand habe ich anschließend mit Holzleim bzw. Sekundenkleber bei den Abweisern aufgeklebt und auch hier gleichmäßig angedrückt. Wie die Bordwandinnenseite wurden diese Leisten ebenfalls weiß lackiert. Als weitere Ausrüstungsdetails baute ich die Poller zusammen, lackierte diese in schwarz und klebte sie an die dafür vorgesehenen Plätze. Der Deckel für den Abschluss des Innenraums bekam einen Rahmen, bestehend aus den herausgebrochenen Spanten 5 bis 7 und Verbindungsleisten. Doch dieses Gebilde wollte nicht zusammenpassen. Schuld waren verkehrte bzw. nicht vorhandene Spanten. Hier musste ich improvisieren. Ich bin sicher, dass aero-naut den Fehler bereits abgeändert hat. Nachdem der Rahmen getrocknet war, schraubte ich zuerst lt. Anleitung das Ruderhaus auf den Deckel und dann den Deckel auf den mit Holzleim getränkten Rahmen. Stopp! Auch hier steckt ein Teufel im Detail: Mit den hinteren Schraubenköpfen vom Ruderhaus sitzt der Deckel nicht mehr satt auf. Kleine nachträglich eingesägte Öffnungen ermöglichen dies. Nun sitzt der Deckel fest geschraubt auf dem Deck und der Holzleim kann abbinden. Ein Tipp: Diese kleinen Schlitzschrauben haben ein kurzes „Verfallsdatum“ (Abnutzung durch Schraubendreher); ich habe sie gegen Kreuzschlitzschrauben mit größeren Köpfen getauscht.

da alle Teile in der richtigen Reihenfolge auf die Masten geschoben und verklebt werden. Ein wenig verzweifelt bin ich bei den Maßangaben beim hinteren Mast. Hier war nichts stimmig. Ich habe mir daher das Kartonbild als Vorlage genommen und die Höhe der einzelnen Plattformen und die des achteren Baumes nach Augenmaß verbaut. Ein späteres Telefonat mit aero-naut gab mir recht: Der Fehler mit den falschen Höhenangaben ist bereits bekannt. Ein Blatt mit den korrekten Maßen kann man sich auf der Homepage von aeronaut downloaden. Aktuelle Baukästen bekommen es automatisch beigelegt. Knackpunkt beim vorderen Mast war die Aufnahme der Ausleger. So schön wie die Gussteile aussehen, so wenig passgenau sind sie. Damit die Tragrin-

ge fest am Mast sitzen, habe ich Stücke von der Schablone mit den Neusilberteilen eingefügt. Leider waren auch die beiliegenden Schrauben für die Befestigung der Mastringe zu kurz, ich habe mir längere beschafft. Beim Aufbiegen eines zusammengedrückten Gabelkopfes ist mir dann auch noch einer gebrochen. Gußteile kann man halt schlecht biegen. Ersatz kam aber postwendend! Die Masten wurden vor dem Aufstellen mit Litzen bestückt. Die Plusleitung wurde dabei im Mast geführt, die Minusleitung ist der Mast selbst (für die spätere Stromversorgung der Lampen und des Radars) und nach dem Aufstellen mit einem Farbgemisch aus gelb und ocker lackiert. Verwendet wurden matte Revell-Farben, Mischungsverhältnis 1:1.

die zusammengebauten masten bekommen Ihren Platz an deck

Ab in die Höhe Mit den Masten ging es anschließend hoch hinaus. Ich habe mir vor dem Zusammenbau alle Teile nach Stückliste sorgfältig zusammengesucht und mir als Hilfe auch das Kartondeckblatt danebengelegt. Wenn man die beiden Alumasten in die Öffnungen im Deck steckt, sieht man auch gleich, wo welche Plattformen und welche Halter sitzen. Das Ganze kostet zwar Zeit, ist aber unerlässlich für den Zusammenbau, 10/2016

V.l.n.r: rüttelsieb, Waschmaschine und Krabbenkocher

das zusammengelötete rüttelsieb samt Zahnriemenantrieb

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die fangnetze werden nach dem Zusammmennähen umgedreht

alles ist nun an seinem Platz, der deckel wird mit den beiliegenden Schrauben verschlossen

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Details am Ruderhaus

…und n`Deck

Rund um das Ruderhaus waren noch Details anzubringen: Schlösser, Rettungsring mit Halter, Haltebügel, Dach mit Seematz-Scheinwerfer(Bausatz aus Neusilber), Rettungsinsel und Positionslampen, Namensschild, Trittroste usw. Mit dem Einsetzen der Glasscheiben am Ruderhaus gingen auch diese Arbeiten dem Ende entgegen. Eine Scheibe fehlte in der Schablone (die für die Innentür), ich habe sie aus den Resten der Schablone selbst geschnitten (18mm×20 mm). Das Dach habe ich weiß lackiert. Es wird nur aufgesetzt und mit einem Tragbügel, der nach Vorlage gebogen und gelötet wird, festgehalten.

Hier liegen Bausätze in Neusilber für das Rüttelsieb, die Waschvorrichtung sowie einen Kocher in der Schachtel, deren Passgenauigkeit hervorragend ist. Der Zusammenbau machte richtig Spaß, teils habe ich gelötet, teils geklebt. Die Füße der „Waschmaschine“ musste ich selbst anfertigen (aus Resten der Neusilber-Schablone). Die Edelstahloptik der Krabben-Verarbeitungsgeräte habe ich so belassen, nur den Kocher habe ich lackiert, da er auch aus Kunststoff- und Holzteilen besteht. Die beiliegenden Netze sind bereits zugeschnitten, ich habe sie von einer Schneiderin am Ort zusammennähen lassen. Sie hat auf meinen Wunsch hin

einen Saum oben und unten eingenäht, damit ich dort jeweils eine Leine als Verstärkung einziehen kann. Das ist notwendig, wenn man die Netze auch mal ins Wasser absenken will. Bei den Gussteilen lagen auch 22 Rollen für die Fangnetze dabei, die noch etwas Nacharbeit benötigten. Beim Aufbohren der Löcher für die (selbstgebogenen) Ösen hat sich dann doch der eine oder andere Bohrer frühzeitig verabschiedet und ist abgebrochen. Murphys Law sorgt dafür, dass natürlich seine Spitze praktischerweise im Loch stecken bleibt! Die gebogenen Ösen mit den aufgesteckten Netzrollen habe ich dann links und rechts an den Kurrbäumen befestigt. Unten hängte ich zwölf viergliedrige Ketten an jede zweite Öse, die dann ans Netz angebunden wurden. Oben habe ich das Netz mit einem feinen weißen Draht direkt an den Kurrbaum gebunden. Damit war die Fertigung der Netze abgeschlossen. Die Verkabelung der Lampen war noch einmal etwas fummelig. Für die Ansteuerung habe ich das bereits in der MODELLWERFT (Ausgabe 06/2016, Seite 54) vorgestellte Schaltmodul von Neuhaus vorgesehen, hier lassen sich die unterschiedlichen Fahrzustände mit Hilfe der geschalteten Lampen darstellen. Doch das soll erst in einem zweiten Schritt erfolgen. Mein Auftrag war, das Modell so zu bauen, wie es „aus der Schachtel kommt“. Dieser Bericht beschreibt also den Bau des serienmäßigen Modells. Parallel meldete ich alle Unstimmigkeiten an aero-naut. Für meine individuellen Ergänzungen wie Licht und Sound sowie zusätzliche Ausrüstung habe ich zunächst nur Vorbereitungen getroffen.

Finale Für die Seilführung zum Auslegen der Netze musste ich noch vier Löcher bohren. Die Seile werden dann mit Messinghülsen durch den Deckel direkt unter dem Gestell der Netzwinde geführt. Die beiliegende Netzwinde (Bausatz aus Kunststoff ) ist dabei nur eine Attrappe. Das finde ich persönlich schade, denn mit etwas Geschick lässt sich diese auch funktionsfähig gestalten. So hängen die Seile für die Netze immer am Deckel und sind beim Abnehmen des Aufbaus störend im Weg. Das Aufhängen der Netze und die Abstimmung zum Auslegen erfordert 10/2016

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etwas Zeit und geht nicht ohne mehrfaches Ausprobieren.Nun kommen auch die fertigen Baugruppen wie Kocher, Rüttelsieb oder Waschmaschine aufs Deck. Mit der Takelage und der beiliegenden Fahne ist das Bauende in Sicht! Endlich!

Jungfernfahrt Beide Akkus voll aufgeladen, zuhause noch einmal sauber nachgetrimmt, ging es am letzten Sonntag im Juli ans Fahrgewässer. Ich hatte nur eine kurze Zeitspanne zwischen zwei Regenschauern, doch die genügte für erste Fahreindrücke mit der fertigen Baukastenversion. Der Motor wurde in der kurzen Fahrzeit nicht mal handwarm und überzeugte durch ein sanftes Anlaufverhalten. Durch den relativ hohen Rumpf ist die Jule auch für Rauhwasserfahrten geeignet, die großen Speigatten und das gebogene Deck lassen über Bord gekommenes Wasser sofort wieder ablaufen. Wie zuvor bei der Werftprobefahrt macht das Drehen mit dem Querstromruder richtig Spaß, das Modell liegt satt im Wasser ohne groß zu schaukeln und auch die bis jetzt an Bord verbauten Details wirken. Einzig die Netze hab ich noch nicht ausgelegt, obwohl alles dafür installiert ist. Ein paar Kleinigkeiten sind mir beim Fahren noch aufgefallen: Die Netze sind relativ schwer und ziehen die Ausleger nach oben. Bis zum Folgebericht werde ich hoffentlich auch dafür eine Lösung anbieten können.

Fazit Mit dem Bausatz der Jule hat aeronaut einen Volltreffer gelandet. Die Jule reiht sich größenmäßig zwischen einer Tön 96 von Graupner und einer Sirius von Krick ein. Mit einem Gewicht von über 6 kg ist sie alles andere als ein Leichtgewicht, liegt daher satt im Wasser. Die Optik überzeugt sowohl am Stand als auch beim Fahren, Detailverliebte werden in der Jule noch Potential zum weiteren Ausbau finden. Natürlich sind die Fangnetze noch viel zu weiß, und Geisterschiffe mag ich auch nicht…! Aber allein mit den „Zutaten“ aus dem Baukasten lässt sich bereits ein sehr ansprechendes Modell bauen. Die anfängliche „Angst“ vor dem Bau des Rumpfes auf Spanten erwies sich als völlig unbegründet. Mit der Depronhelling hat aero-naut ein 10/2016

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Zum Bau benötigtes Material (Farben und Klebstoffe) Holzleim (Ponal), Sekundenkleber, Uhu hart, Glaskleber, 2-Komponentenkleber (5-Minuten Epoxid), Porenfüller (GLU), 1K-Epoxidharz (Eze Kote), Farben 2K Acryl (Klarlack, Karminrot, Schwarz, Weiß/ alle matt ), Revell Kunstharzfarben (Ocker, Gelb, Silber, Eisen), Abklebebänder Tesa.

Verbaute Technik (nicht im Bausatz enthalten) Motor Race 720 Navy/ aero-naut, Regler robbe Rokraft 100, Standardservo, 8-Kanalempfänger, zwei Segelwinden, Querstromruder (Raboesch), Soundmodul Kuttergeräusch (GB Modellbau), Nebelhorn(robbe), zwei Lautsprecher (Visaton), Regler für Querstromruder (Thor 4/ GB-Modellbau), Blei Akku 12 Volt/5 AH (Panasonic), Blei Akku 6 Volt/4 AH (Pollin), Schaltbaustein Radar und Horn (GB Modellbau).

Gewichtsbilanz Rumpf (laminiert, gespachtelt und lackiert)

450 g

Antriebstechnik und Elektrik

1.350 g

Akku 12 Volt

1.800 g

Akku 6 Volt

700 g

Ballast

700 g

Aufbauten und Ausrüstung

1.100 g

Gesamt

6.100 g

erstklassiges Hilfsmittel beigelegt. Der Rumpf ist voluminös und erlaubt den Einbau zahlreicher Sonderfunktionen. Der Grundbausatz ist komplett, die Bauteile bis auf wenige Ausnahmen (Gussteile) von hervorragender Qualität, die Baubeschreibung gut. An einigen Stellen fehlten mir jedoch ein wichtiges Bild (Stichwort Ruderhacke) oder konkrete Hinweise zum Einbau von Komponenten (Stichwort Antriebsakku). Bei meinem Bausatz haben auch ein paar Teile gefehlt (z. B. Befestigungsschrauben Halter für Ausleger / Teil 125), dafür lagen drei Einschlagmuttern (Stückliste Teil 125.1) dabei, die jetzt in meine Kramkiste wandern. Alle angesprochenen Unstimmigkeiten wurden inzwischen entweder von aeronaut behoben oder sind mit einfachen Mitteln selbst zu korrigieren. Die Bauzeit mit 150 Stunden (21. Februar bis

31. Juli) bleibt überschaubar. Die Jule ist gut für fortgeschrittene Modellbauer geeignet, die schon etwas Erfahrungen im Bau von Schiffen haben. Anfänger sollten sich einen erfahrenen Kollegen an die Seite holen. Mir hat der Bau richtig Spaß gemacht, ich kann sie daher uneingeschränkt weiterempfehlen! Was ich aus meiner Jule noch gemacht habe, können Sie in einem weiteren späteren Bericht hier in der MODELLWERFT nachlesen. Besonderer Dank geht anan: Fritz Moser/ Weiden für seine Einstiegshilfe beim Bau und Rudergänger bei den Fahrfotos am Vereinsweiher. UVP Bausatz Jule: 289,- Euro Bezug Fachhandel Info www.aeronaut.de, Tel.: 07121 4330880

Technische Daten

20

Maßstab

1:25

Länge

800 mm

Breite

251 mm

10/2016

Modellbau-Bibliothek Typenkompasse Schifffahrt & U-Boote

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Typenkompass

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Atom-U-Boote

Atom-U-Boote

USA, England und Frankreich Ingo Bauernfeind Als die USA 1955 mit der atomgetriebenen »Nautilus« das Atom-U-Boot-Zeitalter einläuteten, waren alle Nachteile des Dieselantriebs mit einem Schlag beendet und die großen U-BootFlotten weltweit mussten nachziehen. Ingo Bauernfeind schildert in diesem Typenkompass die Entwicklung der Atom-U-Boote der Nato-Staaten. 112 Seiten, 205 x 140 mm, 44 sw-Abbildungen, 95 Farbabbildungen Best.-Nr.: 610 8326 Preis: 12,00 €

UdSSR und Russland Ingo Bauernfeind stellt in diesem Typenkompass alle atomgetriebenen U-Boote der Sowjetunion und Russlands vor, die diese in der Spanne nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute entwickelt haben. 112 Seiten, 205 x 140 mm, 73 sw-Abbildungen, 44 Farbabbildungen Best.-Nr.: 610 8324 Preis: 12,00 €

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Ausschlaggebende Gewichtsersparnis

Rolls-Royce-Contaz Thruster mit gegenläufigen Props Für meine im Bau befindliche HADAG-Fähre Tollerort im Jägermeister-Design (Bild 1) brauchte ich noch zwei ganz spezielle Antriebe. Ganz am Anfang der Bauphase hatte ich sie nur mit einem einfachen Antrieb mit nur einem Prop gebaut, zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die HADAG-Fähren – im Volksmund auch Bügeleisen genannt – spezielle Antriebe haben. Nach einigen Recherchen wusste ich, wie diese Antriebe auszusehen hatten und von nun an war ich von der Idee besessen, solch einen Antrieb nachzubauen.

Nach einigen Versuchen hatte ich eine aus Messing gebaute Version fertig, die auch recht ordentlich lief. Nur kam bei einer Probefahrt die Erkenntnis, dass die Fähre hinten zu schwer war und abspecken musste. Im ersten Moment fielen mir die Antriebe ein, da konnte ich ordentlich Gewicht sparen. Da jetzt die Messing-Version 325  g pro Stück wog, entschloss ich mich, die Antriebe noch einmal neu zu bauen und jetzt zumindest das Außengehäuse aus Kunststoff. Bei dem Kunststoff für das Gehäuse entschied ich mich für PVC-Vollmaterial, welches ich mit der Drehbank gut bearbeiten konnte.

Neuauflage Aber als Erstes stand das Zerlegen der alten Antriebe auf dem Programm, 22

alle Teile wurden gereinigt und vom Fett befreit (Bild 2), dann fing ich mit dem Unterteil dort an, wo die Kegelräder und die Wellen hinein sollten. Es musste soweit ausgebohrt werden, dass ein Nadellager mit 15  mm Außendurchmesser hinein passte (Bild 3). Dieses Nadellager soll später die Messingwelle mit Zahnrad-Aufnahme halten und führen. Die Messing-Welle habe ich so gedreht, dass auf der einen Seite ein M6-Gewinde sitzt und sich das Ganze dann verdickt, so dass auf der dickeren Seite nachher ein Kegelzahnrad eingesetzt werden kann. Diese Messing-Aufnahme wurde dann komplett mit einer 4-mm-Bohrung für die zweite Welle versehen. Im Inneren der Messingaufnahme wurde noch eine Bohrung für jeweils einen Wellen10/2016

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dichtring und ein Kugellager gemacht (Bild 4). Dadurch, dass sich im Kegelrad seitlich ein Bohrung mit Gewinde befand – um es ursprünglich auf einer Achse zu befestigen –, nutzte ich diese auch zum Befestigen. Ich drehte eine längere M3-Madenschraube hinein, so dass diese komplett verschwand und bündig mit dem Rand des Kegelrades war. Jetzt setzte ich das Kegelrad in die Messingaufnahme, in die ich ganz am Anfang schon ein passendes Loch so groß wie das Zahnrad gebohrt hatte. Jetzt konnte ich die Madenschraube durch ein seitlich gebohrtes Loch in der Messingaufnahme wieder heraus drehen, so dass diese gesichert ist (Bild 5). Es ist ratsam, das Gewinde der Madenschraube mit Schraubensicherungslack einzupinseln, sonst könnte es später eine böse Überraschung geben – das gilt im Prinzip für alle innen verbauten Schrauben. Als Nächstes habe ich am Gehäuseunterteil durch die bereits vorhandene 15-mm-Bohrung noch mal eine Bohrung für einen Wellendichtring gemacht und diesen dann eingesetzt. Durch diesen 6-mm-Dichtring war nun auch die Messingwelle abgedichtet (Bild 6). Ich legte mir die einzelnen Teile so hin, wie sie zusammengebaut werden sollten (Bild 7). Dann war der hintere Verschlussdeckel dran, nachdem ich ihn so abgedreht hatte, dass ein gutes Stück noch in das Gehäuseunterteil geschoben werden konnte, versah ich dieses noch mit eine Nut für einen O-Ring zum Abdichten und der Bohrung für die 4-mm-Achse bzw. machte ich die Bohrung so groß, dass ein Kugellager hinein passte und die 4-mmWelle führen konnte (Bild 8). Jetzt wurden die acht Löcher zum Befestigen hineingebohrt, sie sind für 1,6-mmNirosta-Schrauben gebohrt worden. Am hinteren Ende wurden die Löcher aufgebohrt, so dass die Schraubenköpfe versenkt werden konnten (Bild 9).

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Feinarbeit Jetzt wurde der Deckel noch mal in die Drehbank eingespannt und am Ende abgerundet, durch die Abrundung waren nun die Verschlussschrauben schön zu sehen und verschwanden doch im Deckel (Bild 10). Nun kam der etwas schwierigere Teil, ich musste im Gehäuseunterteil ein senkrechtes Stück Rohr einkleben. Da es sie nicht in den 10/2016

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benötigten Maßen gibt, habe ich keine T-Stücke verwendet. Es ergab sich also die Frage, wie ich das auf Dauer wasserdicht zusammengebaut bekomme, denn Wasser in den Antrieben konnte ich nicht brauchen. Bei Messing war das alles ganz einfach – zusammenlöten und gut. Aber auch für PVC-Material gibt es hervorragende Kleber. Da ich in meinem Job auch öfters mit PVC-Rohren zu tun hatte, die unter Belastung von 10 bar einiges aushalten müssen – und das auch teilweise stoßweise – kam da nur ein Kleber in Frage: Tangit-Kleber für PVC von der Firma Henkel. Da jetzt das Verbindungsproblem gelöst war, habe ich mir genau ausgemessen, wo ich die Bohrung für das senkrechte Rohr machen musste (Bild 11). Damit ich ja auch bei einem eventuellen Defekt den Antrieb wieder zerlegen kann, um alle Kegelzahnräder heraus zu bekommen, musste das senkrechte Rohr abnehmbar sein. Nachdem ich nun die Bohrung gemacht hatte, setzte ich ein Rohr hinein, welches quasi als Muffe dienen soll. Dabei war mir nur wichtig, dass ich das Kegelrad da hindurch bekam und dass alles dicht ist. Deshalb habe ich das Rohr soweit ausgebohrt, dass jedoch noch genügend Wandstärke da war, um dort nachher ein Gewinde reinschneiden zu können, so dass ich das Rohr, welches hier hinein kommt, gut mit Madenschrauben befestigen konnte und auch wieder entfernen konnte. Nachdem meine Muffe nun angepasst war, ging es ans Einkleben. Beide Teile wurden noch mal mit Schleifpapier angerauht und dann mit dem Tangit-Reiniger eingepinselt. Nachdem nun der Reiniger verflogen war, habe ich auf beide Bauteile den Kleber aufgetragen. Wenn die Teile erst einmal zusammengesteckt sind, bleibt nicht viel Zeit zum Korrigieren. Zusammengesteckt und mit einem Winkelmesser den genauen Winkel nach oben überprüft, habe ich das senkrechte Rohr auch schon eingesteckt (Bild 12). Nach kurzer Zeit zog der Kleber auch schon an und ein Korrigieren war jetzt nicht mehr möglich. Das ist der einzige Nachteil bei diesem Klebstoff (Bild 13). Ich hatte die Muffe soweit reingesteckt, dass sie bis in Gehäuseunterteil führte (Bild 14). Jetzt war zwar der Weg für das Nadellager wieder versperrt, aber damit 10/2016

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hatte ich gerechnet und das war auch so gewollt. Dann habe ich die beiden Teile erst einmal 24 Stunden trocknen lassen. Am nächsten Tag fing ich an, das überschüssige Material, welches nun im Gehäuseunterteil ragte, mit einem Fräser wegzufräsen. Nachdem das Gröbste weg war, entfernte ich den Rest mit Schleifpapier. Da ich keinen Finger hatte, der dort hinein passte, drehte ich das Schleifpapier um einen Bohrer, der etwas kleiner war. So konnte ich das Ganze schön ausschleifen, bis das Nadellager wieder hindurch passte.

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Die richtige Länge Mit dem Stück PVC-Rohr, das in die Muffe kommt, ging es weiter. Damit es in die eingeklebte Muffe passt, hatte ich es ja schon abgedreht. Es war so lang, dass ich auch hier eine Nut reindrehen konnte, damit ich in diese einen ORing einsetzten konnte (Bild 15). Da ich jetzt wusste, wo der O-Ring sitzt, konnte ich an der eingeklebten Muffe, die eine Trocknungszeit von 24 Stunden hinter sich hatte, die Bohrungen für die Befestigungsschrauben bohren und ein M3-Gewinde reinschneiden (Bild 16). Da ja in dem senkrechten Rohr auch die Antriebsachse verläuft, die von den oben im Rumpf sitzenden Motoren angetrieben wird, habe ich dort auch ein Kugellager eingesetzt, das untere Ende konnte ich soweit in das Gehäuseunterteil stecken. Jetzt musste ich noch Platz für das Kegelzahnrad, das auf der von oben kommenden Achse sitzt, schaffen (Bild 17). Im nächsten Schritt habe ich die acht Bohrungen für den hinteren Verschlussdeckel auf das Gehäuse übertragen. Um einen einhundertprozentigen Sitz zu haben, baute ich die beiden Wellen mit Zahnrädern sowie Lager in das Gehäuseunterteil und steckte dann den Deckel darauf, um die Bohrungen zu übertragen. Jetzt wurden alle Bohrungen mit M1,6-Gewinde versehen (Bild 18), nun konnte ich den Deckel hineinstecken und festschrauben. Die Ruderlenkachse, die ja nun in die eingeklebte Muffe passte, musste jetzt noch nach oben hin abgedreht werden, damit es durch das Ruderkoker passte. Da ich im Rumpf dafür 15  mm Kupferrohr eingesetzt habe, wurde es auf das Innenmaß von 13 mm abgedreht. Auch das obere Ende wurde noch mal verjüngt, 10/2016

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damit ich eine Aufnahme für ein Zahnriemenrad habe, welche nachher die Rudersteuerung übernimmt (Bild 19). Auch oben wurde für die Antriebsachse ein Kugellager eingesetzt (Bild 20). Da dieser Antrieb unter dem Gehäuseunterteil noch – ich nenne sie mal – Ruderblätter hat, die wohl die Steuerung unterstützen sollen, mussten diese auch wieder von den alten Antrieben übernommen werden. Hierfür habe ich eine 2-mm-Nut gefräst, um sie dann mit Loctite einzukleben (Bild 21).

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Abschluss Jetzt wurde das Ganze wieder zerlegt und fürs Lackieren vorbereitet, jedoch wurde vorher alles noch mal kontrolliert, hier und da nachbearbeitet, bei dem ein oder anderen Zahnradspiel mussten dann diverse U-Scheiben in unterschiedlichen Stärken für den passenden Spielraum sorgen. Nachdem alles in Ordnung war, wurde der Antrieb zusammengesetzt und dann mit Kunststoff-Haftgrund übersprüht. Nach dem Trocknen kam Schwarzmatt auf das Ganze. Jetzt wurden alle Schrauben, die von außen sichtbar hineingeschraubt waren, durch NirostaSchrauben ausgetauscht (Bild 22). Danach konnten die Antriebe mit Fett gefüllt, zusammengebaut und mittels Akkuschrauber als Antriebsmotor zum Testlauf gebracht werden. Zum Schluss wurden die Props wieder angebracht und alles konnte wieder eingebaut werden (Bild 23 u. Bild 24). Auch im Inneren konnten jetzt die Zahnriemen für Antrieb und Rudersteuerung wieder ihren Platz einnehmen (Bild 25). Das Ergebnis dieser ganzen Umbauerei war nun eine Gewichtsersparnis von 200 g pro Antrieb. Wenige Tage darauf wurde der neue Antrieb im Wasser getestet – und siehe da, meine Rechnung ging auf und meine Fähre lag auch am Heck wie von mir gewünscht im Wasser.

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Savoir Vivre

Fêtes Maritimes Internationales Brest 2016

Der Jahresurlaub sollte 2016 wieder einmal in die Bretagne gehen. Bei der Terminwahl sind wir frei und nicht mehr auf die Schulferien angewiesen. So ergab sich die Gelegenheit, die alle vier Jahre stattfindende Veranstaltung in Brest zu besuchen.

Der komplette Hafen wird weitgehend für die Veranstaltung genutzt. Der Hafen von Brest ist hauptsächlich Militärhafen, dessen größter Teil Sperrgebiet ist – so auch der Fluss Penfeld, der in Brest in den Atlantik fließt. Er ist nur 16 km lang und fließt durch das Arsenal und am Schloss (der alten Festung) vorbei. Da mit einem großen Publikumsandrang zu rechnen war, wollten wir uns den Stress der Parkplatzsuche in Hafennähe sparen und haben beschlossen die zwei Jahre alte „Tram“ zu nutzen. An den Endhaltestellen gibt es Park & Ride-Plätze. Die Entscheidung hat sich als sehr gut erwiesen. Ohne Umsteigen konnten wir bis direkt zum „Chateau“ am Hafen fahren. Nach einem kurzen Fußweg wurden wir schon am Eingang von einem herrlichen Hafenpanorama empfangen. 30

Höhepunkte ohne Ende Ich möchte hier die wichtigsten Highlights vorstellen. Zum Ersten die Hermione, eine Replik der Fregatte aus dem Jahre 1780, mit der Marquis de La Fayette nach Boston zurückkehrte, um die amerikanischen Kolonisten in Ihrem Unabhängigkeitskampf zu unterstützen. Sie wurde 2014 fertiggestellt und stach 2015 zu ihrer 1. Reise nach Amerika in See. Sie hat eine Länge von 66 m, eine Breite von 11,50 m und ein Leergewicht von 1.170 t. Die Segelfläche von 1.500 m² verteilt sich auf drei Masten. Die Rekonstruktion wurde 1997 begonnen und nach Plänen des britischen Marinemuseums und Resten des erhaltenen Schwesterschiffes La Concorde durchgeführt. Die Originalpläne wurden aus Sicherheitsgründen nach dem Bau verbrannt. Zwei weitere Nachbauten sind die Le Renard und die Recouvrance. Die Renard – frz. Der Fuchs ist der letzte Korsarenkutter auf dem Robert Surcouf seine Kaperfahrten unternahm. Das Schiff ist in Saint–Malo beheimatet. Surcouf stammte aus Saint Malo und vermehrte dort seine Reichtum, den er als Kaperkapitän erworben hatte. Der Kutter hat eine Länge von 29 m und eine Breite von 6 m.

Die Recouvrance ist der Nachbau eines Topsegelschoners. Es wurden fünf Schiffe dieser Art gebaut, die als Kurierschiffe der französischen Marine dienten. Sie hat eine Länge von 42 m und eine Breite von 6,4 m. Die maximale Segelfläche beträgt 430  m³, die Verdrängung 150 t. Wenn mal die Linien des Schiffes und die Stellung der beiden Masten betrachtet, kann man die Geschwindigkeit die diese Schiffe leisten konnten erahnen. Auch der moderne Teil der Segelwelt war zu sehen. Ein besondere Präsentation galt den Trimaranen. Einer der ganz modernen ist die L’Actual Ultim, Länge 31 m, Breite 16,5 m, Segelfläche bis zu 500 m². Aktuell ist Arved Fuchs von seiner aktuellen Expedition zurück und hat in Brest Station gemacht. Ich wurde durch den charakteristischen Ausguck am Mast auf das Schiff aufmerksam. Bei der Dagmar Aaen handelt es sich um einen umgebauten Haikutter. Das Schiff hat eine Länge von 24  m und eine Breite von 4,80  m, die Segelfläche beträgt 220  m². Der Rumpf ist mit 6-mm-Spezialaluminium stark beschichtet. Der Kiel ist zum Teil mit bis zu 3  cm Stahl verkleidet. Sie ist das einzige Segelschiff, das sowohl die Nordost- als auch die Nordwestpassage durchquert hat. 10/2016

R ep o R tag e | M . K aiseR- ple t s ch eR

Die L’Hermione war ein wahrer publikumsmagnet

Die Abeille Bourbon zog viele Blicke auf sich

Auch die Größe und die Linien der Abeille Bourbon machen neugierig. Sieht man das Schiff von vorne, glaubt man, man steht vor einer Luxusjacht, einzig der Blick auf das Heck macht deutlich, dass es sich hier um ein Arbeitsschiff handelt. Ein paar Daten: Länge 80 m, Breite 16,5 m, Maschinenleistung 16.000  kW oder 21.754  PS auf zwei Verstellpropeller mit 4,5  m Durchmesser in Kortdüsen, Pfahlzug 200  t, zwei Schlepptrossen mit 80 mm Durchmesser und einer Länge von 1.600  m. Die Belastbarkeit liegt bei 560 t. Mit einer Geschwindigkeit von über 25 kn ist die Abeille Bourbon ein sehr schnelles Schiff, das vor der bretonischen Küste patrouilliert und im Notfall schnell eingreifen kann. Baugleich ist die Abeille Liberté, die in Cherbourg stationiert ist. Ein ganz besonderes Thema war in Brest natürlich auch die große Gruppe der Hummer-, Sardinen- und Thunfischfänger. Die Biche ist ein Thonier (Thunfischfänger) aus Groix bei Lorient, 1933 gebaut, Länge 33  m und Breite 6,30  m. Das Schiff wird für Touristenfahrten eingesetzt. Viele dieser Traditionsschiffe waren während der Veranstaltung für Publikumsfahrten eingesetzt. Natürlich waren auch Groß10/2016

Le Renard und Belem

segler aus aller Welt anwesend und besonders stark von Besuchern umlagert. Ein Anziehungspunkt für Kinder war das Wasserbecken, in dem Segelbootmodelle ohne Fernsteuerung frei fahrend bewegt werden konnten und die Klettermasten an denen die Kinder das Aufentern ausprobieren konnten.

Fazit Es hat sich auf alle Fälle gelohnt, diese Veranstaltung zu besuchen. Wer Spaß an allem Maritimen hat, kommt hier auf seine Kosten. Die Organisation war vorbildlich, wenn auch einige Besichtigungen sehr viel Wartezeit mit sich brachten und Bootsausflüge nur mit Vorbuchung möglich war. Ein besonderes Highlight ist der Abschluss der Veranstaltung. Dieser ist gleichzeitig der Beginn der Veranstaltung im kleinen Küstenort Douarnenez. Viele Schiffe und Boote verlassen gemeinsam den Hafen von Brest und segeln im großen Tross gemeinsam zur nächsten Veranstaltung. Entlang der Küste gibt es etliche Plätze, von denen man dieses Spektakel beobachten kann. Brest 2020 ist schon fest geplant! Weitere Bilder der Veranstaltung finden Sie auf unserer Homepage www.modellwerft.de.

Krusenstern und Fregatte Aquitaine

Die Veranstaltung zieht Besucher aus ganz europa an

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fah r m o d elle | lot har m enzel

In neuem Glanz Die »Pegasus« nach einem Komplettumbau In den frühen Achtzigern wurde in meiner Nachbarschaft auf einer Vater-SohnModellwerft der Bau einer Pegasus III begonnen. Sie wurde aber nie fertig und landete schließlich auf dem Dachboden. Nun, dreißig Jahre später, schenkte mir dieser Freund das unfertige Modell. Seine Größe machte mich erst einmal sprachlos. Meine bisherigen Modellmaße waren 1:200/1:140/1:100. Jetzt hatte ich ein Modell 1:32. Mir war sofort klar, hier sollte sogar die Fliege dargestellt werden, die den Steuermann auf dem Monitor ärgert. Das einzige, was ich nicht veränderte, war der Bootsständer. Sehr stabil hat er dem Bootskörper während des Entkernens Halt gegeben. Das war auch nötig, denn aus ihm wurde komplett alles entfernt. Zuerst wurde das gesamte Deck mit dem Sprung zur Back abgenommen und die zwei vorhandenen Spanten entfernt. Alles war mit Silikon verklebt und somit eine ziemlich zähe Angelegenheit. Die gesamte Technik landete dann erst einmal in meinem Fundus. Der Plastikaufbau versank gleich im gelben Sack. 32

Neustart Jetzt lag nur noch der Kunststoffrumpf im Bootsständer, und es konnte mit dem Umbau losgehen. Zuerst wurde das abgenommene Oberdeck auf die Sperrholzplatte einer alten Schrankrückwand aufgerissen und ausgesägt. Den Umriss habe ich als Korsett um die Oberkante der Bordwand gelegt und erst einmal mit Klebeband fixiert. Bei der Gelegenheit entfernte ich auch gleich das Schanzkleid von Mittschiffs bis achtern. Eine Reling sollte dieses Schiff auch bekommen. Im Rumpf konnte ich dann die Maße für fünf Spanten abgreifen. Ich legte dazu einen 1,2-mm-Draht in die Schale und bog ihn entsprechend der Rumpfform. Auf 8-mm-Sperrholz wurden dann die Spanten angerissen und ausgeschnitten. Mit Stabilit Express habe ich sie dann im Rumpf verklebt. Rundum ist oben zwischen den Spanten noch eine Leiste als Deckauflager eingeklebt worden. Nach dem Einbau der Spanten war mir die Außenhaut aber noch zu instabil. Zur Abhilfe wurde die Innenfläche mit Gittex-Fassaden-Gewebe ausgelegt und geharzt. Nun hatte ich einen ausreichend steifen Bootskörper aus Kunststoff.

In Berichten über die Pegasus las ich, dass sie bei Kurvenfahrt sehr zum Krängen neigt. Von zwei Bleiakkus lag einer über der Wasserlinie, was man als Ursache vermutete. Nun, Bleiakkus wollte ich nicht einbauen. Ich richtete daraufhin den Bootskörper auf Kiel waagerecht aus und goss Bauharz, vermischt mit Quarzsand, in die Bilge. Das hatte etwa das Gewicht der Bleiakkus. Als nächstes baute ich über ein Drittel der Rumpflänge Schlingerleisten an, die ca. 2,5 cm abstehen und vertraute nun darauf, alles richtig gemacht zu haben. Schwimmversuche waren ja noch in weiter Ferne. Es folgte der Einbau des Backdecks. Ich konnte es unbeschädigt dem Silikon entreißen und nun mit Montagekleber fest mit seinem Auflager und der Bordwand verkleben. Den Bugbereich schäumte ich dann mit Bauschaum aus. Nach Planschliff der Spanten wurde dann das Achterdeck eingeklebt. Klebeband sicherte nun den gesamten Rumpf bis zur Endhärte des Klebers. Die Pegasus hatte eine am Bug nach vorne geneigte Reling. Das war mir bei Kollisionen ein zu großer Reparaturfaktor. Hier habe ich ein stabiles Schanzkleid anlaminiert und gleich den 10/2016

fah r m o d elle | lot har m enzel

Flaggenstock, ein Messingrohr sowie die Relingstützen eingebaut. Ein durch den Schaum im Bug geführtes Leerrohr dient zur Kabelführung für die LED auf dem Flaggenstock. Nach Abhärten der Deckverklebung wurde ein Halbrundholz als sauberer Abschluss angeklebt. Jetzt hatte das Schiff auch eine umlaufende Scheuerleiste. Ich achtete dabei auf einen Überstand zum Deck, damit später die Beplankung dagegen geklebt werden konnte.

Aufbauten Nun suchte ich nach Anregungen zur Gestaltung der Aufbauten. Ein wenig Pegasus wollte ich erhalten und so gestaltete ich schon einmal die achteren Aufbauten wie gehabt, mit 1-mmSperrholz. In der Seitenansicht plante ich rundum in Kopfhöhe eine umlaufende Blende. In der ModellWerft 05/2012 fand ich dann das Foto der Pazifik von der Lürssen-Werft, aufgenommen im Nordostseekanal. Sie gab mir nun die weiteren Anregungen für die neuen Aufbauten meiner Pegasus. Eine Zeichnung mit den abgegriffenen Maßen vom Deck und seinen Ausschnitten entstand. In der Baugröße 1: 32 sah ich die Möglichkeit, einzelne Sektionen zu fertigen, die dann steckbar zum Ganzen werden. Nicht zuletzt auch, weil dadurch später die Möglichkeit zu weiterem Ausbau bzw. Reparatur gegeben ist. Umgesetzt habe ich einen Deckaufbau über die Gesamtlänge, der abgenommen den kompletten Technikteil freilegt, eingeschlossen der vordere Salon mit der Brückennock.

das original, die Pegasus III

der entkernte rumpf mit dem stützenden Korsett  die Pegasus vor dem Umbau

Die Brücke Die Brücke ist eine Sektion mit geteilt abnehmbarem Dach. Hier ist die gesamte Ausrüstung des Steuerstandes mit dem dahinterliegenden Aufenthaltsraum für die Schiffsführung dargestellt, dazu später mehr. Der Salon vor der Brücke entstand um ein Spantgerüst herum. Für die Verkleidung verwendete ich das Grobfurnier, das als Zwischenlage bei Paletten mit glasierten Dachziegeln verwendet wird. Einfach beim Dachdecker nachfragen! Es eignet sich sehr gut, um Rundungen auszubilden. Der Salon hat zur Back eine große Glastürfläche mit Zugang 10/2016

das Gerüst am Salon mit den Ständern für die nockverkleidung

zu einer Terrasse mit Sitzgruppe. Die Seitenflächen enden schräg verlaufend, neben einem Wetterschott. Es gibt ein Foto der Pazifik, auf dem ein Rollladen die Glasfront vom Wetterschott bis unter das Vordach vor der überkommenden See schützt. Den wollte ich aber nicht einbauen. Die Fensteröffnungen im Salon schnitt ich nach Fertigstellung des Korpus ein. Zu den Aussparungen der Positionslichter führt ein Leerrohr,

die aufbauten gespachtelt, geschliffen und grundiert

in dem die LED klemmt. Trotz Zeichnung stellte ich oben, beim Übergang vom Salon zur Brücke dann aber einen groben Fehler fest. Wo oben die Schräge der Salonabdeckung auf die Brücke trifft, hatte ich nun eine viel zu hohe Brüstung. Der Schiffsführer war kaum zu sehen. Jetzt war erst einmal Pause, aber der Grundgedanke „geht nicht gibt`s nicht“ war stets präsent. 33

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der Steuerstand

Gesamtansicht mit erster farbgebung

hatte ich nun optisch die Blende. Für die Ausleuchtung des Decks würde ich dann die LEDs von unten darin versenken. Im vordersten Teil der Brückennock habe ich noch eine Gräting als kleines Podest eingebaut, so dass jetzt die Bauhöhe stimmte. Für die Brüstungen um die Nock sind Steghölzer im Deck verleimt und mit 1-mm-Balsa beplankt. Getränkt mit wasserfestem Leim ergibt es eine stabile Fläche. Die Brückensektion steckt in der Aussparung an Deck und hat einen angeglichenen Fußboden zur Nock. Sie ist räumlich in Steuerhaus und Aufenthaltsraum bzw. Kartenraum unterteilt und die Dachfläche ist abnehmbar.

Innendesign

Steuerbord Vorschiff mit Sandanker und Spillanlage

Ich hatte die Blende in Kopfhöhe um die Deckaufbauten noch nicht gebaut und sah darin nun die Lösung. In meinem Holzlager gab es noch 2,5-cm-Balsareste. Diese Stücke schnitt ich zu und verleimte sie auf dem Brückendeck, wobei ich die Brückensektion aussparte. In der Seitenansicht 34

Der Steuerstand wurde auf Hartkarton aufgerissen, die Knickkanten vorgeritzt und danach die Lage der Armaturen ausgestanzt. Nach dem Falzen und Verkleben folgte der Farbanstrich. Als Einfassung der einzelnen Instrumente verklebte ich Drahtringe. Die gesamte Unterseite wurde nun mit Klebeband abgedichtet. Alle Teile wurden dann mit Pattex 100% konvex ausgegossen und nach dem Erhärten mit bunten Stiften gestaltet. Der Monitor bekam die ausgedachte Grafik einer Flussmündung und die LED unter dem Steuerstand leuchtet bei Nacht alles dezent aus. Natürlich dürfen der Steuermann auf seinem komfortablen Sessel und die Regale mit den Nachschlagewerken nicht fehlen. Im Aufenthaltsraum befinden sich Schreibtisch mit Monitor, fünf Stühle, Tisch, Seekartenbox und eine Lie-

ge. Alles aus 1-mm-Sperrholz. Die Liege bekam eine Hartschaumauflage, in die ich mit dem Finger Sitzkuhlen eindrückte und farblich gestaltete. Eine hintere Schiebetür führt achtern auf das Brückendeck. Die Schornsteine sind aus Balsa, und die Abgasrohre wurden mit Edelstahlfolie beklebt. Die großen Radome sind aus Deorollern gefertigt und die Radarbalken werden sich mit Sicherheit auch noch drehen, allerdings erst später. Bei so einem Modell gibt es immer etwas zu ergänzen. Alle Aufbauten waren nun fertig und passgenau auf den Süllrand gesteckt. Ich wollte zwar ein wenig Pegasus erhalten, aber die ovalen Bullaugen am Rumpf gefielen mir nicht. Sie wurden verspachtelt und durch runde ersetzt. Die Neuen habe ich aus einem 10-mmPlastikrohr zugeschnitten und nach planschliff auf einer Folie verteilt, wo sie zur Hälfte mit Pattex 100% konkav ausgegossen wurden. Als ich das Foto der Pazifik in den Händen hielt, war der Rumpf eigentlich schon fertig. Diese großen Fenster im Bugbereich imponierten mir aber sehr. Ich schnitt Pappmodelle zu und verschob sie auf dem Rumpf, bis sich eine gewisse Symmetrie zu allen übrigen Fenstern ergeben hatte. Die Spanten waren nicht im Wege und somit bestand nicht die Gefahr der Instabilität im Rumpf. Mit dem Dremel wurden dann die Öffnungen ausgeschnitten. Das getönte Plexiglas mit den dunkel gestalteten Rahmen wurde eingebaut und vor der Farbgebung des Rumpfes sorgfältig abgeklebt.

Die richtige Farbe Die Farbgebung wurde dann allerdings problematisch. Im Text zum Foto stand „stahlblau“. Die Lürssen-Werft hielt sich bei Anfrage nach der RAL Nr. aber zurück und gab keine Auskunft. Bei der Suche nach weiteren Fotos kam ich dann zu dem Schluss, dass es eine Metallic–Lackierung sein könnte, soweit wollte ich aber nicht gehen. Ich musste also eine Lösung finden. Die Farbskala im Baumarkt und der Fachverkäufer führten dann beim zweiten Versuch zum Erfolg. Warum nicht ein Blauton, die Pegasus war ja schließlich auch Grün/Weiß. Den Grundriss der Reling habe ich 1:1 auf eine Platte übertragen und die Lö10/2016

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cher für die Stützen gebohrt. Eine Aluschiene 10/10 mm diente als Material für die Stützen. Nach dem Anreißen wurden alle Stützen auf der Dekupiersäge zugeschnitten. Hier war Geduld und gutes Fixieren der Aluschiene angesagt. Die Stützen sind nach oben verjüngt und haben am Fuß nur so viel Material, wie für ein kleines Bohrloch nötig ist. Im Bündel habe ich sie dann zurecht gefeilt. Die Reling hat einen Handlauf aus Holz und zwei Durchzüge. Als Durchzüge habe ich in einem Bastelladen Silberdraht mit Kupferkern gefunden. Streckt man diesen, dann ergibt das stabiles Stangenmaterial. Die Reling wurde nun auf dem Hilfsbrett komplett vormontiert, als Ganzes auf das Deck übertragen und dort mit den Bohrungen verklebt.

Vorne, im Niedergang zur Piek, befindet sich der Hauptschalter. Eine Herausforderung war die Gestaltung der Personen. Ich fand in 1:32 die Besatzung eines italienischen Schnellbootes. Dann gab es da deutsche Soldaten an einer Flak, die umgebaut wurden. Ich fand aber keine passende Dame für die Liege auf dem Achterdeck. Annähern konnte ich mich schließlich einer Reiterin in 1:24. Mit viel anatomischem Geschick und entsprechendem Werkzeug bekam ich sie schließlich in 1:32 auf die Liege zum Sonnenbaden. Die Liege steht auf der Abdeckung zur Ruderanlenkung und wird als Griff zum Öffnen genutzt. Am Heck flattert noch die alte Flagge der Pegasus, der neue Eigner bestand darauf.

Fazit Durch das Ausgießen der Bilge mit Bauharz und Quarzsand bekam das Modell einen tiefen Schwerpunkt. Zusammen mit den Schlingerleisten wurde das Krängen bei Kurvenfahrt nahezu aufgehoben. Die Pegasus liegt dadurch allerdings tiefer im Wasser als das Original, was aber dem Fahrbild nicht schadet. Als Akku verwende ich einen Sun Power 5.000  mAh/9,6  V/8N NiMH von Yamara. Mit den Motoren habe ich die alten 480er wieder eingebaut. Alles in allem hat mir dieses Modell sehr viel Spaß bereitet. Die Neugestaltung und den Wiedererkennungswert der alten Pegasus hatte ich stets im Blick und ich hoffe, dass die Pegasus-Freunde auch ihren Spaß an dieser neu entstandenen Yacht haben.

Die Beplankung Zuvor allerdings wurde das Deck beplankt. Ich verwendete Kaffeerührer, die ich auf einer Dremel-Tischkreissäge Marke Eigenbau, zuschnitt. Als Versiegelung verwendete ich Gori-Gel mit dreimaligem Auftrag. Wie beim Vorbild habe ich das Arbeitsdeck dunkel und das Brückendeck in hellem Ton gehalten. Auf der Back befindet sich je ein Spill pro Anker. Alle Verholeinrichtungen an Bord sind beim Original in Edelstahl. Hier sollte mir Silberbronze genügen.

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Ein kurzer Streifzug durch das Peilwesen

Das Flächenpeilschiff »Domfelsen« Die Domfelsen auf der Berliner Unterhavel

Vielen Lesern werden sicher die Schaarhörn und die Kugelbake ein Begriff sein. Beide Schiffe gehören der Gattung der sog. Peilschiffe an. Peilschiffe sind Spezialfahrzeuge, die zu Vermessungsarbeiten im Küstenbereich und in Binnengewässern dienen. Die Schaarhörn, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, repräsentiert eine frühe Form dieses Bootstyps, war sogar eingeschränkt seefähig und wurde daher in Küstengewässern eingesetzt. Sie kann heute restauriert wieder in Hamburg besichtigt werden. Die Kugelbake dagegen erlangte eine gewisse Berühmtheit, weil sie im Oktober 1965 in einen Grenzzwischenfall an der alten DDR-Grenze auf der Elbe verwickelt war. In diesem Beitrag geht es nun um einen modernen Vertreter der Peilschiffe. Der Autor hatte im Oktober 2004 die Gelegenheit, das Flächenpeilschiff Domfelsen des WSA Magdeburg zu besuchen 36

und erhielt bei dieser Gelegenheit auch eine kurze Einführung in das Peilwesen.

Wie alles begann... Im August 2004 kam dem Autor beim Segeln auf der Berliner Unterhavel ein ungewöhnlich ausschauendes Arbeitsboot entgegen – etwa 30 m lang, recht breit, flache Silhouette und ein knallroter Hydraulikkran auf dem Vorschiff. Der Fotoapparat lag parat, weil am gleichen Tag eine Fotodokumentation über die Miniaturfregatte Royal Louise entstanden war. Schnell wurden einige Bilder geschossen, wenn auch leider nur aus relativ großer Entfernung, da es bei dem schwachen Wind an diesem Tag nicht möglich war, dicht genug heranzukommen. Es reichte aber, um wenigstens Namen und Heimathafen zu erkennen. Es handelte sich um ein Spezialschiff des WSA Magdeburg mit dem Namen Domfelsen. Zu Hause wurde gleich ein wenig „gegoogelt“ und schnell war klar, dass es sich um ein sog. Flächenpeilschiff handelte. Viel mehr war darüber aber auf diesem Weg nicht in Erfahrung zu bringen, denn die einschlägigen Webseiten waren nicht

sehr informativ. Das WSA Magdeburg wurde also angemailt und höflich nach weiteren Informationen, Unterlagen und nach der Möglichkeit einer Besichtigung gefragt. Nach einigen Wochen, die Angelegenheit war schon fast in Vergessenheit geraten, kam tatsächlich eine positive Antwort. Man war in Magdeburg bereit, alle Modellbaurelevanten Fragen zu beantworten und der Autor wurde zu einer Besichtigung eingeladen. Ein Termin war schnell ausgemacht. Eigentlich sollte die Domfelsen zu diesem Zeitpunkt in Berlin im Einsatz sein, was einen ganz kurzen Weg bedeutet hätte. Beim jährlichen Werftaufenthalt, der gerade anstand, wurde aber ein Schaden an einer Hydraulikanlage festgestellt, der sich nicht aus dem Handgelenk reparieren ließ. Zum vereinbarten Termin lag die Domfelsen also noch in der Werft in Genthin – ein ausgesprochener Glücksfall, konnte der Autor doch so das ganze Unterwasserschiff mit seinen Besonderheiten in die Dokumentation einbeziehen. Der Weg von Berlin nach Genthin ist zwar nicht ganz kurz, aber die gut 10/2016

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100 km nimmt man für so etwas gern in Kauf, auch wenn der Autor zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte, auf was er da gestoßen war. Die Werft war schnell gefunden, obwohl sie am Tor einen etwas verlassenen Eindruck macht. Dieser Eindruck trog aber, es lagen einige Schiffe zu Reparaturen auf dem Slip und sogar ein fast fertiger Neubau lag am Ufer. Beim Suchen nach einem netten Menschen, der den Weg weisen konnte, bog der Autor jedenfalls um eine Hallenecke und stand direkt vor der Domfelsen. Der erste Gedanke war, dass man auf dieser Werft noch mit sehr archaischen Methoden arbeiten musste, denn es ragten zwei ewig lange Stangen rechts und links vom Rumpf weg, die auf den ersten Blick wie gigantische Hebebäume aussahen. Erst bei genauerem Hinsehen zeigte sich, dass diese vermeintlichen Hebebäume Ausleger waren und zur Domfelsen gehörten. Nach der Begrüßung durch die Crew und durch Herrn Dürre vom WSA Magdeburg wurde der Autor dann ganz schnell darüber aufgeklärt, was es mit diesen „Hebebäumen“ auf sich hat. Diese Ausleger sind mit das wichtigste Ausrüstungsteil der Domfelsen überhaupt. Es sind die Träger für ihre Echolote. Mit ihrer Hilfe kann die Domfelsen auf bis zu 40 m Breite die Unterwasserprofile aufnehmen. Herr Dürre und die ganze Crew der Domfelsen nahmen sich viel Zeit, um dem Autor das ganze Schiff zu zeigen, die existierenden Planunterlagen durchzugehen und genau zu erklären, was ein Peilschiff eigentlich macht und was die Besonderheiten der Domfelsen sind. Anschließend durfte der Autor das ganze Schiff im Detail unter die Lupe nehmen und fotografieren.

Was ist das „Peilwesen“ eigentlich? Während im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff des „Peilens“ nur für die Richtungsbestimmung oder umgangssprachlich anstelle des Begriffs „Schätzen“ verwendet wird, versteht der Fachmann unter dem Begriff „Peilen“ Messungen, die in diesem Falle Aufschluss über den Zustand der Gewässer geben. Der deutsche Begriff Peilschiff ist daher eigentlich etwas irreführend. Peilschiffe sind nämlich überwiegend mit Lotungsarbeiten 10/2016

Der vermeintliche hebebaum entpuppte sich bei näherem hinsehen als Bestandteil der messeinrichtung der Domfelsen

auf der Unterseite der ausleger befinden sich in jeweils 1 m abstand die schwinger der echolote

beschäftigt. Der englische Begriff des sounding vessel charakterisiert diesen Schiffstyp eigentlich besser. Während zu Zeiten der Schaarhörn Positionsbestimmungen durch Kreuzpeilungen von Landmarken und Tiefenmessungen mit Stangen- oder Handlot nur eine recht grobe Vermessung von Fahrrinnen und Küstengewässern zuließen, ist heute dank modernster Technik eine Auflösung im 10-cm²-Bereich möglich. Das Ziel ist – heute ebenso wie vor einhundert Jahren – , in einem möglichst genau eingemessenen Punkt die exakte Tiefe festzustellen, um danach z. B. die Grenzen von Fahrrinnen festzulegen und Veränderungen in der Unterwassertopographie festzustellen. Das benötigt man beispielsweise für die Vorbereitung und Kontrolle von den immer wieder notwendigen Baggerarbeiten. Auf Binnengewässern werden normalerweise in einem Abstand von etwa 100 m Querschnitte durch die Flüsse und Kanäle gemessen (Linienpeilungen). Das geschah anfänglich von Hand

Die ausleger werden mit einer schweren hydraulik aus- bzw. in die ruhelage zurückgeschwenkt

am ende der ausleger befinden sich frei drehbare Winglets, die Wirbelbildungen verhindern und ein gelbes funkellicht zur kennzeichnung tragen

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Der arbeitsplatz des messtechnikers ist durch computertechnik gekennzeichnet

Die Domfelsen im einsatz auf der elbe: man muss schon sehr genau hinsehen, um aus der perspektive eines Wassersportlers die die ausleger kennzeichnenden funkellichter wahrzunehmen (foto: Wsa magdeburg) 

besonders stark von den vorhandenen Wassertiefen abhängig. Man erreicht, abhängig vom verwendeten Lot (120 – 160° Öffnungswinkel), eine Messstreifenbreite von etwa dem drei bis siebenfachen der Wassertiefe. Der Einsatz solcher Systeme ist im Binnenbereich deshalb äußerst problematisch. Für die Echolotung eingesetzt werden in der Regel Frequenzen von 210 kHz, die den Vorteil haben, auch den weichen Schlickboden ausreichend genau zu erfassen. Geht es dagegen um eine Bestimmung der Art und Schichtung des Untergrundes, weicht man auf Frequenzen von 15 oder 38 kHz aus, die die Eigenschaft haben, recht weit in den Untergrund einzudringen. Damit lassen sich Aufschlüsse über die Schichtung von Sedimenten oder ganz banal über die Dicke einer abgelagerten Schlickschicht gewinnen. Bei heutigen Flächenpeilungen können plausible Messwerte etwa ab einer Tiefe von 50 cm unter dem Echolot, d. h. ab etwa 90 cm Wassertiefe erfasst werden. Darunter kommt es zu Mehrfachreflektionen des Ultraschallstrahles aufgrund der extrem kurzen Laufzeiten des Echopulses. Dieses täuscht dann größere Wassertiefen vor.

Das Flächenpeilschiff Domfelsen

mit Stangenloten, später wurde diese Arbeit durch den Einsatz von Echoloten stark vereinfacht. Heute gibt es aber auch sog. Flächenpeilschiffe, die entweder in Längsrichtung im Rumpf oder quer zur Mittschiffslinie in Auslegern eine ganze Reihe von Echoloten eingebaut haben, so dass dicht aufeinander folgende Messungen bis zu einigen 10 Metern Breite in einem Rutsch durchgeführt werden können. Während anfänglich Peilkompass und Sextant die wichtigsten Werkzeuge zur Positionsbestimmung waren, kann heute mit Hilfe des Differential-GPS die Schiffsposition während der Lotung dreidimensional auf wenige Zentimeter genau bestimmt werden. Flächenpeilschiffe stellen aber noch lange nicht das Ende der Entwicklung dar. Fächerpeilungen, eine Technik, die der eine oder andere vielleicht von den 38

so genannten Fishfindern her kennt, repräsentieren die aktuelle technische Entwicklung, wenn auch ihr Einsatz unter Fachleuten durchaus umstritten ist. Mit Fächerpeilungen lassen sich 256 „aufgefächerte“ Messpunkte quasi gleichzeitig von einem Punkt aus erfassen. Dieser schnellen und eleganten Datenermittlung steht aber der erforderliche Aufwand entgegen, aus den Fächermessungen die richtigen Wassertiefen zu berechnen, insbesondere wenn das Peilschiff im Verlaufe der Messung nicht absolut ruhig liegt. Auch muss die Fülle der Messdaten sinnvoll auf ein handhabbares Maß reduziert werden. Nicht optimal ist diese Technik auch, wenn der Untergrund starke Tiefenschwankungen aufweist, die zu Abschattungen des Echoimpulses führen können. Die Effektivität von Fächerlotmessungen ist zudem

Das Flächenpeilschiff Domfelsen, mit dem digitale Daten für Tiefenprofile, Tiefenlinienpläne und Erdmassenberechnungen gewonnen werden, gehört, wie oben schon erwähnt, zum Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg. Es ist dort das zweite Peilschiff dieses Namens. Der Name geht auf den Felsen zurück, auf dem der Magdeburger Dom erbaut wurde. Dieser Felsen ragt bis in das Flussbett der Elbe hinein und wird bei einem Elbpegel unter 1,30 m, bezogen auf den Pegel Magdeburg Strombrücke, sichtbar. Er engt die Fahrrinne auf eine maximal schiffbare Breite von 35 m ein. Die Domfelsen wird auf allen Wasserstraßen im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost von der Elbe bis zur Oder überregional zur Inspektion des Gewässerbettes und zur Hindernissuche eingesetzt und kann mit Hilfe ihrer Messausleger Segmente bis 40 m Breite vermessen. Die Domfelsen hat im Jahr etwa 1.400 km Wasserstraßen zu kontrollieren und zu vermessen. 10/2016

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1.400 km zu vermessene Wasserstraßen bedeuten weit über 2.000  km Messfahrten, da die größeren Wasserstraßen ja häufig über 40 m breit sind und nicht in einem Durchgang vermessen werden können. Dazu kommen noch Fahrten außerhalb des eigentlichen Einsatzgebietes, wenn die Domfelsen im Rahmen von Amtshilfeersuchen auch in anderen Regionen eingesetzt wird. So hat sie schon Vermessungsarbeiten in der Weser und im polnischen Bereich der unteren Oder durchgeführt. Die Domfelsen lief 1995 bei der Werft Brandenburg Plaue GmbH als Baunummer 101 vom Stapel. Sie misst 34,80 m über alles und weist eine Breite von 9,24 m auf. Bei 90 cm Tiefgang (mit voller Ausrüstung) verdrängt sie 170  m³ Wasser. Angetrieben wird sie durch zwei 185-kW-Dieselmotoren, die jeweils auf einen Schottel-Ruderpropeller mit 4-Blattschrauben von 840 mm Durchmesser wirken. Damit werden eine Marschgeschwindigkeit von 10  km/h und eine Spitzengeschwindigkeit von über 15  km/h erreicht. Als Manövrierhilfe steht darüber hinaus ein elektrisch angetriebener Schottel-Pumpjet im Vorschiff zur Verfügung. Die Domfelsen ist bei aller Elektronik an Bord und trotz der Schottelpropeller und des Pumpjets schwierig zu fahren. Aufgrund des flachen Bodens driftet sie bei Kurvenfahrten und Seitenwind stark ab. Erschwerend kommt hinzu, dass der Pumpjet bei Messfahrten nicht eingesetzt werden kann, da die dabei erzeugten Turbulenzen die Messsignale verfälschen. Die Messeinrichtung ist vom Vorgängerschiff übernommen worden. Sie wurde beim Einbau in die neue Domfelsen an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Von den beiden hydraulisch ausschwenkbaren Auslegern von je 16,5 m Länge trägt jeder 17 Echolote in einem Abstand von jeweils einem Meter. Weitere sieben Lote sind in der Unterseite des Rumpfes eingebaut, so dass bei ausgeschwenkten Auslegern 41 Lote in einer Reihe angeordnet sind. Damit kann die Domfelsen einen 40 m breiten Streifen des Untergrundes erfassen. Bei der Messfahrt wird mit 1,5 bis 2 m/sec Fahrt gegen den Strom gelaufen. Zwei Messungen pro Sekunde sind möglich, so dass alle 75 cm eine 40  m lange Messlinie aufgenommen werden kann. 10/2016

Die Länge der Ausleger ist mit ihren 16,5 m beachtlich, im Trockenen sieht man deutlich, wie diese „Flügel“ herunterhängen. Im Wasser ist das zwar nicht ganz so schlimm und durch das Profil der Ausleger wird beim Fahren zusätzlich Auftrieb erzeugt, dennoch sind in den Auslegern und auch im Rumpf mehrere Neigungsmesser eingebaut, um auch geringfügige Verbiegungen der Ausleger sowie den Einfluss der Krängung des ganzen Schiffes kompensieren zu können. Versuche, mit Trimmklappen die Verbiegungen der Ausleger zu verhindern, sind fehlgeschlagen, da die Trimmklappen Schwingungen erzeugten. Stattdessen sitzen heute an der Spitze der Ausleger kleine Winglets wie beim Flugzeug, die den Widerstand der Ausleger vermindern und den durch die Randwirbel entstehenden Vibrationen entgegenwirken.

Die Winglets Da sich die Ausleger etwa 50 cm unter der Wasserlinie befinden, sind sie von anderen Booten aus schwer zu sehen. Um sie dennoch kenntlich zu machen, tragen sie an den Winglets noch jeweils ein gelbes Funkellicht, was während

den Messfahrten zusammen mit einem blauen Funkellicht im Top gezeigt wird. Wegen der Notwendigkeit, die Auslegerenden im Wasser deutlich kennzeichnen zu können, musste extra die Binnenschifffahrtsstraßenordnung erweitert werden. In Marschfahrt werden die Flügel an den Rumpf angelegt. Sie verschwinden unter dem weit überkragenden Deck und werden in einer speziellen Lagerung seitlich des Achterschiffes festgeklemmt. Die Positionsbestimmung während der Messfahrt erfolgt über einen Kreiselkompass und ein spezielles Differential-GPS-Verfahren, bei dem neben den Satellitensignalen das Signal einer eigenen, mobilen Landstation mit berücksichtigt wird. Die Lage (horizontale Position) kann damit für jeden einzelnen Messpunkt auf 5 bis 10 cm genau bestimmt werden, die absolute Höhe jedes Messpunktes sogar auf 2 cm genau. Die Messergebnisse sind somit von Schwankungen des Wasserstandes unabhängig. Das erfordert natürlich einen erheblichen Computereinsatz. Neben dem Prozessrechner, der die Messdaten einsammelt und den eigentlichen Messvorgang steuert, dienen leistungsstarke

so sieht das ganze während einer messfahrt von der Brücke der Domfelsen aus (foto: Wsa magdeburg)

Unter dem flachen heck sitzen zwei schottel-ruderpropeller 

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Unter dem Vorschiff befindet sich ein pumpjet als Bugstrahlruder, der allerdings bei messfahrten nicht benutzt werden kann

4-Blatt-propeller mit 840 mm Durchmesser

auf der Brücke gibt es kein steuerrad mehr. schottelpropeller und pumpjet werden über kleine, Joystick-ähnliche Bedienelemente gefahren

markant – der atlas-hydraulikkran auf dem Vorschiff

PCs dazu, die Daten aufzubereiten und online auszuwerten. Zu diesen Auswertungen gehört zunächst eine Plausibilitätskontrolle, so dass grobe Messfehler von vornherein ausgeschlossen werden können. Als Resultat entstehen digitale Wasserstraßenkarten, die sofort dargestellt werden können und die OnlineOptimierung der Peilfahrten erlauben. 3D-Tiefenprofile sind so für den Messtechniker unmittelbar sichtbar, was ein großer Vorteil z. B. bei der Kontrolle und Abnahme von Baggerarbeiten ist. Die Unterbringungen der Crew sind sehr komfortabel. Dadurch, dass das Schiff bei dem geringen Tiefgang eine relativ große Länge und Breite benötigt, um die erforderliche Tragfähigkeit zu erzielen, stand genug Platz für große Kammern zur Verfügung. Nachdem die Crew im Sommer anfänglich über hohe Temperaturen unter Deck klagte, wurde eine Klimatisierung nachgerüstet, so dass das Leben an Bord erträglich wurde. Die Crew muss schließlich während des Einsatzes, d. h. von Montag bis Freitag an Bord leben und geht nur am Wochenende nach Hause. Um die teuren Messzeiten sinnvoll nutzen zu können, die Stunde kostet etwa 1.000  €, besteht der Arbeitstag aus 10 Stunden, wobei die Überstunden an Bord durch zusätzliche Freizeit abgegolten werden, was aber keinen Stillstand bedeutet. Während dieser Zeit geht eine Springerbesatzung an Bord und übernimmt die Aufgaben der Stammbesatzung. Die Besatzung selbst besteht aus fünf Mitgliedern. Neben dem Schiffsführer gehören ein Messtechniker, ein Matrose und ein Maschinist zur Besatzung. Nummer fünf, der Messgehilfe, ist zuständig für die mobile GPS-Basisstation und tut während der Messfahrten Dienst an Land.

Danksagung Zum Abschluss möchte sich der Autor an dieser Stelle beim WSA Magdeburg und hier speziell bei Herrn Ulrich Dürre bedanken, der den Besuch an Bord der Domfelsen ermöglicht und bereitwillig die in diesem Beitrag niedergelegten Informationen zur Verfügung gestellt hat. Ihm und natürlich auch der Crew unter Schiffsführer Jürgen Buch gilt der Dank auch für die Zeit, die sich alle genommen haben. Ohne ihre Unterstützung wäre dieser Beitrag nicht zustande gekommen. 40

10/2016

ModellWerft 10/2016

Mit der nagelneuen Galaxy of Happiness passierte am 16.07.2016 die bislang weltweit größte Trimaran-Yacht den Kiel-Kanal. Die Luxusyacht, deren Design und Inneneinrichtung vom Designbüro Jean-Jaques Coste & Partners entworfen und realisiert wurde, ist auf der im Yachtbau spezialisierten Werft Latitude Yachts in Riga, Lettland für Eigner in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter der Baunummer G52M/02 entstanden und bietet in zwei Kabinen sowie der Eignerkabine insgesamt sechs mitreisenden Gästen Unterkünfte. Die Besatzung besteht aus sechs Personen. Nach Aussage des Werftinhabers Vldis Irbe war es eine große Herausforderung für die Werft und ein mutiger Schritt, sich zu Realisierung des Projektes Galaxy, welches derzeit aus zwei baugleichen Schiffen besteht, zu entscheiden und dieses ins Leben zu rufen, da es eine immense Komplexität und schiffbauliche Neuerungen ohne Erfahrungswerte in sich verbarg. Gefertigt wurde die Galaxy of Happiness sowie das baugleiche Schwesterschiff Galaxy aus einer Kombination aus Glas-und Kohlefaser und nahm über 30 Monate Bau-und Entwicklungszeit in Anspruch. Die Yacht verfügt über drei Decks, wobei sich das untere Deck im Hauptrumpf befindet, darüber das geräuFoto und Text: D. Hasenpusch, 22869 Schenefeld, www.hasenpusch-photo.de

mige Hauptdeck und ganz oben ist ein Open-Air-Sonnendeck zum Entspannen hinter der Brücke angeordnet. Über beidseitig angeordnete geschwungene Treppen wird der Zugang vom Haupt- zum Sonnendeck ermöglicht. Auf diesem Deck befindet sich ein großer Jacuzzi-Pool welcher mit Sunpads flankiert ist. Die Trimaran-Superyacht ist 53,32 Meter lang und kommt auf eine maximale Breite von 17,44 Metern. Der Tiefgang des außergewöhnlichen Luxusschiffes beträgt zwei Meter. Der Antrieb der unter der Flagge von Cayman Islands betriebenen Yacht besteht aus zwei jeweils 1.300 PS leistenden MTUMotoren vom Typ 16V 2000 M94, welche das schnittige und hochseetüchtige Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 28 Knoten bringen. Nach positiv verlaufenen Tests und ersten Erfahrungen erwartet die Werft, welche mit dem Projekt Galaxy sicherlich Geschichte im Yachtschiffbau schreiben wird, nun einen Auftrag von zwei weiteren Schiffen in ähnlichen Dimensionen für Auftraggeber aus Asien.

Trimaran-Yacht »Galaxy of Happiness«

Reederei unbekannte Eigner in Vereinigte Arabische Emirate / UAE Yachtcharter: Yacht Charter Fleet Internet: www.xyachtcharterfleet.com

Anschriften Werft Latitude Yachts, Riga / Lettland E-Mail: [email protected] Internet: www.latitude-yachts.com

sa m m el sei t en | D. Ha sen pus cH

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Das führende Fachmagazin für Schiffsmodellbauer

Das führende Fachmagazin für Schiffsmodellbauer

sa m m el sei t en | D. Ha sen pus cH

Foto und Text: D. Hasenpusch, 22869 Schenefeld, www.hasenpusch-photo.de

32,30 Meter breit und erreicht bei 12.500 Tonnen Tragfähigkeit einen Tiefgang von 5,80 Meter. Angetrieben wird der mit 17.951 BRZ vermessene Spezialtransporter über zwei dieselelektische Wärtsilä-Motoren der Serie 12V38 mit jeweils 8.700 kW Leistung, welche über zwei AzimuthGondelpropeller für eine Geschwindigkeit von 18 Knoten sorgen. Die weltweit eingesetzte Yacht Express, die unter niederländischer Flagge fährt und von der britischen Gesellschaft Lloyds Register klassifiziert ist, hat auch schon entlegene Ziele wie Papeete (Polynesien) oder Auckland (Neuseeland) angelaufen. Sie ist aber auch regelmäßig im US-Amerikanischen Port Everglades anzutreffen, einer Region in Florida, welche stark durch gut betuchte Bewohner geprägt ist, wo sich der Eine oder Andere gerne mal ein neues „Böötchen“ aus Europa anliefern lässt.

Yacht-Carrier »Yacht Express« Neben dem Bau von Küstenfrachtern und Spezialschiffen aller Art, haben sich niederländische Werften auch auf die Fertigung hochwertiger Hochseeyachten spezialisiert. Um unter anderem Yachtneubauten an die Auftraggeber in Übersee anzuliefern und damit die Schiffe bei Übergabe nicht schon tausende von Seemeilen auf dem „Tacho“ haben, wenn diese auf eigenem Kiel die Überführung antreten würden, wurde mit der Yacht Express ein Transportschiff realisiert, welches speziell für den Transport von Yachten aller Art ausgelegt ist. Das Halbtaucherschiff, welches wie ein Schwimmdock durch Flutung von Tanks soweit abgesenkt werden kann, dass die Yachten einschwimmen können und dann nach Positionierung dieser wieder aufschwimmt, gehört dem niederländischen Unternehmen Sevenstar Yacht Transport B.V. in Amsterdam. Das Unternehmen erwarb das Schiff zum Preis von 69 Millionen US-Dollar bei der Werft Yantai Raffles Shipyard Co. Ltd., Yantai / China unter der Baunummer YRF2004-178. Das Schiff ist 208,89 Meter lang,

Anschriften Werft Yantai Raffles Shipyard, Yantai / China E-Mail: [email protected] Internet: www.yantai-raffles.com

Reederei Sevenstar Yacht Transport, Amsterdam / NLD E-Mail: [email protected] Internet: www.sevenstar-yacht-transport.com

ModellWerft 10/2016

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Schmuckstück Test: »Arleigh Burke«-Klasse von Graupner

In Ausgabe 06/2016 der ModellWerft wurde bereits über die Schiffe der Arleigh Burke-Klasse berichtet, deren bislang letzte Einheit, die USS Michael Murphy, im Oktober 2012 in Dienst gestellt wurde. Doch neue Einheiten befinden sich bereits im Bau und werden die Flotte ab Ende 2016 verstärken. Ein Modell dieser bekannten Zerstörer-Klasse im Maßstab 1:100 findet sich im Programm von Graupner. Das Modell ist der USS Lassen (DDG-82) der Version Flight IIA nachempfunden. Das Modell Anhängern vorbildgetreuer Schiffsmodelle sind die Vorzüge der Modelle der Premium Line von Graupner mittlerweile ein Begriff. Die Modelle sind fertig aufgebaut, perfekt lackiert und sehr gut detailliert. Der Ausstattungsgrad der Modelle ist durchweg ARTR, das heißt, der Antrieb (in der Regel handelt es sich dabei um Bürstenmotoren der 600er-Klasse) ist bereits installiert und 10/2016

entstört, das oder die Ruder sind mit Anlenkung und Lenkservo versehen. Was noch fehlt, um den Fahrbetrieb aufzunehmen, sind eigentlich nur die Akkus, der Empfänger und der Ballast, der sich vor allem nach dem verwendeten Akkutyp richtet. Der Rumpf der Lassen ist aus GFK gefertigt und von sehr guter Qualität. Deck und Aufbauten sind aus lasergeschnittenen ABS-Teilen, die praktisch

nahtlos zusammengefügt sind. Zahlreiche feine Details, wie Reling, Lüftungsgitter etc. bestehen aus Ätzteilen. Im Inneren des Rumpfes ist jede Menge Platz, der Zugang zum Rumpf ist gut gelöst: unter den Aufbauten befinden sich zwei große Öffnungen im Deck, hohe und massive Süllränder sorgen für einen guten Sitz der Aufbauten und verhindern das Eindringen von Wasser, falls es mal etwas stürmisch zugeht. 45

Eine mit Magneten gesicherte Abdeckung im Heck des Modells gewährt Zugang zur Anlenkung des Doppelruders, für Wartungszwecke allemal ausreichend. Der Arleigh Burke-Zerstörer bringt es im Maßstab 1:100 auf eine Länge von 1.550  mm, der Rumpf ist 230  mm breit. Über dieses Verhältnis von Länge zu Breite wird sich der Modellkapitän ebenso freuen, wie die Besatzungen der großen Vorbilder, denn das Schiff liegt trotz der wuchtigen Aufbauten gut im Wasser.

Blick auf den Bug der USS Lassen mit dem typischen Bugwulst

die wuchtige Brücke mit einer der typischen achteckigen radarflächen des aN/SpY-1d-radars

Letzte Handgriffe

der hintere aufbau ist geteilt ausgeführt, die vordere hälfte ist abnehmbar

magnete sichern die abdeckung über dem doppelruder

ohne Ätzteile ist diese feine ausführung der lüftergitter gar nicht vorstellbar

das 127-mm-Buggeschütz

die großen Öffnungen im deck sind von kräftigen Süllrändern umgeben

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Das Modell fahrbereit auszurüsten, ist keine große Sache. Wichtig ist, dass man sich entscheidet, ob man die beiden Motoren einzeln oder gemeinsam ansteuert. Steuert man sie gemeinsam an, muss man beim Zusammenführen der Kabel darauf achten, dass die Motoren gegenläufige Propeller antreiben. Wer nicht aufpasst, fährt im Kreis. Als Regler kommt hier ein Speed Profi 40R von Graupner zum Einsatz, der für diesen Zweck vollkommen ausreichend ist. Der Empfänger wird mit Klettband möglichst hoch im Rumpf angebracht, um einen guten Signalempfang sicherzustellen. Am besten klebt man ihn von unten ans Deck. Da man mit Gewicht nicht sparen muss, kommt der Strom aus zwei 6-VBleiakkus. Sie bescheren lange Fahrzeiten und reduzieren den benötigten toten Ballast. Mit dieser Ausrüstung lässt sich der Zerstörer noch einigermaßen gut transportieren, muss also nicht unbedingt am Gewässer ballastiert werden. Als RC-Anlage tut es eine einfache Zweikanalanlage, es sei denn, man will die Motoren einzeln und über zwei Regler ansteuern.

Fahrbereit Im Wasser ist die USS Lassen vollkommen unproblematisch. Die Motoren verhelfen dem Modell zwar zu einer enormen Geschwindigkeit, trotzdem liegt es stets satt und ruhig im Wasser. Im Maßstab 1:100 kommt die typische Silhouette der Arleigh Burke-Klasse mit ihren massigen Aufbauten zur Geltung und wenn der See groß genug ist, kann man weit hinaus fahren, um die Illusion eines Kriegsschiffs auf hoher See Wirklichkeit werden zu lassen. 10/2016

fah r m o d elle | K u r t r app

Fazit Die Schiffe der Arleigh Burke-Klasse sind nicht nur zahlreich, sondern auch ein unverzichtbarer Bestandteil der US-Navy und jedem Schiffsmodellbauer ist der Name des Typschiffs ein Begriff. Dass die USA die bekannte Zerstörerklasse Ende 2016 mit etlichen weiteren verbesserten Einheiten wieder aufleben lassen, spricht für die Leistungsfähigkeit des Designs und die Verwendungsmöglichkeiten der existierenden Einheiten. Mit der Arleigh Burke-Klasse hat Graupner ein Modell ins Programm genommen, das unter den Liebhabern von Marine-Modellen so bekannt sein dürfte, wie kaum ein anderes. Und wer ausnahmsweise Mal nicht selbst bauen will, wird mit der hier gebotenen Qualität sicher mehr als zufrieden sein. UVP: 1.150,- Euro Bezug: Fachhandel Info: www.graupner.de Tel.: 07021-722-0

ein regler genügt, um die beiden gekoppelten Bürstenmotoren anzusteuern

das Schiff ist mit zwei gegenläufigen messingpropellern ausgestattet

für einen Zerstörer ist die arleigh BurkeKlasse außerordentlich breit

Technische Daten

10/2016

Maßstab

1:100

Länge

1.550 mm

Breite

250 mm

Höhe

520 mm

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s ch i ffsp o r t r ät | s t efan U l sa m er

Die parlamentarische Erbmonarchie Japan hat heute circa 127 Millionen Einwohner, zählt zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Staaten und ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt nach den Vereinigten Staaten von Amerika und der Volksrepublik China die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Die Verfassung des zweitgrößten Inselstaates der Erde erlaubt dem Land seit den 1950er Jahren lediglich sogenannte Selbstverteidigungsstreitkräfte, die rechtlich gesehen über keinerlei Offensivwaffen verfügen dürfen. So sind die Japanischen Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte traditionell auf die U-BootJagd und die Abwehr gegnerischer Flugzeuge spezialisiert.

Die Setoyuki beim einlaufen in rostock am 12. august

Auf Weltreise Japanische Marineschiffe zu Gast in Rostock 48

10/2016

s ch i ffsp o r t r ät | s t efan U l sa m er

Aufgrund der geopolitischen Lage bzw. der geografischen Nähe zu China, Nordkorea und Russland entwickelten sich die japanischen de-factoStreitkräfte im Laufe der Jahrzehnte zu einer der schlagkräftigsten Streitmächte der Welt und zweifellos zum technisch leistungsfähigsten Militär ganz Asiens. Die wichtigste Rolle kommt dabei der Kaijō Jieitai, besser bekannt unter der englischsprachigen Bezeichung Japan Maritime Self-Defense Force, abgekürzt JMSDF, zu Deutsch Japanische Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte, zu.

Ganz schön viel schiffsverkehr in der hafeneinfahrt

Beeindruckende Flotte In der JMSDF dienen heute rund 50.000  Marinesoldaten, die Flotte umfasst beachtliche 41  Zerstörer, 6 Begleitzerstörer (in Fregattengröße), 16 Hochsee-Unterseeboote, 6 Schnellboote, 3 amphibischen Transportdocks, 27 Minensuchfahrzeuge und viele Unterstützungs- und Versorgungsschiffe. Jedes Jahr unternimmt ein Ausbildungsgeschwader mehrmonatige Trainingsreisen für die neuen Offiziere der JMSDF. Aufgrund der großen Flotte hat man dabei den Luxus, auch aktive Kampfschiffe zu Trainingsschiffen umzuklassifizieren bzw. dem Ausbildungsgeschwader zu unterstellen – so geschehen auch bei der diesjährigen Trainingsfahrt. Bereits 2012 wurde die JS Setoyuki (DD-131) zum Ausbildungsschiff mit der Kennung TV-3518 konvertiert. Bei dem Schiff handelt es sich um einen Zerstörer der nicht mehr ganz jungen Hatsuyuki-Klasse, welches am 11. Dezember 1986 in den Dienst der JMSDF gestellt wurde. Ursprünglich umfasste diese Schiffsklasse 12 Zerstörer, von denen heute noch zwei Einheiten als Kampfschiff eingesetzt werden und drei Einheiten als Schulschiff klassifiziert sind. Bei der in den 1970er Jahren konzipierten Hatsuyuki-Klasse fand erstmals eine Abkehr von den überwiegend bis dahin genutzten amerikanischen Schiffsdesigns statt, denn die japanischen Marineplaner orientierten sich sehr stark an der erfolgreichen, heute noch in Diensten der Marine Nationale stehenden französischen Georges Leygues-Klasse. Die auf die UBoot-Jagd spezialisierte Setoyuki ist das drittletzte Schiff der Hatsuyuki-Klasse und erhielt als erste Einheit sowohl die 10/2016

heckansicht der beiden Zerstörer im rostocker Überseehafen. Die schiffbauliche Verwandtschaft ist erkennbar, die Asagiri links ist deutlich breiter als die Setoyuki

Der dunkelgraue tarnanstrich der JmsDf kam beim rostocker hansesail-Wetter so richtig zur Geltung

Vor dem Brückenhaus der Asagiri befindet sich der 8-fachasroc-starter zum abschuss von anti-UBoot-raketen

Blick vom Vordeck der Asagiri auf das Vordeck der Setoyuki, im Bild das 76/62-compact-schiffsgeschütz von oto melara

Die sehr freundliche crew der Asagiri begrüßte die Besucher der open ship-Veranstaltung äußerst herzlich

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Das 76-mm-Geschütz der Asagiri im Detail

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Das Brückenhaus der Asagiri zeigte – so wie alle Bereiche der beiden japanischen Zerstörer – keine anzeichen von Witterung oder rost

TV-3516) inzwischen wieder als voll kampftauglicher Zerstörer umklassifiziert – sie erhielt sogar wieder ihre alte Kennung DD-151. Das dritte Schiff, das für die diesjährige Ausbildungsfahrt ausgewählt wurde ist die JS Kashima (TV-3508), bei der es sich um ein 1995 in Dienst gestelltes „reinrassiges“ Schulschiff mit einer Verdrängung von 4.050 Tonnen handelt. Die Kashima erlangte im Jahr 2000 eine gewisse Bekanntheit durch eine Kollision mit dem Ocean Liner Queen Elizabeth II im Hafen von New York, bei der glücklicherweise niemand zu Schaden kam.

Einmal um die Welt

mittschiffs zwischen den vorderen und den hinteren schornsteinen der Asagiri befinden sich die startvorrichtungen für die harpoon anti-schiffsraketen

Der heckbereich der Setoyuki von der Asagiri aus gesehen, im Blick die startvorrichtungen für die sea sparrow-flugabwehrraketen

Der Bordhelikopter vom typ seahawk wird mittels schienen in den hangar der Asagiri gezogen

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Die 324-mm-Dreifachtorpedorohre auf der Asagiri

kanadische Beartrap-Helikopterlandehilfe als auch das Nahbereichsverteidigungssystem Phalanx CIWS. Die Setoyuki ist zwar an einen französischen Schiffstyp angelehnt, allerdings sind sowohl die genutzte Bordelektronik als auch alle Waffensysteme amerikanischen Ursprungs. Die JS Asagiri (DD-151) ist das Typschiff der gleichnamigen Zerstörerklasse, bei der es sich um eine Weiterentwicklung der vorausgehenden Hatsuyuki-Klasse handelt. Zu den Neuerungen zählen ein verbreiterter Schiffsrumpf, ein verbesserter COGAG-Antrieb (Combined Gas AND Gas) bestehend aus vier KawasakiRolls-Royce Spey SM1A Gasturbinen anstatt des bei den Vorgängerschiffen genutzten COGOG-Antriebes (Combined Gas OR Gas) bestehend aus zwei Kawasaki-Rolls-Royce Tyne RM1C Gasturbinen und zwei Kawasaki-RollsRoyce Olympus TM3B Gasturbinen, eine verbesserte Schiffselektronik und ein vergrößerter Helikopterhangar. Die Asagiri wurde am 17. März 1988 in Dienst gestellt und ist nach einem kurzen Gastspiel als offizielles Schulschiff von 2005 bis 2012 (mit der Kennung

Das Überseeausbildungsgeschwader stach am 20. Mai 2016 in Yokosuka in See und wird – wenn die Reise planmäßig verläuft – am 4. November am dortigen Marinestützpunkt zurückerwartet. Insgesamt befinden sich rund 750 Angehörige der Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte an Bord der drei Schiffe, darunter knapp 200 neu ernannte Offiziere. Die frisch gebackenen Marineführungskräfte sollen sich auf der halbjährigen Ausbildungsfahrt mit der Beherrschung aller seemännischen Fertigkeiten auf einem modernen Kriegsschiff vertraut machen und durch die Vielzahl der besuchten Häfen und Länder eine globale Perspektive erhalten. Der erste Teil der Reise führte über Pearl Harbor (Hawaii), San Diego (Kalifornien), Panama City, Jacksonville (Florida) und Baltimore (Maryland) ehe der Verband ab dem 18. Juli die Überquerung des Atlantiks in Angriff nahm. Erste Stopps in Europa waren Brest und London sowie Klaipeda (Litauen), wobei einige Häfen getrennt angelaufen wurden. So auch am verlängerten Wochenende von Freitag, dem 12. bis Dienstag, dem 16. August, an dem die Kashima den belgischen Hafen von Antwerpen anlief und die Setoyuki und die Asagiri während der 26. Hansesail in Rostock festmachten.

Open Ship Aufgrund ihres Tiefgangs von über vier Metern konnten die beiden Zerstörer nicht im Marinestützpunkt Hohe Düne anlegen, sie wurden in den Frachtbereich des Rostocker Überseehafens umgeleitet. Da dieser Teil des 10/2016

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Rostocker Hafens für Besucher nur schwer zugänglich ist (Sicherheitsbereich) bot die Deutsche Marine Shuttledienste mit Bussen sowie Marinebooten zu den beiden Open ShipVeranstaltungen am 12. und 13. August an, die zahlreich genutzt wurden – der Andrang an neugierigen Besuchern, die die in Deutschland selten anzutreffenden japanischen Marineschiffe näher inspizieren wollten, war schlichtweg überwältigend. Sowohl die Schiffe als auch deren Besatzungen präsentierten sich hervorragend. Obwohl beide Zerstörer aus den 1980er Jahren stammen, war an und auf ihnen nicht eine einzige rostige Stelle auszumachen und die Besatzung war freundlich und höflich – und beantwortete geduldig alle Besucherfragen. Am 16. August fuhren die Asagiri und

die Setoyuki weiter in Richtung Malta, in der Nordsee traf man sich zuvor wieder mit der aus Belgien kommenden Kashima. Die weiteren Stationen des Ausbildungsgeschwaders sind Civitavecchia (Italien), Djibuti, Mombasa, Colombo (Sri Lanka), Manila und danach die Rückkehr nach Yokosuka.

Technische Daten Setoyuki Kennung

TV-3518

Bauwerft

Mitsui, Tamano

Kiellegung

26. Januar 1984

Stapellauf

3. Juli 1985

Indienststellung

11. Dezember 1986

Verdrängung

3.050 t

Resümee

Abmessungen

130×13,6×4,4 m

Der Besuch der Japanischen Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte auf der Hansesail Rostock war ein voller Erfolg und hinterließ bei den Besuchern und an der japanischen Marinetechnik Interessierten einen bleibenden, positiven Eindruck. Es bleibt zu hoffen, dass deutsche und europäische Häfen von nun an öfter von den Schiffen der JMSDF besucht werden.

Antrieb

4 Gasturbinen, 2 Wellenantriebe (45.000 PS)

Geschwindigkeit

30 kn

Bewaffnung: Otto Melara 76/62-mm-Geschütz, Phalanx 20-mm-Nahbereichsverteidigungssystem, Harpoon SSM Anti-Schiffsraketen, Sea Sparrow SAM-Flugabwehrraketen, Asrox MK 112 8-fach-Anti-U-Boot-Raketenwerfer, 324-mmDreifachtorpedorohre

Technische Daten Asagiri Kennung

DD-151

Bauwerft

IHI, Tokio

Kiellegung

13. Februar 1985

Stapellauf

19. September 1986

Indienststellung

17. März 1988

Verdrängung

3.500 t

Abmessungen

137×14,6×4,5 m

Antrieb

4 Gasturbinen, 2 Wellenantriebe (54.000 PS)

Geschwindigkeit

30 kn

Bewaffnung: Oto Melara 76/62-mm-Geschütz, Phalanx 20-mm-Nahbereichsverteidigungssystem, Harpoon SSM Anti-Schiffsraketen, Sea Sparrow SAM-Flugabwehrraketen, Asroc MK 112 8-fach Anti-U-Boot-Raketenwerfer, 324-mmDreifachtorpedorohre auf dem Deckshaus der Setoyuki befindet sich das 20-mm-nahbereichsverteidigungssystem phalanx

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Die ersten Dampfer auf dem Fluss Das Fahrgastschiff »Concordia«

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10/2016

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Köln im Jahre 1827: Es gibt noch keine Eisenbahn, der Dom ist noch nicht vollendet, doch am Rheinufer gibt es etwas Unerhörtes zu sehen: Ein Dampfschiff! Bis dato wurden Schiffe mit Windkraft oder Pferden stromaufwärts bewegt. Zum ersten Mal war es nun möglich, unabhängig vom Wetter zu Berg zu fahren. Versuche in den Jahren zuvor haben ja auch bewiesen, dass man sogar die schwierige Gebirgsstrecke zwischen Koblenz und Bingen befahren kann – heute ist dieser Abschnitt Unesco-Weltkulturerbe. So tun sich also ein paar Kölner Kaufleute zusammen und gründen die Preußisch-Rheinische DampfschiffahrtsGesellschaft (PRDG). Ihr erstes Schiff heißt Concordia. Sie ist ca 45  Meter lang, im Wasser 5  Meter breit und hat eine Zweizylinder-NiederdruckMaschine mit Balancier, die gewaltige 70 PS liefert. Der Rumpf besteht aus Eichenholz, wobei der Schiffsboden mit Eisenblech beschlagen war. Das Schiff litt unter Gleichgewichtsproblemen. Diese löste man durch Ballastwagen, die man unter Deck je nach Notwendigkeit abstellen konnte.

Zeitgenössische darstellung der Concordia

der Bau der Schaufelräder aus Birkensperrholz

Jedes Schaufelrad besteht aus 20 Schaufeln mit entsprechend vielen Speichen und zwei Kränzen

Luxusschiff Das Schiff ist für die damalige Zeit ungeheuer komfortabel. Es besitzt verschiedene Salons für verschiedene Klassen. Natürlich ist es auch für den Güterverkehr konzipiert, denn der Tourismus steckte damals ebenfalls noch in den Kinderschuhen. Die Fracht wurde mit dem bordeigenen Kran in den Laderaum befördert. Sehr wahrscheinlich hatte die Concordia auch ein Beiboot, mit dem sie Passagiere an Land setzen konnte, denn feste Anlegebrücken gab es ebenfalls noch nicht. In der ersten Saison gab es jede Menge Probleme. Zunächst einmal war die Strecke von Köln nach Mainz noch 10/2016

Binnenschiffe haben den Vorteil, dass der rumpf eher simpel aufgebaut ist

die erste Testfahrt zeigte, dass der rumpf recht stabil auf dem Wasser liegt

Nach leichtem Zögern wurde entschieden, das deck zu beplanken

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ein aluminium-rohr dient als Kamin

mast, Kran, Niedergänge und alle Kästen an deck werden aus dem bewährten Birkensperrholz hergestellt

Geätzte messingteile, deren Vorlage digital an einen Service aus dem internet geschickt wurde

die Takelage entstand aus Garn 

nicht reguliert. Besonders problematisch war die Durchfahrt durch das Binger Loch, eine damals 14  Meter breite Fahrrinne. Zum anderen war die Dampftechnik sehr neu und der Heizer entsprechend unerfahren. Mehrmals ließ er den Kessel trockenfallen, so dass Reparaturen nötig wurden. Dennoch erwies sich die Concordia als außerordentlich erfolgreich. Noch heute fahren Schiffe der PRDG auf dem Rhein –unter der Flagge der Nachfolgergesellschaft Köln-Düsseldorfer (KD).

Vorüberlegungen Das erste und naheliegende Problem für den Bau eines so alten Schiffes ist natürlich, einen Plan und Fotos zu bekommen. Was den Plan angeht, hatte ich Glück. Das Buch Die Personenschiffahrt auf dem Rhein von Eduard Bünd56

gen enthält sehr viele Pläne, eben auch einen der Concordia. Dieser Plan ist natürlich nicht original. Vielmehr wurde er von einem Gelehrten erstellt. Für mich genügt dies. Was Fotos angeht, so sah die Sache ganz düster aus. Im Jahr 1827 gab es praktisch nur Prototypen von Kameras und die Presse von damals hatte darauf keinen Zugriff – geschweige denn Kölns Bewohner. So musste ich mich auf den Plan verlassen. Glücklicherweise hat sich jedoch ein Bekannter schon mit der Concordia beschäftigt und ein Standmodell anfertigen lassen, das mir ebenfalls als Vorbild dienen konnte. Von diesem Standmodell machte ich ausreichend Fotos. Schlussendlich baue ich also ein Modell eines Modells. Die Concordia soll passend zu meinen anderen Schiffen im Maßstab 1:50

erbaut werden. Daraus resultiert eine Rumpfbreite von etwa 10 Zentimetern bei einem Tiefgang von etwa 2,5 Zentimetern. Bei einer Rumpflänge von ca. 80 Zentimetern ergibt das eine zu erwartende Masse von 1,8 kg. Das klingt sehr wenig, ist aber durchaus machbar. Schließlich braucht das Schiff nur einen kleinen Motor und folglich auch keine große Batterie. Problematisch ist allerdings die Stabilität. Wer Modellschiffe baut, der weiß, dass 10 Zentimeter sehr schmal sind. Und schmale Rümpfe neigen – im wahrsten Sinne des Wortes – zum krängen, zumal das Modell durchaus hohe Aufbauten besitzt. Die Stabilitätsrechnung – wobei es eher eine Schätzung denn eine Rechnung ist, denn ich nutze die Formel für quaderförmige Rümpfe – lässt nichts Gutes erwarten. Der Schwerpunkt darf nicht höher als 1,5 Zentimeter über der Wasserlinie liegen. Und selbst dann dürfte das Schiff sehr schwanken. Das erscheint mir bei den hohen Aufbauten als nicht durchführbar, so dass ich Konstruktion überdenken musste. Die Lösung lag darin, Gewicht einzusparen. Der Bau würde also vorwiegend aus Balsaholz und anderen leichten Materialien konstruiert werden. Ich legte die zu erwartenden Baumaterialien und die Elektronik auf die Waage und erreichte etwa 1,2 kg. Natürlich ist damit zu rechnen, dass noch mehr oben drauf kommt, aber ich setzte etwa 1,5 kg fest, was einem Tiefgang von 2 Zentimetern entsprechen würde. Diese Rechnung ist schon bedeutend besser: Der Schwerpunkt darf nun 4 Zentimeter über der Wasserlinie liegen, also ungefähr auf Deckshöhe. Das erschien mir machbar und so konnte der Bau beginnen.

Räder Den Bau beginne ich mit dem interessantesten Teil, den Schaufelrädern. Die Concordia war ein sehr frühes Exemplar eines Raddampfers und hatte damit Räder aus Holz mit festen Schaufeln. Das kommt mir sehr gelegen, denn für die komplizierten Patenträder mit Exzentersteuerung fühle ich mich noch nicht fit genug. Jedes der Räder besteht aus 20 Schaufeln mit entsprechend vielen Speichen und zwei Kränzen. Zunächst fertige ich ein paar der Schaufeln aus Birkensperrholz. Daran klebe ich die Speichen aus demselben Material. Diese Arbeit ist ziemlich eintönig und 10/2016

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nach 14 Schaufeln widme ich mich den Kränzen. Wie immer, wenn ich mehrere identische Teile benötige, klebe ich zunächst mehrere Lagen Sperrholz übereinander, wobei die Klebestellen nur punktuell sind, so dass man die Teile später mit dem Messer wieder auseinander bekommt. Dann zeichne ich die Kränze auf, die mit zwei provisorischen Speichen auf Abstand gehalten werden. Beim Aussägen der filigranen Kränze bricht mir der innere gleich mehrmals durch, so dass ich ihn gleich ganz heraussäge und auf später verschiebe. Dann geht es endlich los: Der Kern des Rads sind zwei gegenüberliegende Schaufeln, die auf einem gemeinsamen Speichenpaar sitzen. Darauf klebe ich einen Ring auf und dann kommen die senkrecht dazu sitzenden Schaufeln und der zweite Ring hinzu. Das ergibt ein recht stabiles Grundgerüst für das Rad. Später kommen noch die anderen Schaufeln dazwischen, aber zunächst muss das Ganze im Schraubstock aushärten. An der Achse befestigt werden die Räder mit jeweils zwei Stellringen, die ich mit Epoxydharz in die Räder klebe.

Gewicht her ungünstig ist. Obenauf kommt noch ein flacher Aufbau, der das eigentliche Deck darstellt. Dieses Deck ist aus Balsaholz, die Seiten wiederum aus Birke. Aus demselben Material werden die Radkästen gefertigt. All das geht ruckzuck. Unter Deck beginne ich bereits mit dem Einbau des Motors und der Ruderanlage. Der Motor wirkt mit einem Schneckenrad auf ein Zahnrad, das auf der Radwelle befestigt ist. Somit erspare ich mir komplizierte Getriebe und mit der Untersetzung von 1:40 erreiche ich sowohl die gewünschte Radgeschwindigkeit als auch Kraft. Das Ruder ist ein simples, recht langes Ruderblatt, das zweifach aufgehängt ist. Das Ruder macht mir Sorgen, denn da kein Propeller darauf wirkt, erwarte ich keine

allzu große Wirkung. Auch von den Rädern bin ich nicht überzeugt. Daher habe ich den Rumpf so konstruiert, dass ich zur Not einen Jet-ähnlichen Antrieb nachrüsten kann. Ebenfalls als Notlösung vorgesehen ist der Antrieb beider Räder mit je einem Motor, um die Ruderwirkung zu verstärken. Heutige Dampfer-Umbauten nutzen diesen Mechanismus ebenfalls. Gewissheit bringt schließlich die erste Testfahrt, die nach ausreichender Behandlung des Rumpfes mit Porenfüller ansteht. Zu meiner nicht gelinden Überraschung liegt der Rumpf recht stabil und erreicht sowohl die Geschwindigkeit als auch Wendigkeit, die ich für Fahrten auf meinem Bach benötige. Die Themen Jet-Antrieb und getrennte Räder sind damit vom Tisch.

Rumpf Das nächste Bauteil ist der Rumpf. Binnenschiffe haben den für Modellbauer günstigen Vorteil, dass sie vergleichsweise simpel aufgebaut sind. Der Rumpf besteht aus einer Bodenplatte aus Birkensperrholz von 1,5 mm Stärke. Vorne und hinten klebe ich je zwei große Klötze aus Balsaholz auf, mittig lasse ich einen 4  mm breiten Spalt für den Steven. Dieser wird erst später montiert, wenn der Rumpf seine endgültige Form hat. An der Kimmrundung und oben verbinde ich die vorderen mit den hinteren Klötzen und in die Mitte kommt ein Spant, das genügt. Nach dem Schleifen kommen links und rechts die Bordwände aus Birkensperrholz dran und vor mir liegt ein kastenförmiges Gebilde. Dieses wird nun mit dem Bandschleifer und dem Dremel so lange bearbeitet, bis die Rumpfform gefällt. Daraufhin kann der Steven eingeklebt werden. Auf den Rumpf stecke ich die Decksplatte mit der Scheuerleiste. Da diese auch mal einen Stoß abbekommen wird, fertige ich sie nicht aus Balsaholz, sondern aus Kiefer, obwohl das vom 10/2016

der kleine akku erlaubte den einbau eines BeierSoundmoduls und eines lautsprechers

Blick auf die eingebaute Schiffstechnik

Blick auf das deck: die fertigen aufbauten aus Birkensperrholz und die Takelage aus Garn

die Concordia ist sehr wendig und kann selbst auf diesem nur 4 meter breiten Bach wenden 

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Aufbauten Mit neuer Energie geht es nun an die Lackierung, die ich mit dem Airbrush ausführe. Nach etwas Zögern entschließe ich mich, auch das Deck zu beplanken. Im Internet fand ich einen Dienst, der mir Holzstreifen von 4 mm Breite und 0,5  mm Stärke zuschnitt. Diese kürzte ich mit dem Messer und klebte sie direkt auf das Balsadeck. Am Ende kam Lasur drauf. Das Resultat ist ein unregelmäßig lackiertes Deck. Nun folgte der langwierige Teil. Zunächst brauchte ich einen langen Kamin, der mit einer hübschen „Krone“ abgeschlossen ist. Da ich den Einbau eines Dampfgenerators plane, muss der Kamin hohl sein und natürlich leicht. Die Lösung ist ein AluminiumRohr. Dieses bohre ich an einem Ende 12 Mal an und schneide dann mit der Trennscheibe Schlitze zu diesen Löchern. Mit einem Keil aus Stahl und einem Hammer treibe ich die 12 Zäh-

die Concordia ist ein exotisches modell und gerade auch bei Nacht ein absoluter hingucker

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ne nach außen. Schließlich schleife ich sie mit meinem Dremel spitz – fertig ist der Schlot. Mast und Kran sind bedeutend einfacher. Ebenso die Niedergänge und sonstigen Kästen, die sich an Deck befinden. All das wird aus dem bewährten Birkensperrholz oder Balsa hergestellt. Die Reling besteht ebenfalls aus Birkensperrholz. Lange überlege ich, ob ich die Pfosten für die Reling drehen möchte, entschließe mich letztlich aber für simple Vierkanthölzer aus Balsa – schließlich war das Original auch in erster Linie ein Nutzobjekt. Am Heck muss noch ein Gestell für ein Sonnensegel aufgebaut werden, das ich aus Messing herstelle. Dort fertig, wende ich mich dem Bug zu. Hier wartet ein kompliziertes gitterartiges Gebilde, das sich zum Vordersteven vorzieht. Dieses baue ich aus einem Teil Birkensperrholz, das ich unter Dampf in die gewünschte Form verdrehe. Schlussendlich muss ich noch die Galionsfigur bauen. Sie besteht aus zwei Teilen Kiefernholz, das links und rechts an den Steven geklebt wird. Mit dem Dremel arbeite ich die Galionsfigur heraus. Die Reling allerdings bereitet mir noch lange Kopfzerbrechen, denn dem Plan zufolge besteht sie aus einem komplizierten Drahtgeflecht, ähnlich einem Jägerzaun. Im Museum sah ich Modelle aus der gleichen Epoche, deren Reling mit einem Netz gebaut waren. Parallel hatte ich das Problem, den Schriftzug für die Radkästen herzustellen. Bei meinem letzten Modell konnte ich auf einen Service zurückgreifen, der mir Buchstaben auf einen Träger geplottet hat. Diesmal jedoch waren die Muster

zu fein. Schließlich brachte mich ein Freund darauf, dass solche Buchstaben noch besser wirken, wenn sie erhaben sind. Mit einem Geistesblitz kam die Lösung für beide Probleme: Geätzte Messingteile! Mit dieser Technik konnte ich auch die komplizierten Verzierungen und Fensterrahmen erstellen. Die Lösung war perfekt! Am Computer erstellte ich die benötigten Muster und schickte sie an einen Service in das weite Internet. Eine Woche später kamen meine ersten Photoätzteile nach Hause. Sie wurden mit dem Airbrush lackiert und eingebaut – perfekt! Am Heck war es nun Zeit für das Sonnensegel, für das ich lange nach geeignetem Material suchen musste. Schließlich fand ich in einem Bastelladen eine Rolle mit einer Art Plastiktapete zum Aufkleben. Das Muster war natürlich unbrauchbar, aber das Material selbst war etwas geriffelt und widerstandsfähig. Ich schnitt es grob aus und legte es probehalber auf das Gestänge. Dann faltete ich die Folie an den entsprechenden Stellen – auch oben quer an jeder Messingstange – und schnitt es mit einer Zickzackschere fein aus. Noch lackieren und aufkleben – fertig! Nun war es fast geschafft. Nur eine Hürde noch – die Takelage. Mit Garn ging es nun los, die verschiedenen Masten, Bäume und so weiter zu verbinden. Und dann natürlich das Thema Strickleitern. Wenn man darüber im Internet liest, dann werden die Sprossen immer aus festen Hölzern hergestellt. Ich wollte aber Strickleitern aus Garn und nichts anderes. Weitere Forschungen brachten mich darauf, dass diese Leitern auch Webeleinen genannt werden und daher kommt der Knoten Webeleinstek, den ich vom Segeln her kannte. Sollte es wirklich so einfach sein? Ich spannte jeweils drei Wanten vom Krähennest zur Bordwand und begann damit, die einzelnen Sprossen mit dem genannten Knoten zu knüpfen. Unmittelbar darauf kam ein Tropfen Sekundenkleber auf den Knoten, damit der ja nicht mehr aufgeht. Nach einer Stunde konnte man die überstehenden Fäden abschneiden und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nachdem nun alle Teile an Ort und Stelle waren, musste das Boot nur noch mit Klarlack eingesprüht werden. Daraufhin wurden die Fenster eingeklebt und das Schiff war bereit, seinem Element ent10/2016

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gegenzutreten. Mit dem Endgewicht von 1.400  g voll ausgerüstet war ich guter Dinge und stellte den Sekt kalt.

Nachbesserung Bei der Jungfernfahrt stellte sich nun heraus, dass der Rumpf keineswegs so längsstabil ist, wie ich hoffte. Das Gleichgewicht war sehr empfindlich, so dass ich es gut und gerne sieben Mal öffnen musste, um den Akku zu verschieben. Außerdem wirkte das Boot auch nicht gar so gut, wie ich wollte. Es fehlte einfach der Sound. Also zurück in die Werkstatt zur Nachbesserung. Um einen Lautsprecher im Boot unterbringen zu können, musste ich einen kleineren Akku finden. Das wiederum war kein Problem, denn der bisherige Fahrakku, der auch in meinen anderen Booten zum Einsatz kommt, ist viel zu überdimensioniert. Der kleinere Akku erlaubte mir den Einbau des BeierSoundmoduls und eines Lautsprechers. Dieser wirkt offen im Boot liegend bereits zu meiner vollsten Zufriedenheit, so dass mir eine Idee kam: Was, wenn ich diesen Akku an ein Servo kopple, und ihn damit ferngesteuert quer im Rumpf schieben kann? Damit wäre die Frage nach dem Gleichgewicht auch gelöst. Gesagt, getan!

Elektronik Die Concordia läuft wegen des Dampfgenerators mit 12 Volt. Da es beim Bau auf das Gewicht ankam, kommt hier ein LiPo mit 1.800 mAh zum Einsatz. Gesteuert wird das Modell über eine auf Jeti umgebaute Graupner MC-24. Das ist etwas überdimensioniert, aber

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diese Fernsteuerung nutze ich bei all meinen Modellen, die durchaus komplizierter sein können als dieser simple Dampfer. Nur vier Kanäle werden hier gebraucht: Ruder: Das Ruder wird über einen kleinen Billigservo von Conrad angesteuert. Da das Ruder sehr lang ist, „wirft“ es das Boot regelrecht hin und her. Daher habe ich im Sender die Stellgeschwindigkeit heruntergesetzt. Fahrtregler: Zum Einsatz kommt ein 12/40RW Easy von www.modellbauregler.de. Diese Regler gehören zu der teureren Sorte. Sie haben sich bei mir allerdings hervorragend bewährt. Da ich viele Modelle betreibe, löte ich alle Regler an D-Sub-Stecker. In den Modellen finden sich die passenden Buchsen. Auf diese Weise kann ich Regler sehr einfach austauschen. Dadurch brauche ich erstens weniger Regler und zweitens kann ich im Fehlerfall schneller analysieren. Gleichgewicht: An einem kleinen Servo hängt ein Lautsprecher. Im Vergleich zum Boot ist dieser recht schwer und man merkt durchaus einen Effekt, wenn man den Ballast setzt. Schaltmodul: Herzstück meiner Boote ist das Beier-Soundmodul USM-RC-2, das für etwa 150,- Euro zu haben ist. Für nochmal so viel Geld bekommt man einen senderseitigen Schalter, der sich in die alten Pultanlagen integrieren lässt – deshalb fahre ich immer noch mit einer MC-24. Im Boot schaltet mir das Modul das Licht – realisiert durch flackernde LED – und den Dampfgenerator. Dieser braucht recht viel Strom und läuft deshalb über

ein Relais. Natürlich liefert das Soundmodul auch Töne. An Bord habe ich Kammermusik, Dampfpfeife, Glocke, Maschinentelegraf und als Highlight das lastgeregelte Dampfmaschinengeräusch

Auf See Es macht Spaß, die Concordia zu fahren. Sie ist ein Exot in der Szene und die vielen Effekte lassen sich wirkungsvoll einsetzen. Beeindruckt hat mich die Wendigkeit des Modells. Ohne Probleme kann ich auf meinem nur etwa 4 Meter breiten Bach in einem Zug wenden – vorausgesetzt, ich nutze die Strömung aus. Allerdings muss man auch sagen, dass das Schiff nur bei Windstille zu gebrauchen ist. Jede noch so leichte Brise lässt das Boot krängen. Es driftet dann einfach davon. Ein merkwürdiger Effekt stellt sich auch bei schneller Fahrt ein: Die Räder scheinen sich im Wasser festzusaugen, je schneller sie sich bewegen. Bei Volldampf – der zugegebenermaßen tatsächlich sehr schnell ist und nur für den Notfall gedacht ist – zieht ein Rad das Schiff zur Seite. Auch dann krängt es. Gekentert ist das Schiff noch nicht, allerdings fahre ich es auch sehr vorsichtig. Auch für Wellengang ist das Modell nicht geeignet, der Freibord beträgt nur 3 Zentimeter. Höhere Wellen würden das Modell versenken. Diese Probleme habe ich vorausgesehen, dennoch habe ich mich für den kleinen Maßstab entschieden, aus Rücksicht zum Rest der Flotte. Würde ich das Schiff nochmal so bauen? Ja – und zwar ohne Änderungen!

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Ganz ohne

Smartphone, Tablet und Co

Rad-Schaum-Dampfer für Kids Derzeit ist die Meinung weit verbreitet, die gerade heranwachsende Generation beschäftige sich überwiegend mit Smartphone, Tablet und Co. Und sie sei gar nicht mehr in der Lage, sich aus der digitalen Welt heraus in die Wirklichkeit zu bewegen. Die Truppe „Werft für Kids“, eine Gruppe engagierter Modellbauer, die auf Messen mit Kindern Schiffsmodelle baut, kann dies nicht bestätigen.

Sicher ist es richtig, dass die aktuell genutzten Beschäftigungen kurzlebiger sind und auch schneller zum Erfolg führen sollen – jeder will schnell das nächste „Level“ erreichen – aber mit dem richtigen Angebot spielen Kinder heute genauso begeistert in der realen Welt wie früher.

Schaufelraddampfer für Kinder Das aktuellste Beispiel dafür aus der Werft für Kids ist ein Schaufelraddampfer aus EPP (expandiertes Polypropylen). Das Schaum-Material (optisch ähnlich wie Styropor) ist den Flugmodellbauern bestens bekannt, im Schiffsbau aber noch nicht sehr weit verbreitet. Das Material ist sehr elastisch und nimmt nach Verformung 60

wieder seine ursprüngliche Form an – ideal für ungeübte Kinder-Hände. Aus sieben Bauteilen, lässt sich in kürzester Zeit ein kleines, unsinkbares, extrem robustes Modell erstellen, das gegenüber Rempeleien oder rüdem Umgang extrem unkritisch ist. Eine schwarze Schaumplatte dient als Rumpf, die Aufbauten sind gelb und blau das Dach ist rot. Damit die Teile von den Kindern in der richtigen Reihenfolge und erfolgreich zusammengefügt werden, braucht es trotzdem Betreuung, Geduld und Zeit. Die bringt die Truppe der Werft für Kids (Fritz, Walter, Nina, Micha, Jörg, Karin, Walter, Bernd, Alex, Daniel, Jürgen, Peter, Rolf ) immer wieder gerne auf, um dem Nachwuchs die Modellbauerei

schmackhaft zu machen. Um dabei die Bauzeit auf ein Maß zu bringen, dass für Kinder und Eltern noch genügend Zeit für den „Rest“ der Modellbaumesse bleibt, hat Mario in vielen Stunden für die Kinder bereits die Aufbauten vormontiert und auch den Antrieb fertig verdrahtet und verlötet. So muss also lediglich der Elektro-Motor in den vorderen Aufbau gedrückt, die vorbereiteten Schaufelräder auf die Achsen gesteckt und der Schalter sowie der Batterie-Halter in den vorgesehenen Aussparungen platziert werden. Als Ruder wird eine ABS-Platte in einen Schlitz im Rumpf gesteckt. Damit ist das Boot nach fünf bis zehn Minuten bereits fast einsatzklar. Wenn alle Leitungen verstaut wurden und die Bat10/2016

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Der Raddampfer besteht aus wenigen einzelteilen

Die aktion auf der Faszination Modellbau kam bei den Kindern sehr gut an

Der Zusammenbau des Materials aus epp ist vollkommen unkompliziert

Messe lässt mich als außenstehenden Beobachter diese „Dampfer-Aktion“ auf eine top motivierte neue Modellbauer-Generation hoffen. Ich bedanke mich für die freundliche Unterstützung der Sol-Expert–Group Ravensburg und der Firma Bormatec Ravensburg. terie eingesetzt ist, werden noch die Dächer aufgesetzt, mit Zahnstochern fixiert und es kann endgültig zur Jungfernfahrt gehen.

Spaß-Faktor Sind die fröhlich-bunten Dampfer dann im Wasser – ein kleines Becken mit den Abmessungen eines großen Planschbeckens genügt – dann haben die Kids sichtlich Spaß daran, die Fahrt zu verfolgen. An jedem Ufer müssen die Modelle von Hand umgedreht werden. Dabei sind nasse Ärmel quasi vorprogrammiert – aber das ist in diesem Moment völlig unwichtig… Kleinere Kurskorrekturen werden durch „Verbiegen“ des Ruders vorgenommen und los geht es zum nächsten Ufer. 10/2016

Treffen zwei Modelle aufeinander, ändern sie nach leichtem Andocken quasi von alleine ihren Kurs – oder werden, zur Freude ihrer neuen Besitzer, zu kleinen „Krabbeltieren“. Je nachdem wie der Kontakt der Boote stattfindet, sorgt die sich drehende Schaufel nämlich dafür, dass manchmal ein Dampfer über den anderen „klettert“. Beschädigt wird dabei nichts und der Spaß-Faktor steigt sogar noch einmal. Etwa 100 dieser Modelle wurden auf der Faszination Modellbau in Friedrichshafen zum ersten Mal mit Kindern gebaut und die Aktion war sicher für alle Beteiligten ein Erfolg. Strahlende Kinder, glückliche Eltern, zufriedene Betreuer und hoffentlich noch viel Spaß mit dem Modell auch nach der

Auf der kommenden Faszination Modellbau Die Werft für Kids wird wieder auf der nächsten Faszination Modellbau vom 28. bis 30. Oktober 2016 in Friedrichshafen vertreten sein. Die „Werft für Kids“ freut sich auf Sie – und unseren gemeinsamen Nachwuchs.

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Das Seenotrettungsboot »NH 1816« der KNRM

Die Suche nach der idealen Bugform Wenn wir „Sehleute“ in Videos oder auf Fotos, wie sie unter anderem die DGzRS auf ihrer Internetseite zeigt, sehen, wie ein Seenotkreuzer regelrecht in die Wellen kracht, finden wir das toll. Weniger toll finden es aber die Besatzungen der Boote und Schiffe, die dabei von der See regelrecht durchgeprügelt werden. Innenaufnahmen von solchen Vorgängen zeigen uns schon nach wenigen Minuten, dass es angenehmere Orte gibt, als ein Seenotrettungsboot im Einsatz bei schwerer See.

Neben vielen anderen Faktoren gilt dabei das „Slamming“ als die übelste Ursache für die teilweise unerträglichen Erschütterungen. Unter „Slamming“ versteht man das harte Einsetzen des Vorschiffs in hohe Wellen. Bedingt durch die Forderung nach höherer Geschwindigkeit und die mit dem Klimawandel immer schwieriger werdenden 64

Bedingungen auf See, wachsen dadurch die Probleme bei der Entwicklung von neuen Seenotrettungsbooten. Um den Forderungen nach unbedingter Sicherheit für die Besatzungen, angemessener Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit nachkommen zu können, muss man dieses „Slamming“ unbedingt auf ein Mindestmaß reduzieren.

Der richtige Bug Eine Hauptrolle spielt dabei die Bugform. Zurzeit werden weltweit die verschiedensten Formen entwickelt und erprobt, um das Optimum zu erreichen. Für die Hochseeschifffahrt zeichnen sich bereits Trends ab, so wie früher der Weg zum Wulstbug. Leider gibt es für die Seenotrettungsboote den idealen Bug nicht. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen, die die Einsatzgebiete der einzelnen Organisationen stellen. Was für das eine Revier optimal erscheint, muss wo anders abgelehnt werden. Bestes Beispiel dafür ist die britische Shannon-Class. Um die beste Form für den Rumpf zu er-

mitteln, wurden unter anderem auch Formen getestet, die bei anderen Gesellschaften als optimal gelten, sich für die britischen Anforderungen aber als weniger geeignet erwiesen. Die zurzeit extremsten Entwicklungen stammen aus Frankreich und den Niederlanden. Als Beispiel für das französische Layout wird in diesem Beitrag ein Versetzboot des Lotsenschiffes Weser gezeigt, dessen Rumpf dem der neuesten französischen SRB entspricht. In den Niederlanden, wo die KNRM (Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij) die in die Jahre gekommene Arie Visser-Klasse ablösen muss, ging man andere Wege. Der neue Typ sollte neben andern Verbesserungen vor allem eben ein erheblich reduziertes „Slamming“ aufweisen. In enger Zusammenarbeit der KNRM-Entwicklungsabteilung mit der Damen Shipyard und den Besatzungen wurde auf der Basis des „Seaaxebow“ von Damen ein nicht zuletzt in unseren Augen radikal ungewohnter Seenotrettungsboottyp entwickelt. 10/2016

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Bei dieser Bugform ist die weitere Form des Rumpfs sehr wichtig, weil die Gefahr besteht, dass das Boot sehr zum Schlingern neigt. So ist das neue Boot zur in der Größe vergleichbaren Eiswette-Klasse der DGzRS auch breiter. Im Zusammenspiel soll der scharfe Bug die Wellen durchschneiden und der breite flache Rumpf dann darüber gleiten, was nach Damen eine Reduzierung des „Slammings“ um mindestens 40 Prozent bringt. Von der Visser-Klasse übernahm man die bewährte Aluminiumkonstruktion des Rumpfes und entwickelte schmalere, aber wirkungsvollere Fenderwulste. Als Antrieb nahm man wieder die gerade im Flachwasser bewährten Jetantriebe. Statt aus Aluminium baute man aber den Aufbau aus einem Kunststoffkompositmaterial, um ihn leichter, besser geräuschdämmend und vibrationsärmer zu machen. Wie bei Neukonstruktionen üblich, wurde auch die Bedienung ergonomischer ausgelegt, unter anderem führte man auch hier „SIMS“ (Systems Information and Management System), das heißt die Vernetzung aller Bordsysteme, ein.

ein modell der NH 1816 auf der modellbaumesse Intermodellbau in Dortmund

Der für seenotrettungsboote revolutionäre bug soll „slamming“ verringern 

Die aufbauten entstanden aus Kunststoffkompositmaterial statt aus aluminium

Investition Zukunft

Im Vergleich mit den einheiten der DgzRs ist der Rumpf deutlich breiter

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Damen Shipyard engagierte sich bei der Entwicklung, weil man einen wachsenden Weltmarkt für schnelle, küstennah im Sport- oder Überwachungsbereich eingesetzte Boote sieht, und so die hohen Entwicklungskosten wieder einspielen möchte. Vom Herbst 2013 bis zum Frühjahr 2014 wurde der Prototyp ausgiebig getestet, für gut befunden und anschließend von der KNRM übernommen. Wer mehr über die Entwicklung des Bootes wissen möchte, dem seien 65

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die Homepages der KNRM (www. knrm.nl/reddingboten/reddingbootnh-1816) und der Damen-Werft (http://products.damen.com/en/ranges/search-and-rescue-vessel/searchand-rescue-vessel-1906) empfohlen.

Die niederländische KNRm bei der Flottenparade zum 150-jährigen Jubiläum der DgzRs in bremen

Zum Schluss Und noch etwas für die „Sehleute“ und „Klugschnacker“: Wenn das Boot auch mehr als ungewohnt für ein SRB aussieht – die Niederländer sind zufrieden damit. Und die sollen ja damit umgehen! Quellen: Info-Material der KNRM und von Damen Shipyard auf den jeweiligen Homepages, vor allem auch das Youtube-Video: „The next generation KNRM lifeboat NH 1816“ (https://youtu.be/igVY3hkbgVY)

Der Rumpf ist eine bewährte aluminiumkonstruktion, die Fenderwulste sind eine schmale Neuentwicklung

Neueste scheinwerfertechnik kommt auf der Nh 1816 zum einsatz

Technischen Daten

Zwei hamilton-Waterjets, die durch zwei mtu-Diesel angetrieben werden, sorgen für eine geschwindigkeit von maximal 31 Knoten

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Länge

19,3 m

Breite

6,5 m (über Wulste)

Tiefgang

1,10 m

Besatzung

6 Personen

Einsatzgeschwindigkeit

25 kn

Höchstgeschwindigkeit

31 kn

Antrieb

2×MTU-Diesel mit Getriebe auf zwei Hamilton-Waterjets

Besonderheit

Hydraulische Rettungsplattform zum „Auffischen“ von im Wasser Treibenden

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Wundersame Begegnungen 20 Jahre Powerboottreffen Heilbronn Vor langer, langer Zeit hat alles in Heilbronn auf dem Neckar angefangen: eine Gruppe von begeisterten Powerbootfahrern hat sich zum ersten Mal auf der großen Theresienwiese versammelt, um dem gemeinsamen Hobby nachzugehen. Nach und nach gesellten sich immer mehr Personen, die die gleiche Leidenschaft teilen, dazu, sodass aus einer kleinen Gruppe ein in ganz Europa bekannt gewordenes Event heranwuchs, zu dem Modelbootbegeisterte aus verschiedenen europäischen Ländern anreisen, um an diesem einmaligen Erlebnis teilzunehmen. Ob Elektroboote, Benzinverbrennungsmotorboote oder Turbinenboote – mittlerweile sind in Heilbronn alle drei Antriebskategorien vertreten, deshalb ist das Treffen so beliebt und so voller Vielfalt. Auch dieses Jahr geht die Tradition weiter – Heilbronn feiert im Sommer 2016 sein 20-jähriges Jubiläum. Dazu hat sich die MSC Hansa Heilbronn auch etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Julitermin Der offizielle Teil der Veranstaltung fand vom Freitag, den 22. bis Sonntag den 24. Juli 2016 statt, wobei die Anreise bereits ab Montag, dem 18. Juli möglich war. Dies haben auch einige 68

für sich in Anspruch genommen und aus dem Treffen sogleich einen ganzen Urlaub gemacht. Mit der ganzen Familie machten sich die Modelbaukollegen auf, um ein paar Tage mit Gleichgesinnten zu verbringen. Auch wenn nicht alle Mitglieder der Familie aktiv an diesem Hobby beteiligt sind, so ist die Verbindung, die an diesen Treffen spürbar ist, ein immer wieder wertvolles Erlebnis. Während die Modelbauer an ihren Booten herumschrauben und diese im Gewässer austesten, kann der Rest der Familie sich mit den anderen Familienangehörigen austauschen. So sind über die Jahre viele liebevolle und herzliche Freundschaften entstanden! Doch nicht nur die Kommunikation

ist hier eine Aktivität, auch gibt es in der Nähe des Gewässers einen wundervollen Park und die Innenstadt, in der auch sämtliche Shoppingtouren gestartet oder ein Café angesteuert werden können. Heilbronn hat neben diesem hervorragenden Event noch einiges Weitere zu bieten. Wie bereits erwähnt, war der offizielle Start der Freitag. Nach und nach wurde der Zeltplatz zunehmend gefüllt. Obwohl zu Beginn der Woche die Modelbauer noch vereinzelt am Campingplatz zu finden waren, stieg die Teilnehmerzahl am Freitag rasant an. Zelte wurden aufgebaut, Boote aus dem Auto gepackt und graziös vor den Zelten platziert. Doch bevor es noch zum 10/2016

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Auspacken kommen konnte, wurden gleich zur Ankunftszeit zunächst die restlichen Kollegen herzlichst begrüßt. Es ist wieder eine lange Zeit vergangen, seit man sich gesehen hat. Nach dem Aufbau wurden die ersten Boote schon ins Wasser gesetzt. Diese Anspannung beim Fahren der kostbaren Modelle, während der Wind ins Gesicht weht und die Sonnenstrahlen einen am ganzen Körper erwärmen – was für ein fabelhaftes Gefühl. Nach diesem tollen Adrenalinrausch wurden die Boote am späten Abend nur widerwillig aus dem Wasser geholt, um die Nachtruhe der restlichen Campingbewohner nicht zu gefährden.

Vor den Zelten konnte nach Herzenslaune an den Booten herumgeschraubt werden

Abendprogramm Bei einem gemütlichen Beisammensein am Grill ließ man den wundervollen Tag Revue passieren. Der Duft von leckerem Schaschlik, Bratwürsten und Steaks machte sich am ganzen Platz breit und ließ einem das Wasser im Mund zerlaufen. Mit dem Zwitschern der Vögel wurden die ersten bereits wach und genossen im Morgendunst das köstliche Frühstück unter freiem Himmel. Den ganzen Tag über wurden den Zuschauer und Teilnehmern die verschiedensten Modelle präsentiert. Sensationelle Turbinenantriebe, die mit einer berauschenden Soundkulisse eine Gänsehaut beim Vorbeidonnern auf dem Neckar hinterließen oder die sehr schnelle Elektrofraktion, die dank leistungsstarker Motoren in Verbindung mit der LiPo-Technologie das Wasser zum Glühen brachte. Umdrehungen jenseits der 30.000er Marke beschleunigten die Rennboote auf Spitzengeschwindigkeiten. Nicht zu vergessen aber auch die klassischen 2-Takt-Verbrennungsmotoren, die nicht selten in wunderschönen, airbrushlackierten Rümpfen vorzufinden waren. Über den gesamten Tag konnte man die Faszination der Powerboote live in Heilbronn erleben. Am Abend gab es ein kleines Highlight: an der Bar wurde Musik vorbereitet und ein örtlich bekannter Musiker bestellt, der die Anwesenden mit seiner Musik begeisterte und zum Tanzen animierte. Den ganzen Abend wurde ausgelassen gemeinsam gefeiert, gelacht und gesungen – ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass am nächten Tag bereits der Abreisetag war. 10/2016

Fun-Fahrzeug vor nutzfahrzeug in Heilbronn

Ausblick Bei solch einem bombastischen Ausklang der Veranstaltung und dieser wundervollen Stimmung fiel den Modelbaukollegen der Abschied viel einfacher. Mit dieser Hochstimmung wurden die Zelte wieder zusammengepackt und die Boote ins Auto geladen. Aber aufgrund der vielen tollen Erlebnissen und den wunderschönen Erinnerungen bleibt die Vorfreude groß auf das nächste Treffen.

powerbootaction in Heilbronn

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Der erste seiner Art Das Tankschiff »Glückauf«

Im Jahr 1886 fuhr erstmals ein neuer Schiffstyp von Europa nach Amerika. Es war das Tankschiff Glückauf. Was war neu? Die Glückauf konnte Erdöl so transportieren, wie es auch heute noch üblich ist: lose im Rumpf. Ein Schiff mit einer brennbaren Flüssigkeit vollpumpen? Das konnte sich bis zu Beginn der 1880er Jahre kaum einer vorstellen. Einer konnte es – der Kommerzienrat, Spediteur und Reeder Wilhelm Anton Riedemann. Riedemann importierte Öl aus den USA nach Deutschland. Üblich war, das Öl in Fässern und Kisten zu füllen und tausende dieser Gebinde in die Laderäume von Tankseglern zu stauen. Am Ende einer Atlantiküberquerung waren manchmal bis zu 30% der Ladung „verdunstet“ oder „versickert“. Riedemann befüllte auf seinen Tankseglern auch nicht benötigte Trinkwassertanks mit Öl. Das mag ihn auf die Idee gebracht haben, einfach ganze Rumpfabschnitte als Bunkermöglichkeit vorzusehen. Tanksegler waren vom Wetter abhängig und ein genauer Terminplan konnte nicht aufgestellt werden. Riedemann wollte ein modernes Schiff bauen lassen, einen Schraubendampfer. Aber Öltransport und Kessel10/2016

feuer zum Betrieb der Dampfmaschine geht nicht zusammen, urteilten deutsche Werften und lehnten es ab, so ein Schiff zu bauen. Also ging der Auftrag nach England, die Werft Armstrong, Mitchel & Co. in Newcastle baute nach Riedmanns Wünschen ein Schiff von 97  m Länge, 11,3  m Breite und 3.000 t Tragfähigkeit.

Die Rumpfaufteilung Die Antriebsanlage, Dampfkessel und eine 1.000-PS-Dreifachexpansionsmaschine, war im hinteren Teil des Schiffes angeordnet, neun Rumpfsektionen im vorderen und mittleren Schiffsteil konnten mit Öl gefüllt werden. Die Bunker hatten große Entlüftungsstutzen und waren in der Mittschiffslinie

noch einmal unterteilt. Ladung und Antrieb wurden klar getrennt, um die erforderliche Brandsicherheit zu erreichen. Wie um 1880 bei Handelsschiffen üblich, hatte der Tanker auch noch eine Takelage, jeder Quadratmeter Segel am Wind senkte den Kohleverbrauch im Kesselraum! Neue Verfahren setzen sich oft nur gegen Widerstände durch. Auf der ersten Reise weigerten sich in New York die Hafenarbeiter, das Schiff zu beladen. Auch die Hersteller der bisher verwendeten Ölfässer und –kisten protestierten heftig. Die Glückauf musste zeitweise unter Polizeischutz gestellt werden. Aller Protest nutzte nichts, der Tankdampfer Glückauf revolutionierte den Seetransport von Erdöl. Weitere Tankschiffe wurden gebaut und im Ergebnis der neuen Technologie halbierte sich in Europa der Preis für Erdölprodukte. Der erste Tanker erfüllte rund sieben Jahre zuverlässig seine Aufgabe, dann verließ ihn das Glück. Am 24. März 1893 lief er im Nebel vor New York auf Grund. Weil man das Ballastwasser schon gelenzt hatte, war der Tiefgang gering und das Schiff konnte nicht wieder flottgemacht werden. Die Brandung schob die Glückauf erbarmungslos auf 71

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Anton Riedemann liefen insgesamt sehr erfolgreich. Sein Unternehmen bildete den Grundstein für die später gegründete Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft, die 1950 in ESSO AG umbenannt worden ist.

Quelle Internet

der Rumpf ist fertig geschnitzt, geschliffen und in farbe

der schiffsrumpf, anker, Winden und Boote fehlen noch

das schiff ist fertig auf der Helling

das Ufer, das Schiff musste aufgegeben werden. Bei „unsichtigem“ Wetter und unklarer Position zu schnell gefahren, so ähnlich lautet bei derartigen Havarien der Spruch der Untersuchungskom72

mission. Aber weil die Glückauf einer völlig neuen Transporttechnologie zum Durchbruch verhalf, ist dem Schiff ein Platz in der Seefahrtgeschichte sicher. Die Geschäfte des Reeders Wilhelm

Ein Bild aus dem Internet wurde im Maßstab vergrößert, Grundlage für eine „Konstruktionszeichnung“ des Modells. Einige Details konnte ich von Fotos entnehmen, die ich aus Meppen, dem Geburtsort Riedemanns erhielt. Im dortigen Stadtmuseum steht ein ca. 1 m großes Modell der Glückauf. Um dem Schiff eine relativ maßstäbliche Breite geben zu können, wurde einer Dreiliterflasche mit einem hartmetallbestückten Draht der Hals um 8  cm gekürzt. Außer den Masten waren diverse Kleinteile, wie Segel, Flagge, Winden, Tankdeckel, Entlüftungsrohre, Leitern, Boote, Davits, Rettungsringe, Anker, Ankerkran, Poller und Leinentrommeln zu fertigen. Auch einige „Besatzungsmitglieder“ stehen auf der Brücke bzw. sind auf dem Oberdeck verteilt. Die drei zu bauenden Masten mussten klappbar sein, das war klar. Aber die Dampferbrücke in der Schiffsmitte und die Maschinenhausaufbauten mit verspanntem Schornstein am Schiffsheck hätten ein Klappen der Takelage stark behindert. Diese zwei Baugruppen mussten also getrennt vom Schiffsrumpf angefertigt und nach dem Aufstellen der Masten in die Flasche eingebaut werden. Das Modell wird auf einen Holzsockel geklebt, der von gefärbtem Kitt (=„Wasser“) umgeben ist. Mit weißer Farbe deute ich eine Bugwelle und das Schraubenwasser an. Beim Aufkleben des Rumpfes auf den Sockel ist darauf zu achten, dass keine der aus der Flasche hängenden Zugfäden unter das Schiff gerät. Dies wäre fatal und bedeutet eine Blockade beim Aufrichten der Takelage. Man kann die Bauleinen zu einer leichten Spirale verdrehen, dann hat man sie alle „über“ dem Schiff. Mit etwas Geduld sind dann alle Schlingen und Knötchen auch wieder zu entwirren. Das Einsetzen klappte gut, aber am Tag danach gab es ein mittleres Problem. Beim Sortieren der Fäden und dem Aufrichten des Besanmastes zog ich versehentlich das Befestigungsgelenk des Fockmastes aus dem Rumpf heraus. 10/2016

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Ich hatte einen Monat zuvor vergessen, das Drahtgelenk beim Einsetzen mit Kleber zu versehen. Nun „wackelte“ mein noch liegender Fockmast hin und her, der Fixpunkt am Mastfuß fehlte. Das Bemühen, in der Buddel mit einem Drahthaken die beiden 0,5-mm-Drähte des Gelenks in die beiden 0,6-mmBohrungen im Oberdeck hinein zu fummeln, schlug fehl.

Knifflig Ich baute jetzt eine spitze 1-mm-Nadel an einen Stahlstab und presste die Nadelspitze nacheinander in die Bohrungen auf dem Deck. Es war etwas Kraft erforderlich, aber der Rumpf klebte ja fest auf seiner Unterlage. Der nächste Versuch, mein Mastgelenk in die nun geweiteten Bohrungen zu schieben, gelang. Schnell etwas Kleber an den Draht und die Sache war ausgestanden. Pro Mast mussten zwei Stage und eine Schot durchgeholt, verklebt und abgeschnitten werden. Die Leine zum Dichtholen des Focksegels war der 10. und letzte Faden, der erfolgreich gekappt wurde. Nun wurden nur noch Brücken- und Schornsteinteil an der richtigen Stelle aufgesetzt und verklebt. Dafür habe ich eine selbstgebaute Zange, die man auch verbiegen kann, um in der Flasche ein Bauteil von der Seite auf den Rumpf aufzusetzen. Nachdem in der Flasche alles fertig war, drechselte ich schnell einige Ständerteile und den Flaschenverschluss.

Probe ob alles passt, noch ohne Kleber

Fazit Zum Bau der Glückauf als Modell habe ich insgesamt 80 Stunden benötigt, es hat Spaß gemacht, ein historisches Schiff nachzubauen und bis auf den Schreck mit dem gelösten Mastfuß lief alles glatt. Wer weitere Bilder vom Bau betrachten möchte, kann sich unter www.schiffsmodelle-in-flaschen.de informieren. Tankdampfer Glückauf als Modell Länge

24 cm

Breite

30 mm,

Rumpf

Lindenholz

Masten/Rahen/Bäume

Bambus

Maßstab

etwa 1:400

das modell klebt auf dem sockel, der Besanmast steht schon wieder

tankdampfer Glückauf, fertig in einer 3-liter-Buddel

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Fischerboot der türkischen Schwarzmeerküste Das Schiff ist fertig. Sie stellen noch einige Rettungsringe und Seilrollen her, aber das sind nur Verschönerungen. In den nächsten Tagen kümmern Sie sich um das Auto und den Garten. Und die Fenster müssen auch mal wieder geputzt werden. Abends blättern Sie in Modellbauzeitschriften oder stöbern im Internet. Dann finden Sie ihn: einen Plan für ein kleineres Modell, so für zwischendurch. Ihre Gattin wird Ihnen nicht vorhalten, dass Sie schon wieder ein Modell bauen. Diesmal ist es wirklich nur ein kleines Modell.

Die »Taka« als Eigenbau 74

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Typisches Küstenboot Takas waren die gebräuchlichen Küstenfahrzeuge im türkischen Schwarzmeerbereich in der Zeit von 1800 bis 1980. Ursprünglich waren sie mit einem Mast und einem Lateinersegel versehen, ab 1920 wurden die Fahrzeuge motorisiert. Eine Taka war zwischen 8 und 15 m lang und wurde zur Fischerei oder zum Transport von Waren eingesetzt. Ähnlich wie bei der Gulet haben die vorderen Spanten zum Deck hin einen starken Ausfall, sodass ein runder Decksabschluss entsteht. Eine Taka hat immer ein Spiegelheck und die Deckslinie ist stark gewölbt. Takas haben in der Türkei historisch einen hohen Stellenwert, da mit ihnen in der Besatzungsphase nach 1918 Munition und Waffen ins Land geschmuggelt wurden. Über Jahrhunderte waren die Orte an der Schwarzmeerküste ausschließlich mit dem Schiff zu erreichen. Inzwischen wurde eine vierspurige Autobahn durch das Pontische Gebirge gesprengt und die Region ist so an die moderne Zeit angeschlossen. Ein Bedarf für hölzerne Lastschiffe gibt es nicht mehr. In der Türkei lebt der Bau von hölzernen Schiffen dennoch fort. In den Urlaubsgebieten der Ägäis gehört die Blaue Reise, eine Küstenkreuzfahrt mit Motorseglern, zum Angebot vieler Reiseveranstalter. Die Boote heißen Gulets und sind von den alten Fischerei- und Handelsfahrzeugen abgeleitet. Sie bieten Platz für zwölf Passagiere und drei Besatzungsmitglieder und machen ein- oder mehrtägige Ausflugsfahrten zu historischen Stätten oder einsamen Buchten. Diese Buchten sind freilich nicht mehr so einsam, wenn fünf Gulets nebeneinander ankern und laute Partymusik erschallt. In den vergangenen Jahren wurden Hunderte dieser rund 25  m langen Boote gebaut. Solange der Tourismus boomt, hat der Holzschiffbau in der Türkei eine Zukunft. An der Schwarzmeerküste liegt östlich von Amasra der Fischerort Kurucasile. Dort gibt es noch mehrere Werften, die ohne Pläne und nach alten Vorgaben Takas bauen. Die Aufbauten sind zwar heute mit Sperrholz verkleidet und es werden beim Bau elektrische Maschinen eingesetzt, aber alles wirkt sehr einfach. Selbst das Beibiegen von Planken über einer Feuerstelle konnte ich beobachten. Aufgefallen ist mir, 10/2016

In Kurucasile gibt es noch mehrere Werften, die ohne Pläne und nach alten Vorgaben takas bauen

moderne takas sind maximal 12 m lang und werden in der fischerei oder touristisch eingesetzt

arbeit am Spantengerippe in der bewährten bauweise „über Kopf“

der Plankenverlauf ist deutlich ausgeprägt zu erkennen

dass die fertigen Rümpfe außen mit Polyester und Vlies versehen werden. Der Überzug wird anschließend geschliffen und gespachtelt. Diese modernen Takas mit einer Maximallänge von 12 m werden zum Fischfang eingesetzt oder dienen als Freizeitfahrzeuge.

Plan und Bausätze Ich fand die Karadeniz Taka‘si im Internet unter „Heringsdorf coaster“ – einen Plan zum freien Herunterladen. Der Plan ist sehr einfach gehalten, und die Baumethode ist es auch. Man steckt die ausgesägten Spanten und den falschen 75

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horizontale Linie für den Wasserpass vorgesehen. Die vergrößerten Spanten wurden ausgeschnitten, mittig gefaltet und an der vertikalen Linie angelegt. Nun wurden sie solange geschoben, bis ihre Wasserlinie mit der Wasserlinie des Blattes übereinstimmte. Dann konnte ich den Umriss der Spanten aufzeichnen. Die Spanten 3 bis 8 kamen auf die rechte Seite, die Spanten 9 bis 13 sowie das Heckteil auf die linke Seite. So hatte ich einen brauchbaren Spantenriss und konnte wie üblich den Rumpfbau über Kopf ausführen. die Vorstreichfarbe ist angebracht

die taka ist fertig

bug- und heckansicht der taka

Kiel zusammen, leimt das Deck auf und beplankt den Rumpf mit Leisten. So entsteht ein hübsches Standmodell im Maßstab 1:66 oder 1:30. Der Plan wurde von Mehmet Özkasin gezeichnet; für die Naviga-Meisterschaft 1995 erstellte er ein Diorama, das eine Werft mit einer halbfertigen Taka zeigt. Dieser Beitrag brachte ihm eine Goldmedaille ein. Inzwischen gibt es drei Holzbausätze, die von dem Plan abgeleitet sind. Gemi Modelcigi offeriert einen Baukasten mit lasergeschnittenen Holzteilen im Maßstab 1:30. Der Baukasten kostet rund 80,- €. Dazu kommt noch das Porto. Turk Modell bietet den Bausatz „Black Sea Fishing Boat“ im Maßstab 1:35 an. JoJo Modellbauvertrieb hat diesen Bausatz offenbar in sein Programm aufgenommen und hält ihn für den Modellbauer mit wenig Erfahrung geeignet. Der Baukasten für das Standmodell kostet hier 57,- €.

Verbesserter Plan Für mich waren die Baukastenmodelle nicht brauchbar, denn ich wollte ein schwimmfähiges und ferngesteuertes 76

Modell im Maßstab 1:35. Auch Özkasins Plan war so nicht zu verwenden. Der falsche Kiel reicht mit den Schlitzen bis zur Oberdeckslinie und würde den Einbau von Motor, Servo, Batterie und Empfänger nicht zulassen. Nach einigen Überlegungen kam ich zu folgender Lösung: Parallel zum Kiel zeichnete ich auf den falschen Kiel eine Strecke in Höhe des Wasserpasses. Es fällt auf, dass bei Seglern im Mittelmeer und im Schwarzen Meer die Wasserlinie und der Kiel parallel ausgeführt sind, während bei Seglern im Atlantik der Kiel hinten häufig viel tiefer liegt als vorn. Möglicherweise hängt das mit dem geringen Tidenhub im Mittelmeer zusammen. Ich übertrug die Wasserlinie mithilfe von Stechzirkel und Lineal auf alle Spanten, wobei mir die Tiefe der Schlitze ein Anhaltspunkt war. Mit diesem veränderten Plan ging ich in den Kopierladen und ließ ihn mir in doppelter Größe ausdrucken. Der Computerplan war wirklich sehr klein. Auf einem Stück Papier wurde nun ein Kreuz gezeichnet. Die vertikale Linie war für die Spantenmitte und die

Rumpf und Antrieb Der Rumpfbau über Kopf wurde oft beschrieben und ist für mich die sicherste Methode, einen gleichmäßigen Rumpf zu erhalten. Da ich von einem Computerausdruck ausgegangen war, der umgezeichnet, ausgeschnitten und vergrößert wurde, würden sich sicher Verzerrungen ergeben. Nachdem ich die Spanten aufgestellt hatte, wurden auf jeder Seite zwei Stringer eingeleimt, sodass eine stabile Konstruktion entstand. An mehreren Stellen wurde Material abgetragen, andere Stellen wurden aufgefüttert, bis ich einen sauberen Verlauf hatte. Beplankt wurde mit 2 mm dicken Balsastreifen, die ich vorher gewässert und gebogen hatte. Die an den Längsseiten und an den Spanten verleimten Streifen wurden mit kurzen Stecknadeln fixiert, bis der Leim abgebunden hatte. Ich verwende diese kurzen Stecknadeln, weil sie einen dicken Kopf haben und die Fingerspitzen beim Eindrücken nicht so wehtun. Im Überwasserbereich erhielt das Modell eine zweite Beplankung aus schmalen Abachiholz-Streifen. Sie wurden vorher ebenfalls gewässert und gebogen, denn die Beplankung ist besonders im Bugbereich sehr verwunden. Zwischen die Plankengänge wurden Stecknadeln geheftet, um einen geringen Abstand zu erreichen. So sieht man den Plankenverlauf deutlich. Der Rumpf wurde zweimal mit Epoxidharz eingelassen und der Unterwasserteil zusätzlich mit Glasvlies versehen. Nun wurde der Rumpf von der Helling getrennt und die Spanten wurden herausgebrochen. Ich fertigte jetzt auch einen Ständer an. Bevor das Deck eingesetzt werden sollte, musste der Innenausbau erfolgen. Eine 2-mm-Welle und ein 280er-Motor wurden eingebaut, 10/2016

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außerdem baute ich das Ruder. Da es hinten am Achtersteven hängt, erhielt es an der Seite einen Draht mit einem Auge angesetzt. Ein weiterer Draht führt nach innen zu einem Mikroservo. Nachdem ich die Funktionen überprüft hatte, wurde der Ballast eingefüllt. Das Modell ist recht breit und verdrängt viel Wasser. Da ich kein Walzblei mehr hatte und unbedingt weiterbauen wollte, kaufte ich mir eine Packung Nägel. Ich setzte das Modell in den Gartenteich und füllte solange Nägel ein, bis fast die Wasserlinie erreicht war. Den Ballast verfestigte ich dann mit Polyesterharz. Auf einer Lade stellte ich gebogene Decksbalken her. Dabei wurden zwei Holzstreifen verklebt und an eine gebogene Nagelreihe gedrückt und fixiert. Die Decksbalken wurden eingesetzt und Sperrholzstücke in die Zwischenräume geklebt. So entstand das falsche Deck. Es wurde mit Schleifpapier und Holzkitt geglättet, dann klebte ich Abachiholz-Streifen als Planken auf. Diese Planken wurden vorher mit einem Eddingstift an den Schmalseiten geschwärzt, um eine Kalfaterung zu imitieren.

Deck und Aufbauten Die Taka hat nur wenige Aufbauten. Da ist vorn eine kleine Luke, mittig die Ladeluke; unter ihr liegen die Batterie und der Empfänger – und hinten das Deckshaus mit dem Steuerstand. Das Dach des Deckshauses ist abnehmbar, damit ich die Welle warten kann. Deckshaus und Steuerstand wurden mit Leisten verkleidet, um eine Beplankung anzudeuten. Das Dach des Steuerstandes wurde erst aufgesetzt, nachdem ich den Stand innen lackiert und das Steuerrad, den Steuermann, den Kompass, den Herd sowie weitere

Einzelteile eingefügt hatte. Abweichend vom Plan setzte ich vor das Deckshaus einen kleinen Maschinenaufbau mit Lüftern und Klappen. Ich hatte mir überlegt, dass es einen Zugang zum Motor gegeben haben musste und dass ein Verbrennungsmotor Luft braucht. Die Fenster erhielten Rahmen. Vier Brettchen wurden zusammengeklebt und auf der Minikreissäge Segmente abgeschnitten. Die Seitenfenster sind nicht rechtwinklig, da sie der Deckslinie folgen. So mussten verschiedene Rahmen hergestellt werden. Vor unserem Jahresurlaub wurde der Rohbau mit weißer Vorstreichfarbe versehen. Diese Farbe ist recht dickflüssig und deckt leichte Spalten ab. Leider braucht sie lange, um zu trocknen. Nach dem Urlaub wurde das Modell geschmirgelt und für das Spritzen vorbereitet. Das Deck wurde abgeklebt und der Rumpf innen und außen seidenmatt weiß gespritzt. Anschließend wurde der Unterwasserteil schwarz gespritzt. Türkische Holzboote sind sehr farbenfroh bemalt, wobei Hellblau dominiert. Ich hatte verschiedene Fotos als Vorlage, darunter die Abbildung der Teckel 15, einer Taka im Rahmi Koc-Museum in Istanbul.

Details Die Besatzung meines Modells besteht wie schon bei anderen Modellen aus umgearbeiteten Soldaten im Maßstab 1:35. Sollten sie einen Fez als Kopfbedeckung und auch Pluderhosen bekommen? Ein Foto, um 1950 aufgenommen, gab Aufschluss. Die Matrosen trugen normale Hosen und Schiebermützen. Der Mast der Taka wird auf den meisten Fotos umgelegt gefahren. Ursprünglich war er mit der Rute des Latei-

nersegels versehen, später trug er nur noch die Gaffel zum Beladen. Hinter den Mast habe ich einen Motor mit Schwungscheiben und Seiltrommeln gesetzt. Mit einem solchen Motor wurden die Ladearbeiten durchgeführt und die Anker aufgeholt. Für den Bau von Beibooten stehen mir verschiedene Gipsnegativformen zur Verfügung. Die passende Form wurde gewachst und mit Gewebe und Polyesterharz laminiert. Bevor das Harz hart wurde, zog ich die Bootsform heraus und beschnitt sie. Anschließend wurde sie mit Kielleiste, Steven und Seitenleisten versehen. Fehlstellen wurden ausgespachtelt und das Boot wurde mit Autospritzspachtel behandelt. Danach wurde es nass geschliffen und gestrichen. Ein Rost aus Bodenbrettern und die Duchten vervollständigen die Ausrüstung. Meine einzigen Kaufteile bei der Taka sind die Bullaugen, die Besatzung und die beiden Lüfter.

Die Taka in Fahrt Die Taka hat eine füllige Rumpfform und ist durch den reichlichen Ballast recht schwer geworden. Sie liegt daher tief im Wasser und hüpft nicht auf den Wellen. Mit dem 280er-Motor von Graupner ist sie nur schwach motorisiert und eignet sich nicht zum Bergen von liegen gebliebenen Vereinsbooten. Als Fahrtregler verwende ich einen Thor 4. Dieses kleine Gerät mit BEC ist preiswert und im Internet erhältlich. Für den Graupner-Motor reicht der Regler völlig aus. Vorteilhaft ist, dass er sich ohne Halt von Vorwärts- auf Rückwärtsgang schalten lässt. Die Geschwindigkeit ist maßstäblich und das Fahrbild mit der Bugwelle gut. Die Taka ist und wird auch in Zukunft ein sehr seltenes Modell hier in unseren Gefilden sein.

der mast ist umgeklappt

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aero-naut »Möwe«

Pädagogisch wertvoll Als Kind machte es mir unheimlich viel Freude, mit einem Boot am Badesee zu spielen. Bei meinen Kindern liegt das natürlich nicht anders. Ich baute auch gerne Boote selber und es gab sogar einen Raddampferversuch, der besaß einen Gummimotorantrieb. Klar, vom Taschengeld wurde selbstverständlich auch eine Funke gekauft und mit dieser und mit einer einfachen Motoryacht ging es dann zum Ententeich bei uns im Stadtpark um die Ecke. Vor allem hatte mir das Basteln und die Bearbeitung des Werkstoffes Holz sehr viel Freude bereitet.

Ich bin kein Befürworter der modernen Durchflussgesellschaft und ganz besonders lege ich Wert auf Qualität. Zwar bin ich handwerklich kein ausgesprochener Meister, aber ich schaffe mir trotzdem gerne eine schöne heile 78

Welt abseits der Plastikmassenwaren. Und es ist klar, dass ich meine Kinder in meine Welt mitnehme. So war es an der Zeit, einmal die sehr schönen Günther-Segelboote endlich durch Bausatzboote der Firma aero-naut zu ergänzen. Nichts passte besser als der Fischkutter Möwe. Der Fischkutter Möwe wird komplett aus Holz aufgebaut. Genau das Richtige für meine Kinder und mich.

Ideal für Kinder Zwar hat ein Segelboot auch einen sehr hohen Spielwert, aber da die Kinder und ich auch zu Hause spielen würden, stört dort natürlich das Unterwasserschiff mit seinem Kiel oder Schwert. Beim Fischkutter ständert man zwar auch besser auf, aber sehr viel niedriger. Der aero-naut Bausatz steckt in einer verblüffend kleinen Packung, die im Grunde auch Teil des Bausatzes ist. Aus ihr werden die Fensterscheiben angefertigt. Der Bausatz ist bis auf Klebstoffe und Farben vollständig und es liegen Schiffswelle, Schraube, Stevenrohr,

Ruder, Runderanlenkung, 280er-Bürstenmotor, Wellenkupplung, Takelgarn, elektrische Leiter für den Motor und ein Stück Schleifpapier bei (Bild 1). Alle Holzteile sind sauber und präzise gestanzt. Besonders gut hat mir sofort auch die Bauanleitung gefallen (Bild 2). In diese Bauanleitung ist ein schönes Stück Arbeit gegangen und man sieht ihr das auch an. Es macht Spaß, sich schon vor dem eigentlichen Bau mit der Anleitung zu beschäftigen. Los geht’s mit den Decksplatten und dem Kiel. Der Kiel besteht aus einer schönen Anzahl Bauteile (Bild 3). Mir macht es immer besonders Freude, wenn ein Bauteil in mehreren Stufen entsteht. So klebte ich an einem Abend gemütlich den Kiel zusammen und am darauf folgenden Bastelabend wurden die Rumpfspanten gesetzt und der Kiel eingebaut (Bild 4). Es ist bemerkenswert wie schön steif der Kiel als Sperrholz-Balsa-Sandwich wird. Die Kimleisten wurden vor dem Einbau gewässert und vorgebogen, damit sie ohne Spannung in ihrer Position sitzen. 10/2016

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Besser robust Weil man nie weiß, wie ungestüm Kinder mit den Booten spielen, und ein Boot bestimmt hin und wieder einfach nur durchs Wasser geschoben wird, anstatt es mit der Radioanlage zu steuern, musste es auch von innen möglichst wasserdicht, aber wenigstens wasserabweisend sein. Daher wurde das Bootsinnere mit Klarlack lackiert (Bild 5). Nach jedem Bauabschnitt wurden die neu hinzu gekommenen Bauteile innen mit Lack eingestrichen. Auch die Kajüte wurde innen lackiert. Bild 6 zeigt die noch unlackierte Kajüte. Wie man erkennen kann, ist der Klebstoff noch nicht vollständig getrocknet. Ich klebe überwiegend mit wasserfestem Weißleim. So zieht sich der Bau länger hin und das ist genau auch meine Absicht, denn im Hobby gibt es keinen Zeitdruck. Ganz nebenbei stören nicht die Sekundenkleberdämpfe. Allerdings benutze ich auch Sekundenkleber, um Bauteile festzuheften, wenn gerade keine Gummiringe oder Stecknadeln passen. Der Bauplan gibt übrigens an, dass man im Bereich des Unterwasserschiffs mit Stecknadeln arbeiten soll, aber gerade dort kann man wohl am wenigsten Stecknadellöcher gebrauchen. Die Kajütenfenster erhalten Scheiben, die wie eingangs schon angesprochen, aus der Verpackung geschnitten werden. Das nenne ich mal „recyclen“. Die Größe der auszuschneidenden Fensterscheiben markiert man am besten mit einem leicht abwischbaren Filzstift. Da ich zwei Boote auf einmal baute, war gewissermaßen schon von Serienbau zu sprechen. Der Bootsglaser hatte also fleißig zu tun, wie auch alle anderen Tätigkeiten sozusagen schiffbautypisch wie in Kleinserie abliefen.

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Eine wichtige Abweichung vom Bauplan sollte man sich bei dem Einbau der Antriebsmaschine gönnen. Baut man erst das Boot gemäß Anleitung auf, wird die Montage des Elektromotors durchaus die Anfertigung eines Spezialwerkzeugs erfordern, denn man kommt nicht mehr ohne weiteres an die Motorhalteschrauben heran. Da der Motor langlebig ist in seinem Anwendungsfall „langsam tuckernder Fischkutter“ kann man ruhig annehmen, dass er wartungsfrei brav seinen Dienst verrichtet. Bevor der Motor aufgibt, sind die Weltmeere leer gefischt, sozusagen. Der Motor wird also noch vor dem Verkleben der Rumpfseitenteile eingebaut (Bild 7). Es macht durchaus Sinn, die elektrischen Leiter vor dem Einbau anzulöten. In beiden Bausätzen lagen Befestigungsschrauben bei, die zu geringe Durchmesser aufwiesen. Es war also kein Ausreißer, sondern eine gesamte Charge scheint von dem kleinen Malheur betroffen gewesen zu sein. Erfahrene Modellbauer werden passende Schrauben im Kleinteilsortiment haben. Wer noch keine Kleinteilkisten angesammelt hat, der könnte vor dem Kauf, der ja heute meist Online stattfindet, den Händler fragen, ob dieser die Packung prüfen und falls auch da die Schrauben zu klein sind, passende beilegen kann. Nachdem der Motor eingebaut wurde, wird das Spantengerüst endlich beplankt. Die Beplankungsteile sind sehr präzise ausgestanzt und sie passen sehr gut. Bevor die Beplankungsteile eingeklebt wurden, erhielten sie innen bis auf die Klebeflächen eine Klarlacklackierung. Ich habe wie schon gesagt keine Stecknadeln zum Festheften verwendet, sondern die Bauteile mit Sekundenkleber festgeheftet. Ich platziere dafür kleine Sekundenklebertropfen in gewissen Abständen zwischen die Weißleimraupe. Der stark gewölbte

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Bugbereich wurde erst verklebt, nachdem die Verklebung der Beplankung im mittleren und Heckbereich getrocknet war. Ich habe die Verklebung des stark gewölbten Bugbereichs dann mit ausschließlich dickem Sekundenkleber ausgeführt. So kommt man zu einem sehr guten Ergebnis. Der Rumpf wird nach dem Verkleben der Bauteile sauber verputzt. Arbeiten mit Sperrholz macht mir sehr viel Spaß und besonders schön finde ich jedes Mal das Schliffbild (Bild 8). Der gesamte Bootsrumpf wurde innen nochmal an den Klebestellen lackiert. Vorne kommt man auch mit einen langen, dünnen Pinsel gut ran. Da der Werkstoff Holz sich sozusagen selber anpreisen soll, erhielt der Rumpf auch außen einen mehrfachen Klarlackanstrich. Und schon ging es ins Ausrüstungsdock (Bild 9). Ich habe einen einfachen Drehzahlsteller aus dem Modellautobereich mit Klebeband ein bisschen spritzwassersicher gemacht. Das Servo wurde einfach mit Klettband auf dem Haltebrett befestigt. Bei einem so kleinen Boot mit niedrigen Ruderkräften reicht das allemal. Das Servo besitzt sogar Dichtungen, dagegen ist allerdings der offene Empfänger voll auf „fluten“ ausgelegt. Der Empfänger muss auf jeden Fall geschützt werden, bevor die Fangsaison beginnt. Für die ersten Schwimm- und Fahrversuche wurde ein 800-mAh-/2SLiPo benutzt. Der Akku passt ganz ausgezeichnet, aber die Moewe wird ziemlich schnell. Im täglichen harten Fangeinsatz wird ein 2.200-mAh/2SLiPo benutzt und die Geschwindigkeit senderseitig auf eine vorbildgerechte Stufe reduziert. Aber ich möchte das nicht vorwegnehmen, sondern noch ein wenig den Aufbau des Modells beschreiben. Besonders wichtig ist es, vor dem Einbau der Ruderanlage die Länge der Messingrohrführung zu prüfen. 10/2016

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Das Ruderblatt ist bereits im Bausatz mit einer Ruderstange versehen, die auch ein Gewinde besitzt. Bei beiden Bausätzen war das Messingrohr etwas zu lang. Dadurch ließen sich die Stoppmuttern, die den Ruderhebel sichern, nicht aufschrauben. Natürlich hatte ich das erst gemerkt, als die Messingrohre bereits eingeklebt waren. Mit einer kleinen Feile konnte ich etwas Messing abtragen und so ließen sich die Stoppmuttern aufschrauben, allerdings nicht viel. Ich empfehle, die Ruderanlage vor dem Einbau testweise komplett zu montieren, um sicherzustellen, dass das Messingrohr die passende Länge hat, bzw. um das Rohr vor dem Einkleben zu bearbeiten.

Die Aufbauten Besonders viel Freude macht es natürlich, die Aufbauten des Boots sorgfältig zu erstellen. Dem Bausatz liegen auch Edelhölzer bei, damit das Boot ausgeschmückt werden kann. Ich hatte mir zusätzlich etwas Holzbeize besorgt, um auch die Türen, Deckel und das Dach ansprechend zu gestalten. Kinder finden das Unterbringen von Spielzeugmännchen auf jeden Fall wichtig, weswegen ich das Dach abnehmbar ausgeführt habe. Es wird durch kleine Klettbandstreifen in Position gehalten. Sicher wären kleine Magnete in den Ecken besser, aber ich hatte keine zur Hand. Mein Stolz über diese, wie ich jedenfalls dachte, clevere Idee mit dem zu öffnenden Dach währte nicht lange. Mein Kleinster, das Fritzchen, hatte sofort nach der Übergabe und erstem Bestaunen des schönen Bootes an der Tür gepult und sich verwundert zu mir umgedreht, da sie nicht auf ging. Auch müssen die Laderaumdeckel zu öffnen sein und ein kleiner Laderaum darun-

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ter liegen. Ich lerne daraus, dass man eine Tür also, wenn man sie auch zeigt, funktionsfähig machen muss. Der neue Eigner schickte dann trotzdem die gut gelaunte Besatzung an Bord und als erste Amtshandlung wurde zunächst die Flagge gehisst (Bild 10). Irgendwie stand dann die Besatzung leider vor den verschlossenen Türen, aber mit einem sportlichen Hops gelangte der Kapitän durch das Dach zum Fahrstand. Da die kleine Fischereiflotte zunächst am weihnachtlichen Gabentisch anlegte, war wegen der zugefrorenen Seen natürlich lange nicht an eine erste Ausfahrt zu denken. Trotzdem ist aber der Spielwert groß, wenn man weiß, wo die Fischschwärme für Kinder und einen selbst stehen. Aus Zitronennetzen wurden kurzerhand Fangnetze gebastelt, die links und rechts an den Auslegern befestigt wurden. Es ist erstaunlich, was für dicke Brocken in diese hinein schwimmen, sehr zur Freude der Besatzung und der jungen Eigner (Bild 11). Um die Boote zu Hause besser manövrierbar zu machen, wurden kleine Modellbauräder mit Stahldrahtachsen an die Ständer befestigt. Schnell ist ein Hafen aus Bauklötzchen gebaut, Kranautos und LKW hingestellt, und schon kann man mit den Kindern Fischkutter, Hafen und Mee(h)r spielen. Nach fünf Monaten war es dann auch endlich so weit und die zwei Möwen konnten endlich in See stechen, um die Frühjahrsfischschwärme einzufangen. Die Modelle wiegen beide knapp unter 600 g mit den 2.200er-/2S-Akkus. Wie bereits angesprochen, verwandelt dieser Akku den Fischkutter in ein Rennboot, sehr zur Freude meiner Kinder. Wenn ich ein Boot Mal für ein paar Sekunden ausgeliehen bekomme, dann drossle ich den Motor wenigstens für mich

mittels der digitalen Wegbegrenzung am Sender, um mich am Fahrbild des Modells zu erfreuen. Das Modell fährt sehr schön und kann aber auch recht flott und dabei sicher betrieben werden. Die Kinder sind begeistert und der Papa natürlich auch.

Fazit Ich kann das aero-naut Modell Möwe jedem wärmstens ans Herz legen. Es ist einmal ein schönes Einstiegsprojekt in den Modellbootbau, andererseits lässt es viel Raum für eine detaillierte Ausstattung mit Beschlagteilen, Beleuchtung und Sound, wodurch es auch für den erfahrenen Modellbauer als kleines „Zwischendurchprojekt“ sehr interessant sein kann. Vor allem aber stellt die Möwe ein sehr schönes Modell dar, um Kindern, also dem Nachwuchs im Hobby, ein hochwertiges Spielzeug aus Holz zu zeigen. UVP: 44,- € Bezug Fachhandel Info www.aero-naut.de Tel.: 07121 433 088-0

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Vorschau auf die Ausgabe 11/2016

Impressum Das führende Fachmagazin für Schiffsmodellbauer 40. Jahrgang Redaktion Peter Hebbeker (verantwortlich) Tel. 0 72 21/50 87-83 Konstanze Klinger-Schramm (Redaktionsassistenz) Tel. 0 72 21/50 87-90, Fax 0 72 21/50 87-52 Stefan Ulsamer Tel. 0 72 21/50 87-32 E-Mail: [email protected] Gestaltung Roman Blazhko, Thomas Schüle, Uschi Klee Anzeigen Cornelia Maschke, Tel. 0 72 21 / 50 87-91, Fax: 0 72 21 / 50 87-65 André Petras, Tel. 0 72 21 / 50 87-60, Fax: 0 72 21 / 50 87-65 E-Mail: [email protected] Zur Zeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 6 vom 15.04. 2016

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Verlag Verlag für Technik und Handwerk neue Medien GmbH Robert-Bosch-Str. 2-4 D-76532 Baden-Baden Tel. 0 72 21 / 50 87-0 Fax 0 72 21 / 50 87-52

Schiffsporträt Schnellboot Typ 143A

Anschrift von Verlag, Redaktion, Anzeigen und allen Verantwortlichen, soweit dort nicht anders angegeben. Konten Sparkasse Rastatt-Gernsbach Konto-Nr. 385500 BLZ 665 500 70 IBAN DE10665500700000385500 BIC/SWIFT SOLADES1RAS Geschäftsführerin Julia-Sophia Ernst-Hausmann Abonnement-Marketing und Vertrieb Verlag für Technik und Handwerk neue Medien GmbH Robert-Bosch-Str. 2-4, 76532 Baden-Baden Julian Lenz Tel.: 07221 508 771, Fax: 07221 508 733 E-Mail: [email protected] Vertrieb MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb GmbH & Co. KG Ohmstraße 1, D-85716 Unterschleißheim Tel. 089/31906-0, Telefax 089/31906-113

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Änderungen des Inhalts aus aktuellen Gründen behält sich die Redaktion vor.

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Für unverlangt eingesandte Beiträge kann keine Verantwortung übernommen werden. Mit Übergabe der Manuskripte und Abbildungen an den Verlag versichert der Verfasser, dass es sich um Erstveröffentlichungen handelt und dass keine anderweitigen Copy- oder Verlagsverpflichtungen vorliegen. Mit der Annahme von Aufsätzen einschließlich Bauplänen, Zeichnungen und Bildern wird das Recht erworben, diese auch in anderen Druckerzeugnissen zu vervielfältigen. Die Veröffentlichung der Clubnachrichten erfolgt kostenlos und unverbindlich. Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann trotz sorgfältiger Prüfung nicht übernommen werden. Eventuell bestehende Schutzrechte auf Produkte oder Produktnamen sind in den einzelnen Beiträgen nicht zwingend erwähnt. Bei Erwerb, Errichtung und Betrieb von Sende- und Empfangsanlagen sind die gesetzlichen und postalischen Bestimmungen zu beachten. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder. ISSN 0170-1819 © 2016 by Verlag für Technik und Handwerk neue Medien GmbH, Baden-Baden Nachdruck von Artikeln oder Teilen daraus, Abbildungen und Bauplänen, Vervielfältigung und Verbreitung durch jedes Medium, sind nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung des Verlages erlaubt.

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